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Carpooling beim Uvek Ein Mittel gegen den Verkehrskollaps

Legende: Audio Uvek testet Carpooling-Projekt abspielen. Laufzeit 02:00 Minuten.
02:00 min, aus HeuteMorgen vom 25.10.2017.
  • Im Kampf gegen verstopfte Strassen lanciert das Uvek ein Mitfahrprojekt.
  • Mitarbeiter des Departements für Umwelt und Verkehr sollen sich für den Arbeitsweg ein Auto teilen.
  • Mittels einer App sollen sich Interessierte finden.
  • Das Uvek erhofft sich davon Erkenntnisse für ein allfälliges grösseres Carpooling-Angebot.

Ab nächster Woche sollen die Angestellten der sechs Uvek-Bundesämter in Bern mit gutem Beispiel vorangehen. Mit einem Testprojekt will das Bundesamt für Strassen (Astra) herausfinden, ob sich die Pendler unter den 1600 Mitarbeitern auf ein hauseigenes Carpooling-Angebot einlassen.

Den Preis fürs Mitfahren in ihren Privatautos machen die Angestellten unter sich aus, die Teilnahme ist freiwillig. «Unsere Mitarbeiter sind für die Problematik vielleicht etwas besser sensibilisiert», sagt Thomas Rohrbach vom Astra. Dies könnte sie motivieren, bei dem Projekt mitzumachen, hofft Rohrbach.

Grosses Potenzial zur Verkehrsentlastung

Mit Hilfe von Carpooling könnte der Verkehr tatsächlich stark vermindert werden: Im Stossverkehr sitzen durchschnittlich 1,1 Menschen in einem Fahrzeug. Wenn bloss in jedem zweiten Wagen zwei Personen zur Arbeit fahren würden, könnte die Zahl der Autos um fast 30 Prozent reduziert werden.

Mitfahrer per App finden

Herzstück des Versuchs beim Uvek bildet eine Kontaktplattform. Via App können sich die Bundesangestellten vernetzen, um miteinander an den Arbeitsort zu fahren. Das Projekt soll bis zu zwei Jahre lang laufen und weit weniger als 10'000 Franken kosten. Von der Carpooling-Testphase erhofft sich das Astra wichtige Hinweise für ein allfälliges grösseres Projekt.

Zunächst aber gehe es um einen klassischen Funktionstest der Technik, führt Rohrbach aus. Das System müsse günstig und einfach sein. Die Leute sollen sich ohne grossen Aufwand finden, um den Arbeitsweg gemeinsam unter die Räder zu nehmen.

Mitfahren muss «cool» werden

Carpooling müsse einfach sein, sagt auch Konsumenten-Psychologin Dorothea Schaffner. Sie hat an einer Studie über Mitfahrprojekte mitgearbeitet. Dabei sollten die Werte Nachhaltigkeit und Umweltschutz durchaus eine Rolle spielen. Allerdings dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass man die eigenen Bedürfnisse zurückstecken müsse.

Wichtig sei, dass positive Emotionen ausgelöst würden: «Man muss Freude haben am Carpooling. Etwa, indem man sich selber als innovative, fortschrittliche Person sehen kann», so die Psychologin.

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62 Kommentare

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  • Kommentar von Fabian Aeschimann (Faaben)
    Ich finde diese Idee super und würde selbst auch nach einem Beifahrer suchen. Allerdings verstehe ich nicht ganz wiso das Uberpool vor ca. einem halben Jahr in Bern verboten wurde und jetzt macht das Uvek etwas ändliches und es wird geschrieben wie wichtig das sei. Der einzige unterschied ist, dass Uber schon weltweit erfolgreich ist mit ihrem System und Uvek fängt erst jetzt mit einer zwei jährigen Testphase an. Warum muss man immer und überall alles nocheinmal neu erfinden wollen.
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  • Kommentar von Sascha Stalder (Sascha Stalder)
    Gleiche Geschwindigkeit (80 oder 100) für alle auf der Autobahn. Gleichzeitig rechts überholen zulassen. Das verdoppelt mehr oder weniger die Kapazität der vorhandenen Autobahnen. Die errungene Mobilität lässt sich nicht rückgängig machen.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    diese massnahme ist eine symptomatische und kann kurze linderung verschaffen. das thema, dass der motorisierte individualverkehr landschaften, lebens- und arbeitszusammenhänge in den letzten 50 jahren dermassen verzettelt, auseinandergerissen hat, wird dabei aussen vor gelassen. es fördert, uns im glauben zu wiegen, alles ist gut, die technologie wird's schon lösen, durch technolgie verursachte probleme lassen sich nicht durch technologie lösen, sondern durch politisches denken und handeln.
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    1. Antwort von Claudia Meier (taz)
      "durch technolgie verursachte probleme lassen sich nicht durch technologie lösen, sondern durch politisches denken und handeln"... .. also ein Homeoffice einrichten ist nach meiner Meinung eine technische Lösung und hat gar nichts mit Politik zu tun sondern nur mit Vertrauen des Arbeitgebers in den Arbeitnehmer....
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    2. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      @taz :es geht hier, frau meier, eigentlich um strassenverkehr, motorisierung unseres alltags, die vereinahmung des raumes, aller lebensräume durch eine technolgie, die sich selber nicht regeln kann. diejenigen, die diese entwickeln und einsetzten wollen, müssen von der zivilen gesellschaft, der politik in schranken gehalten werden. was immer entwickelt wird, mit welcher unabsehbaren oder auch vorhersehbaren konsequenz, wissenschafter waren/sind kaum in der lage ihre 'kinder' zu kontrollieren.
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    3. Antwort von René Balli (René Balli)
      Genau so ist es, A. Kunz! schon Einstein hat gesagt, dass sich Probleme nicht auf der gleichen Ebene lösen lassen, auf welcher diese enstanden sind! Die Probleme des motorisierten Individualverkehrs lassen sich demnach nicht mit Verkehrslösungen lösen, man müsste auf einer anderen Ebene unser Leben überdenken. Auch wenn das Mitfahrprojekt den Verkehr um 3% senken würde, das Wachstum wird den gewonnen Vorteil schnell wieder zunichte machen, logisch!
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    4. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      @balli: sie haben das knapp und elegant mit einstein formuliert herr balli, amazing, was frau da immer wieder lernen kann. werde mir diese klare, knappe formulierung merken und wenn sie eine gute einführung zu einstein haben, gerne. merci.
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