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Schweiz Carunfall von Siders: Fragen zum Rettungseinsatz

Die Unglücksursache ist auch ein Jahr nach dem Carunfall von Siders nicht geklärt. Auch was die Alarmierung der Rettungskräfte anbelangt, sind noch Fragen offen.

Legende: Video Offene Fragen zum Carunfall in Siders abspielen. Laufzeit 04:26 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 12.03.2013.

Warum fuhr der belgische Chauffeur am 13. März 2012 kein Ausweichmanöver, als sein Reisecar im Tunnel bei Siders den Randstein touchierte? Warum fuhr er stattdessen während  knapp 4 Sekunden über 75 Meter weiter direkt und ungebremst in eine Betonwand?

Schnelle Reaktion vor Ort

Der Chauffeur war nüchtern. Laut Walliser Untersuchungsbehörden hat er nicht mit seinem Mobiltelefon hantiert. Ein technischer Defekt am Fahrzeug wurde nicht gefunden. Die Unfallursache dürfte ungeklärt bleiben.

«Ich verstehe sehr gut, dass die betroffenen Eltern das Bedürfnis haben, zu erfahren, was passiert ist. Wir zeigen offen unsere Untersuchungsresultate. Aber es gibt Fragen, die wie nicht beantworten können», so der Walliser Staatsanwalt Olivier Elsig.

Reagierten die Rettungskräfte nicht?

Unklar ist auch, wann die Polizei in der Überwachungszentrale realisierte, dass der Car nicht parkiert, sondern verunfallt war. Die Detektoren im Tunnel lösen nach acht Sekunden einen automatischen Alarm aus. Darauf muss innerhalb einer Minute von der Überwachungszentrale eine Patrouille aufgeboten werden.

Die Ambulanz wurde jedoch von der Polizei nicht sofort alarmiert, sondern erst nach sieben Minuten, als bei der Polizei klar war, dass es sich um einen schweren Unfall handelt. Ist die Polizei während den ersten Minuten nach dem Unfall von einer Panne des Reisecars ausgegangen?

Was hätte eine raschere Ankunft bewirkt?

Die erste Ambulanz erreichte den Unfallort 17 Minuten nach dem Aufprall. Laut Staatsanwalt Elsig wurde sie von der Polizei aufgeboten. Mehrere Automobilisten haben jedoch nach dem Unfall die Nummer 144 alarmiert. Einer von ihnen ist der belgische Tourist Eric van Melderen. Obwohl andere Leute vor Ort ihm mitteilten, sie hätten 144 bereits benachrichtigt, rief er noch einmal an um mitzuteilen, dass es sich nicht um einen banalen Unfall handle.

«Die Einsatzzentrale hat mir gesagt, sie sei im Bild. Ich habe gesagt, es brauche schwere Geräte und es gäbe Verletzte oder Tote.» Doch die Feuerwehr wurde erst 11 Minuten nach dem Unfall alarmiert. Ob durch schnellere Ankunft der Rettungskräfte ein Leben hätte gerettet werden können, lässt sich kaum beantworten.

Keine Antwort der Politiker

Die Alarmierungsabläufe der Rettungskräfte nach dem Unfall werden im Verfahren der Staatsanwaltschaft nicht untersucht. Die verantwortlichen Departementsvorsteher Maurice Tornay und Esther Waeber-Kalbermatten wollten gegenüber «Schweiz aktuell» keine Auskunft geben.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Schlammschlacht danach. Typisch für unsere heutige Zeit! Anstelle dankbar zu sein, dass wir in einer hoch entwickelten Gesellschaft leben, jammern all rum. He, vor 50 Jahren wäre es 2 Stunden gegangen, bis ein Arzt vor Ort gewesen wäre. Ob nun 10, 11 oder 12 Minuten... was soll das Theater? Ich bemängle jedoch auch was: die hohen Kosten unseres Systems. Zu viel Leute verdienen mit, auf Kosten der Qualität und Leistung. Notarzt? Zu teuer! Ambulanz? Unbezahlbar! Deutsche Aerzte? Unfreundlic...
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    1. Antwort von J. Brunner, Basel
      Wir leben nun mal nicht vor 50 Jahren sondern in der heutigen Zeit. Ich wünsche es niemandem, dass er zusammen mit jemandem, der um sein Leben kämpft auf einen Notarzt warten muss, aber da werden Minuten zu Stunden! Die grösste Schlammschlacht in diesem Zusammenhang haben Sie mit Ihrem Kommentar erzeugt. Dieses Ereignis heranzunehmen um Ihre üblich Kommentare gegen Ausländer (Deutsche Ärzte) preis zu tun ist ein sehr tiefes Niveau.
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