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Schweiz Ceneri-Basistunnel wird verspätet eröffnet

Ein Rechtsstreit bei der Vergabe von Bauaufträgen hat für starke Verzögerungen im Zeitplan gesorgt. Die Eröffnung des Tunnels rutscht jetzt weiter nach hinten.

Baustelle des Ceneri-Basistunnels bei Lugano
Legende: Es dauert noch etwas länger, bis Züge aus dem Norden direkt in Lugano aus dem Tunnel gespuckt werden. Keystone

Der Ceneri-Basistunnel wird voraussichtlich erst Ende 2020 in Betrieb genommen – ein Jahr später als geplant. Grund dafür sind Beschwerden gegen die Vergabe der Aufträge für den Fahrbahnbau und die Installation der Bahntechnik.

Die Beschwerden wurden im September 2013 eingereicht und ein Jahr später vom Bundesgericht im Sinne der Alptransit Gotthard AG, die den Bau ausführt, abgeschlossen. Damit sind die Vergaben zwar rechtmässig und eine Neuausschreibung der Aufträge wurde vermieden, der ursprünglich gesetzte Zeitplan kann aber nicht mehr eingehalten werden.

Verfahren wird Mehrkosten generieren

Durch das Verfahren würden Mehrkosten in der Höhe von 50 Millionen Franken entstehen, sagte der Vorsitzende der Alptransit-Geschäftsleitung Renzo Simoni.

Eine Beschleunigung der Bauarbeiten, mit der die Verspätung wieder hätte aufgeholt werden könnte, würde ebenfalls mit 50 Millionen Franken zu Buche schlagen. Man habe sich allerdings gegen diese Variante entschieden, weil dies eine «verschärfte Risikosituation» für das gesamte Bauwerk bedeutet hätte, sagte Simoni.

Zurzeit laufen die Ausbrucharbeiten Richtung Norden auf Hochtouren. Wenn die Arbeiten gut vorankommen, erfolgt der Hauptdurchschlag des Ceneri-Basistunnels Anfang 2016.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Schenker, Bern
    Alptransit Gotthard untersteht, wie auch z.B. SBB oder eine Bundesbehörde dem öffentlichen Beschaffungsrecht. Letzteres ist begründet durch internationale Verträge der CH. Das öffentliche Beschaffungsrecht führt bei der Durchführung einer Beschaffung zu riesigen juristisch/administrativen Aufwänden und Rekursmöglichkeiten wie sie in der privatwirtschaftlichen Beschaffung unbekannt sind. Aber, wir wollten dies so. Jetzt müssen wir nicht so tun als hätte niemand schon lange davor gewarnt.
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    1. Antwort von Stefan Durer, Stans
      Exakt so ist es. Noch dazu sei erwähnt, dass das Bieterkonsortium, welches nun schlussendlich den Zuschlag erhalten hat, einen absoluten Kampfpreis abgegeben hat. Zu diesem Preis kann man, mit den Erkenntnissen aus dem Gotthard-Basistunnel, dieses Projekt nicht bauen. Die 50 Mio scheinen viel zu sein. Aber realistisch betrachtet wird es hier noch mehr Kostensteigerungen geben. Italienische Verhältnisse lassen grüßen.
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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Warum werden die Baufirmen nicht namentlich genannt?
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  • Kommentar von jc heusser, erstfeld
    Wieder so ein "tolles" Beispiel vom "Justizwahnsinn in der Schweiz" und das Alles auf Kosten des Steuerzahlers!
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