Zum Inhalt springen

Schweiz Chinesen verschmähen Schweizer Fleisch – wegen Hygienemängel

In der Schweiz Schlachtabfall, in China Delikatesse. Schweizer Fleischproduzenten hätten zu gerne fleischliche Abfallprodukte nach China exportiert. Eine chinesische Delegation liess das Geschäft platzen. Das Bundesamt für Veterinärwesen will nun nachbessern.

Die Schweiz darf keine Innereien, Füsschen, Schwänzchen und andere Schlachtabfälle nach China exportieren. Eine chinesische Delegation hat die Hygiene in Schweizer Schlachthöfen bemängelt und die von Schweizer Fleischproduzenten forcierte Exportlizenz verweigert, berichtete das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET)

Ein Metzger bearbeitet ein geschlachtetes Schwein.
Legende: Eine chinesische Delegation fand laut BVET in den Schlachthöfen hygienische Mängel «auf allen Stufen». Keystone

Die Inspektion fand im letzten Frühjahr auf Wunsch der Schweizer Fleischproduzenten statt, die in den Schlachtabfällen ein Geschäft wittern. In China gelten gewisse «Abfallprodukte», die in der Schweiz im Mülleimer landen, als Delikatesse.

Jetzt liegt der Bericht der Inspektoren vor. Darin wird aufgezeigt, dass die Delegation in den Schweizer Schlachthöfen zahlreiche Hygienemängel gefunden haben – «und zwar auf allen Stufen», wie Regula Kennel, Mediensprecherin des BVET, einen entsprechenden Artikel in der «NZZ am Sonntag» bestätigte. Dazu gehören auch allgemeine hygienische Anforderungen oder etwa Vorgaben für die Trennung von Waren.

BVET bestätigt Schwachstellen

Zum Inhalt des Berichts und zu den einzelnen kritisierten Punkten gab das BVET keine Auskunft und verweist auf die Vertraulichkeit des Papiers. Durch die Inspektion seien aber gewisse Schwachstellen sichtbar geworden, sagte Kennel.

Die Betriebe seien nun daran, die kritisierten Punkte aufzuheben respektive die Forderungen der Chinesen umzusetzen. Wie lange es dauert, bis die Schwachstellen behoben sind und eine allfällige Exportlizenz erteilt werden kann, kann das BVET derzeit nicht sagen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von A. Guant, Sunnybeach
    vielleicht könnte man anstatt von Schlachtabfällen von Suppenteile sprechen.Im übrigen sind gefüllte Schweinsohren in Europa eine Delikatesse...,wird aber auch als Hunde-Kau-Snack verkauft.Auch der Schweizer würde schnell mal hygienische Bedenken anmelden wenn auf der Speisekarte Gefüllte Schlachtabfälle stehen würde,egal wie hygienisch die Produktionskette tatsächlich ist, dito Gummibärchen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jean-Pierre Zihlmann, salinas uruguay
    China kauft in Uruguay mehr als ein fünftel des Rinderbestandes auf ? Geben solche Zahlen nicht zu denken ! Und Uruguay, ist ein kleines Land .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von K. Räschter, Schweiz
    Gerade in China, die bezüglich Gefahren für den Menschen keine Gesetze kennen, wollen uns sagen, dass unsere Hygiene nicht in Ordnung sei. Ja dann sollen sie es bleiben lassen und wir schicken ihnen kein solches Fleisch mehr. Einfach nur eine Frechheit, dass wir uns von einem Land, dass Menschenrechte mit Füssen tritt, so verhöhnen lassen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Katharina Müller, 8400 Winterthur
      Wie kann China unsere Menschenrechte mit Füssen treten? Es ist, schlicht gesagt, eine Unsitte, alles nach unsern Ansichten und Massstäben zu beurteilen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen