Chirurgenverband richtet klare Worte an die eigene Zunft

Der Verband der Schweizer Chirurgen greift mit einer neuen Charta ein Tabuthema auf: Das Papier verpflichtet die Mitglieder, nur dann zu operieren, wenn es medizinisch begründet ist – und nicht etwa, weil es sich finanziell lohnt. Auch Provisionen unter Ärzten sind ausdrücklich verpönt.

Der Verband der Schweizer Chirurginnen und Chirurgen (SGC) will die Patienten vor Missbrauch schützen. Die SGC lanciert deshalb eine Charta: Mit ihrer Unterschrift sollen Chirurgen und Spitäler bezeugen, dass chirurgische Eingriffe aus medizinischen Gründen erfolgen – und nicht aus finanziellen Überlegungen. Dadurch würden die Interessen der Patienten – aber auch der Ärzte – geschützt, sagte SGC-Präsident Schmid.

«Die Chirurgen verpflichten sich zu ausschliesslich chirurgisch begründeten Eingriffen», sagte SGC-Präsident Ralph Alexander Schmid. Auch die Weitervermittlung und Zuweisung von Patienten dürfe nicht durch finanzielle Interessen motiviert sein.

Keine Vermittlungsprovision unter Ärzten

So soll ein Arzt beispielsweise keine Provision erhalten, weil er einen Patienten an einen anderen Arzt vermittelt hat. Ein solches Vorgehen untergrabe die freie Arztwahl, so die SGC.

Mit der Charta greifen die Chirurgen ein Tabuthema auf: «Die Balance zwischen Medizin und Ökonomie droht in Schieflage zu geraten», sagte Schmid. Die SGC forderte ihre Mitglieder auf, die Charta «auch zum eigenen Schutz» zu unterzeichnen.