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Schweiz Coop und Hilcona entsorgen Fertigprodukte mit Pferdefleisch

Hersteller Hilcona und Coop vernichten die Fertigprodukte, die Pferdefleisch enthalten. Das zeigen Recherchen von «10vor10». Beide sagen, das Lebensmittelrecht zwinge sie dazu. Auch die Abgabe an Bedürftige sei nicht möglich. Die Sozialwerke Pfarrer Sieber sprechen von einem «Skandal».

Legende: Video Pferdefleisch-Fertigprodukte werden vernichtet abspielen. Laufzeit 2:05 Minuten.
Aus 10vor10 vom 22.02.2013.

Hersteller Hilcona und Grossverteiler Coop haben heute beide gegenüber «10vor10» erklärt, die Fertigprodukte mit undeklariertem Pferdefleisch zu entsorgen. Das Lebensmittelrecht zwinge sie dazu. Hilcona hatte noch gestern geprüft, die Produkte an bedürftige abzugeben.

Auch Coop wollte die Vernichtung verhindern. Doch heute schreibt der Grossverteiler: «Weil die vom Gesetz geforderte Rückverfolgbarkeit aufgrund der kriminellen Machenschaften nicht über die gesamte Lieferkette möglich ist, kann Coop die Produkte nicht an Dritte abgeben.»

«Formaljuristisch korrekt, moralisch ein Skandal»

Christoph Zingg von Sozialwerke Pfarrer Sieber sagt, er würde solche Produkte gerne an Bedürftige verteilen. «Ich bin sicher, dass diese Gerichte auch gegessen würden», so Zingg.

Er kann den Entscheid des Herstellers und des Grossverteilers nicht verstehen: «Formaljuristisch mag der Entscheid korrekt sein. Aber moralisch ist es ein Skandal», so Zingg. «Das man diese Lebensmittel einfach einstampft, das geht doch nicht», so Zingg.  

Kantonschemiker versteht Coop

Der Basler Kantonschemiker Philipp Hübner hat den Grossverteiler Coop beraten. Er sagt, es müsse genau rückverfolgbar sein, woher das Fleisch komme.

«Offenbar hat die Rückverfolgbarkeit bis zum Schlachthof nicht funktioniert.» Deshalb verstehe er den Entscheid von Coop, kein Risiko einzugehen. Auch die anderen betroffenen Detailhändler vernichten die Produkte mit undeklariertem Pferdefleisch.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von C.E.C.Yeager, Schweiz
    Das ist unffassbar!! Das ist der definitief GAU aller Lebensmittelskandale. Unethischer gehts ja wohl kaum mehr. TITELSEITE/SCHLAGZEILE: CH Lebensmittelrecht entscheidet bedürftige Menschen verhungern zu lassen!!!
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Freude herrscht,es hat wieder ägypt.Billigkartoffeln in den Regalen,chin.+austr.Knoblauch,wohl schon israel.Erdbeeren uvam!Viel schönes Gemüse, Beeren-+Früchte aus Südländern,in rauhen Mengen für uns arme Nordländer unter hohem Wasserverschleiss angebaut,weil wir nicht imstande sind,mit unsren eigenen Wintersaisongemüsen+Lagerfrüchten,trotz grosser Auswahl zufrieden zu sein.Sinkende Grundwasserspiegel,sinnlose Transporte u.a.ökol.Unsinn-egal,Hauptsache,wir erhalten rund ums Jahr alles...
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  • Kommentar von Hans Auswander, Phuket Thailand (ex CH)
    Ich frage mich immer mehr, was für Dilettanten in der Schweiz am Werk sind. Absolut geniessbare Lebensmittel zu "entsorgen" ist ein weiteres Werk der überregulierten Schweiz.
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Es geht wohl auch um die Rückstände entzündungshemmender Medikamente, welche im Fleisch gefunden wurden. Diese werden bei Pferden oft gespritzt vor Sportanlässen, Transporten usw. Und ganz so harmlos sind sie nun auch wieder nicht, besonders dann nicht, wenn Leute Medikamente nehmen, die dann Wechselwirkungen hervorrufen oder sich kumulieren können.
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    2. Antwort von C.E.C.Yeager, Schweiz
      @Beppie Hermann, Bern, Sonntag, 24.02.2013, 07:16 Wenn dem so wäre müssten die Rückstände auch tasächlich gefährlich sein, und die Grenzwerte für Fleisch sprengen. Minimalste Rückstände finden sich beinahe in jedem Fleisch, manchaml sogar im Bio-Fleisch. Kann ja nicht angehen das man eine Wunde nicht desinfizieren/behandeln darf.
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