Zum Inhalt springen

Header

Video
Der Einfluss der Schulschliessungen auf die Fallzahlen
Aus Tagesschau vom 10.01.2021.
abspielen
Inhalt

Corona-Massnahmen Neue Studie: Schulschliessungen helfen doch bei Corona-Eindämmung

Eine neue Studie kommt zum Schluss, dass es doch Sinn machen könnte, Kinder und Lehrpersonen nach Hause zu schicken. Dadurch sinkt die Mobilität der Bevölkerung beträchtlich.

Noch vor kurzem ist die Frage, ob geschlossene Schulen helfen, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, in der Schweiz mit Nein beantwortet worden.

Eine neue Studie, die heute in der «Sonntagzeitung» veröffentlicht worden ist, zeigt nun aber ein anderes Bild. Die Untersuchung der ETH Zürich, Link öffnet in einem neuen Fenster hat die Mobilitätsdaten der Schweizer Wohnbevölkerung vom Frühling 2020 mit denjenigen vom Frühling 2019 verglichen. Anhand anonymisierter Handydaten untersuchten die Forschenden, welche konkrete Massnahme die Mobilität in der ersten Welle wie stark reduziert hat.

Mobilität um über 20 Prozent gesunken

Das Resultat: Durch die Schulschliessungen wurde die Mobilität Mitte März um über 20 Prozent gesenkt. Nur zwei Massnahmen haben die Bewegungen noch stärker eingeschränkt: die Schliessung von Restaurants, Bars und Geschäften sowie das Versammlungsverbot für mehr als fünf Personen.

Mit den Schliessungen der Schulen blieben nämlich auch die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Eltern vermehrt zu Hause, sagt Studienleiter Stefan Feuerriegel. «Mit unserer Studie können wir zum ersten Mal die gesamte Kette abbilden. Um dann Einzelmassnahmen einen Wert zu geben und Empfehlungen darüber treffen, wie viel Mobilität reduziert werden müsste, um die Fallzahlen in einem gewünschtem Bereich zu behalten.»

Epidemiologen und Lehrer sind zurückhaltend

Trotz dieser Studienergebnisse: Für die oberste Lehrerin der Schweiz sind Schulschliessungen – zumindest auf Primarstufe – keine erstrebenswerte Massnahme: «Wir haben festgestellt, dass rund ein Drittel der Schüler im Fernunterricht im Frühjahr wenig bis nichts gelernt hat. Dieser Umstand hat uns grosse Sorgen bereitet», sagt Dagmar Rösler, Präsidentin des Dachverbandes Lehrerinnen und Lehrer Schweiz.

Und selbst in Epidemiologen-Kreisen gibt man sich bei möglichen Schulschliessungen zurückhaltend. Arzt und Epidemiologe Didier Pittet betont: «Die Schliessung von Schulen ist eine sehr schwierige Entscheidung und birgt auch das Risiko einer sozialen und wirtschaftlichen Krise.»

Ich fände es angebracht, wenn man Lehrpersonen auch zur Personengruppe zählen würde, die ein Impfprivileg erhalten.
Autor: Dagmar RöslerOberste Lehrerin der Schweiz

Statt Schulen zu schliessen, zieht Dagmar Rösler eine Alternative mit ein: «Lehrerinnen und Lehrer absolvieren einen systemrelevanten Beruf. Deshalb fände ich es angebracht, wenn man Lehrpersonen auch zur Personengruppe zählen würde, die ein Impfprivileg erhalten. Dass sich Lehrpersonen also demnächst impfen lassen könnten, wenn sie das wollen.»

Der Effekt einer solchen Massnahme bedarf wohl bereits der nächsten Studie.

Tagesschau, 10.01.2021, 19:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

206 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Daniela Brunner  (DanielaB)
    Also ich finde ab der Berufsschule bitte online. Oberstufe teilweise online. Primarschule Präsenzunterricht. Die verursachen auch nur 10 Minuten Fussweg in Bezug auf die Mobilität. Und die Elter können so oder so Homeoffice machen und zu Hause bleiben, wenn es verordnet wird.
  • Kommentar von Andreas Hug  (AndiHug)
    Die Schulschliessungen dämmen vielleicht das Virus kurzfristig ein, aber die Folgeschäden werden Langfristig sein.
  • Kommentar von Markus Kotthaus  (Alcheringa)
    Für unsere Kinder ist es jetzt schon ein verlorenes Jahr.
    Keine Freunde treffen, nicht ausgehen können und keine schönen Ferien.
    Lassen sie bitte die Schule auf!!!
    Das wenigstens das Lerndefizit nicht so gross wird.
    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Kein Jahr ist ein verlorenes Jahr, es gibt lediglich gute und weniger gute Jahre. Das gehört nun mal zum Leben auch für die Jungen, ob es ihnen passt oder nicht. Das Leben besteht nicht nur aus Party und Ferien.