Zum Inhalt springen

Header

Video
Herdenimmunität wird immer unrealistischer
Aus 10 vor 10 vom 07.04.2021.
abspielen
Inhalt

Corona-Pandemie Wegen Mutationen: Herdenimmunität wird immer unrealistischer

Die Wissenschaft zweifelt zunehmend, ob sich Herdenimmunität überhaupt erreichen lässt. Was heisst das für die Zukunft?

Im Impfzentrum Winterthur: Die Impfaktion läuft auf Hochtouren – soweit dies mit dem vorhandenen Impfstoff möglich ist. Rund 400 Seniorinnen und Risikopatienten können derzeit täglich gegen Corona geimpft werden.

Die 77-jährige Crista Schlegel ist eine von ihnen. Mit der Impfung verbindet sie grosse Hoffnungen: «Ich möchte wieder mit meinen Enkelkindern zusammen sein, ohne Angst zu haben und wieder mehr Leute treffen.»

Normalität – die wünschen sich viele zurück. Ein Wunsch, der mit der sogenannten Herdenimmunität einhergeht. Am Anfang der Pandemie sind viele Forschende davon ausgegangen, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung gegen Corona immun sein müssten, damit sich das Virus nicht mehr ausbreiten kann.

Mutationen erschweren Eindämmung des Virus

Doch in der Zwischenzeit rechnen viele Expertinnen und Experten mit einem nötigen Immunisierungswert von mindestens 80 Prozent. Hauptgrund dafür sind die zahlreichen Corona-Mutationen, die in der Zwischenzeit entstanden sind. Es wird somit zunehmend schwierig, die Herdenimmunität zu erreichen.

«Immer mehr Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zweifeln daran, dass das noch ein realistisches Ziel ist», sagt auch SRF-Wissenschaftsredaktorin Katrin Zöfel: «Für die Schweiz, oder auch ganze Regionen in Europa, ist Herdenimmunität bei Corona wohl ein Zustand, den man immer wieder für eine Zeit erreicht, aber dann verliert sich das auch wieder.»

Das Virus werden wir nicht mehr los.
Autor: Christoph BergerEidgenössische Kommission für Impffragen

Grund sei, dass neue Varianten eingeschleppt würden oder die Immunität bei Geimpften und Genesenen wieder nachlasse. Ein komplettes «Ausrotten» von Corona wird so verunmöglicht.

Eine mögliche Lösung: regelmässige Impfungen

Auch Christoph Berger, Leiter der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, ist überzeugt: «Das Virus werden wir nicht mehr los. Langfristig werden wir aber weniger starke Krankheitsfälle und weniger Hospitalisationen sehen.» Eine Konsequenz daraus könnten beispielsweise regelmässige Impfungen gegen Corona sein – wie es sie heute auch gegen Influenza-Viren gibt.

Zurück ins Impfzentrum in Winterthur: Auch Pensionär Robert Bosshardt aus Schlatt bei Winterthur/ZH hat soeben die erste Impfung bekommen. Auf die neuen Szenarien zum Ausgang der Pandemie sagt er: «Wir werden uns da halt reinschicken müssen. Vor allem für die Jungen und Berufstätigen dürfte das schwieriger werden.»

Video
Christoph Berger: «Es braucht 80 bis 90 Prozent immune Menschen»
Aus 10 vor 10 vom 07.04.2021.
abspielen

10vor10, 07.04.2021, 21:50 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

120 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rochus Schmid  (Rochus Schmid)
    Die bis 50jährigen hätten meist nichts oder wenig von der Krankheit gespürt und wären deshalb auch nicht ins Spital gekommen. Damit hätten wir aber schon einen „Puffer“ von ca. 60% der Bevölkerung „natürlich geimpft“ gehabt.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Der %-Satz an "Long COVID" und anderen Komplikationen ist einfach zu hoch. Die natürliche "Herdenimmunität" dauert viel zu lange und kommt uns viel zu teuer.
  • Kommentar von Mattias Derungs  (Mattias Cristian Derungs)
    Dass die Herdenimmunität immer unrealistischer wird, hätte man eigentlich schon lange voraussehen können! Solange man Grenzübertritte an der Landesgrenze und den Flughäfen nicht einschränkt und konsequent kontrolliert, muss man sich im Nachhinein auch nicht darüber wundern, wenn neue Varianten von Virus-Mutationen zunehmend eingeschleppt werden, sich innerhalb des Landes auf die gesamte Bevölkerung verteilen und wiederum andere Viren zurückdrängen! Selbiges gilt ebenso für die EU-Aussengrenzen!
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Solange die Impfungen auch gegen die Varianten wirken spielt das eigentlich keine grosse Rolle.
  • Kommentar von Richard Meier  (meierschweiz)
    "Die Wissenschaft zweifelt zunehmend" steht da geschrieben. Was für ein sprachlicher Unsinn: Wenn schon sind es Wissenschafter/-innen (und davon wohl nur einzelne), die daran zweifeln. Das ist, wie wenn man schreiben würde: "Die Kochkunst ist am Ende" - dabei hat einfach eine einzelne Köchin die Suppe versalzen.
    1. Antwort von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
      Herrlich, Herr Meier! Danke! Aus wissenschaftlicher Sicht hat jemand die Suppe versalzen! ^^