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Soll man die Pandemie laufen lassen?
Aus 10 vor 10 vom 10.01.2022.
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Covid-Massnahmen Durchseuchen? Die Debatte ist lanciert

Die Skiparty vom Weltcup am Wochenende sorgt für Kontroversen: Darf man auf so engem Raum feiern, während gleichzeitig die Omikron-Welle grassiert? «10vor10» hat Fachleute befragt: «Dürfen wir die Covid-Massnahmen in den Wind schlagen»? Fazit: Jetzt bloss nicht übermütig werden.

Die Bilder machten Schlagzeilen – Adelboden und zahlreiche Skifans waren ausser Rand und Band. Tausende feierten auf den Rängen eine rauschende Party, als hätte es nie eine Pandemie gegeben. Ausländische Skistars wie der Österreicher Manuel Feller wunderten sich: «Die Schweizer gehen einen etwas anderen Weg. Sie versuchen, an einem Wochenende alles zu durchseuchen.»

Am Wochenende schlugen Sachverständige wie Epidemiologe Marcel Salathé vor, Schnelltests abzugeben und tägliches Testen, um die Quarantänepflicht abzuschaffen.

Grundtenor: Massnahmen weiterführen

Derzeit grassiert die Omikron-Variante, die nach bisherigen Erkenntnissen zwar mildere Symptome hervorruft, jedoch als ansteckender gilt. Immer mehr Menschen, in der Schweiz rund zwei Drittel, sind geimpft und geboostert. Stellt sich also die Frage, ob Maskenpflicht, Distanz halten und Impfen noch zwingend nötig sind, wenn Omikron fast ohnehin die ganze Bevölkerung treffen kann.

Wir müssen in dieser Situation verhindern, dass wir zu viele Fälle gleichzeitig haben. Sonst kommt das öffentliche Leben zum Stillstand.
Autor: Jan Fehr Infektiologe Universität Zürich

Ein Forscher befürwortet eine vollständige Aufhebung der Massnahmen. 6 Sachverständige sprechen sich dagegen aus. «Es ist wichtig, dass wir die Flinte nicht ins Korn werfen, sondern die Massnahmen weiterführen», sagt Jan Fehr, Infektiologe an der Universität Zürich. «Wir müssen in dieser Situation verhindern, dass wir zu viele Fälle gleichzeitig haben. Sonst kommt das öffentliche Leben zum Stillstand.»

«Nicht auf Durchseuchung hinzielen»

Gegen jegliche Lockerung spricht sich auch Marc Kaufmann aus. Er leitet die «Residenz au lac» in Biel-Bienne, ein Alterszentrum mit 99 Wohnungen und 50 Pflegeplätzen. «Wir wissen noch sehr wenig über Omikron. In unserem Bereich, wo wir Hochrisiko-Kunden haben, kann es nicht sein, auf eine Durchseuchung hinzuzielen», so der Direktor. «Wir müssen die Immunität mit der Impfung erreichen und gleichzeitig die Schutzmassnahmen aufrechterhalten.»

Wir wissen noch sehr wenig über Omikron. In unserem Bereich, wo wir Hochrisiko-Kunden haben, kann es nicht sein, auf eine Durchseuchung hinzuzielen
Autor: Marc Kaufmann Leiter Alterszentrum

Auf die Frage von SRF, ob ein Shutdown nötig sei, um Ansteckungen mit Omikron zu verhindern, antwortete eine Fachperson mit Ja, drei halten einen Shutdown nicht für nötig. Drei gaben keine oder keine eindeutige Antwort.

Zudem wollte «10vor10» wissen: Sind Grossveranstaltungen weiterhin vertretbar? Darauf antworteten 4 Expertinnen mit Ja. 2 Fachleute halten solche Events derzeit nicht für angebracht. Eine Anschrift blieb unbeantwortet.

Noch kein Ende der Pandemie in Sicht

Fehr spricht sich ebenfalls gegen Mega-Anlässe aus, weil sie keinen Sinn machten. Allerdings seien Shutdowns nicht die richtige Lösung. Wichtig sei Augenmass: Weder sollte man zu stark einschränken, noch zu schnell öffnen. Die Omikron-Variante schaffe eine neue Situation. «Entscheidend wird sein, dass wir gut geschützt sind, wenn die Welle kommt. Wichtig ist die Impfung oder dass wir genesen sind. Ganz besonders zählt der Booster, damit wir die Zeit, in der Omikron nun so häufig auftritt, unbeschadet überstehen können.» Ein Ende der Pandemie scheint noch nicht in Sicht.

10vor10, 10.01.2022, 21.50 Uhr

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337 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, wir bedanken uns für die angeregte Diskussion und wünschen eine gute Nacht. Bis morgen!
  • Kommentar von bettina broenimann  (Bettj)
    Also, wieso soll man sich impfen lassen, wenn man dann doch im Spital landet? Sie alle wissen hoffentlich auch, dass die Impfnebenwirkungen gross sind, auch wenn sie in den Statistiken des BAG nie richtig nachgetragen werden. Aber nur weil SRF und Blick nicht darüber schreiben, heisst es nicht, dass sie nicht existieren.
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @bettina broenimann Guten Abend Frau Broenimann. Sowohl wir bei SRF News als auch die Kollegen und Kolleginnen vom Blick haben regelmässig über die unerwünschten Nebenwirkungen der Impfung berichtet, unten folgt jeweils ein Beispiel. Zudem werden die unerwünschten Nebenwirkungen von Swissmedic regelmässig und transparent publiziert:
      https://www.swissmedic.ch/swissmedic/de/home/news/coronavirus-covid-19/covid-19-vaccines-safety-update-10.html
      https://www.srf.ch/news/international/nebenwirkung-der-covid-impfung-deshalb-setzen-schweden-und-finnland-moderna-impfungen-aus
      https://www.blick.ch/schweiz/bei-11-mio-verabreichten-dosen-nur-2978-meldungen-von-schwerwiegenden-impf-nebenwirkungen-id16911791.html
      Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Peter Stauffacher  (Peter Stephan Stauffacher)
    Heute haben die Fachleute des Bundes endlich einmal Klartext geredet bezüglich der Durchseuchung, ohne den Schuss Panik welche immer mitgeschwungen ist.
    Nach der Einsicht geht es ja plötzlich doch das Thema abzuhandeln anstatt störrisch Panik zu verbreiten.
    Man hätte dies besser schon lange gemacht, statt dem ganzen Massnahmenwahnsinn. Aber besser spät als Massnahmen in alle Ewigkeit.
    1. Antwort von Toni Koller  (Tonik)
      Der "Schuss Panik" fällt nun weg, weil Omikron klar weniger schwere Krankheitsverläufe verursacht. Bei früheren Varianten war das anders. Und ob es mit 20'000 und mehr täglich registrierter Omikron-Ansteckungen bei einer tragbaren Zahl von Spitaleinweisungen bleibt, wird man sehen. Den (vergleichsweise harmlosen) sogenannten "Massnahmenwahnsinn" sollte man jedenfalls nicht Hals über Kopf aufgeben. Sonst könnte es für die Gesundheitseinrichtungen bald wahnsinnig unangenehm werden.