CVP als Treiber bei der Rentenreform?

Der Bundesrat möchte die Altersvorsorge grundsätzlich reformieren. Die Vorschläge dazu wurden in dieser Woche präsentiert. Versicherungen und Parteien reagierten pikiert auf die angedachten Änderungen. Doch es gab und gibt auch Ausnahmen.


Christophe Darbellay, CVP-Parteipräsident

28 min, aus Samstagsrundschau vom 23.11.2013

Christophe Darbellay ist so eine Ausnahme. Und mit ihm die CVP. Er und seine Partei unterstützen die Reformpläne rückhaltlos, so Parteichef Darbellay in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Er finde das gut und sehe sich und seine Partei bei diesem Thema in einer wichtigen Rolle.

Freundliche Worte findet der CVP-Präsident für SP-Bundesrat Alain Berset. Es sei richtig, dass der Bundesrat ein Gesamtpaket für die Rentenreform präsentiert habe, und eben nicht nur einzelne Elemente. «Das ist eine neue Gangart.» Aber nur so habe man eine Chance, sagt Christophe Darbellay in der «Samstagsrundschau».

Reform: Alles auf einmal oder besser in Etappen?

Rentenalter 65 für Frauen, eine höhere Mehrwertsteuer und ein tieferer Umwandlungs-Satz bei den Pensionskassen – so will der Bundesrat die Altersvorsorge sichern.

Die grössten Parteien sind sich nicht einig, ob die Reform als Gesamtpaket oder in Etappen angegangen werden soll. Der Schweizerische Versicherungsverband nennt die avisierte Umsetzung voreilig. Gewerkschaften monieren die Senkung des Umwandlungssatzes.

CVP: Keine Alternative zu vorgeschlagener Reform

Das Gesamtpaket sei ausgewogen, findet der CVP-Präsident. Allerdings müsse man jetzt noch viel Überzeugungsarbeit leisten. «Im Moment ist nur die CVP für dieses Paket.»

Nicht einmal die SP, die Partei von Bundesrat Berset, bekenne sich klar zu den Reformvorschlägen, kritisiert Darbellay. Es gebe aber keine Alternative, wenn man langfristig ein finanziell gesundes Rentensystem wolle.