Cyberattacken gegen die Schweiz

Der Bund rüstet sich gegen digitale Angriffe – mit viel Geld. Mit jährlich acht Millionen Franken will er die Abwehr gegen Internetkriminelle verbessern.

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0:00 min, vom 18.10.2017

Bis 2017 soll die Bundesverwaltung 38 neue Stellen für die Abwehr von Cyberattacken erhalten. Zusätzlich sind 21 neue Stellen für die Armee geplant. Dies geht aus einem unveröffentlichten Planungsdokument des Bundesrats hervor, welches der «Rundschau» vorliegt.

In der Bundesverwaltung sowie in der Armee sind gemäss dem Dokument zurzeit nur je 14 Spezialisten für das Abwehren von Hacker-Angriffen aktiv. Das ist der Stand vom Sommer 2012. Das interne Papier gehört zur Analyse des Bundesrats «Nationale Strategie zum Schutz vor Cyber-Risiken 2012».

Die Analyse hatte gezeigt, dass der Bund ungenügend gegen Hacker-Angriffe geschützt ist und Fachbereiche zu wenig Personal haben. Eine Umsetzung der nationalen Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyberrisiken kostet laut dem Planungsdokument jedes Jahr mindestens acht Millionen Franken. Der Bundesrat will diesen Sommer über konkrete Massnahmen entscheiden, das Parlament bis Ende Jahr.

Zehntausende Viren pro Tag

Pro Tag bedrohen 40‘000 bis 50'000 neue Computer-Viren die Schweizer Wirtschaft und die Bundesämter. Das erklärt Serge Droz, Leiter der Security Abteilung «Switch». Dies ist eine Stiftung, die im Auftrag des Bundes die Internet-Adressen vergibt.

Die meisten Angriffe seien harmlos, so Droz weiter. Aber immer wieder würden hochgefährliche Viren auftauchen, die ganze Netzwerke lahmlegen könnten. 

Auch Peter Fischer, der oberste Verantwortliche bei der Bundesverwaltung für die Umsetzung der Cyber-Strategie, bestätigt in der «Rundschau» die Zunahme von Hacker-Attacken: «Die Anzahl der spezialisierten Angriffe nimmt zu, das ist eine Industrie geworden.»