Das Auto für den Beruf

Mit dem Auto fahren die Schweizerinnen und Schweizer heute mehrheitlich für den Beruf. Das zeigt eine neue Studie. Vor gerade einmal zehn Jahren überwog noch der private Gebrauch.

Blick von oben auf zahlreiche graue und schwarze Autos auf einem Platz.

Bildlegende: Vor zehn Jahren nutzten Schweizer das Auto zu 70 Prozent hauptsächlich privat – heute noch zu 44 Prozent. Reuters

Nur noch 44 Prozent der stimmberechtigten Schweizerinnen und Schweizer nutzen das Auto hauptsächlich privat. Das hat eine Befragung des Forschungsinstitutes gfs.bern im Auftrag von Auto-Schweiz, der Vereinigung der Schweizer Automobilimporteure, ergeben. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei 70 Prozent. Dies heisse aber nicht, dass privat weniger gefahren werde. «Vielmehr ist die berufliche Nutzung überdurchschnittlich gewachsen», schreiben die Studienautoren. Sie liegt nun bei 55 Prozent.

Die Studie, für die gfs.bern im letzten Mai 1010 Stimmberechtigte befragte, zeigt ausserdem, «dass die eminente Stellung des Autos abnimmt». Heute gilt das Auto noch für rund zwei Drittel der Befragten als unverzichtbar. Bei der letzten Erhebung 2012 waren es drei Viertel gewesen.

Zugenommen hat die Bereitschaft zum Teilen des Fahrzeugs: Während sich bei der Umfrage 2009 nur gut ein Drittel der Befragten Carsharing vorstellen konnte, sind es nun 56 Prozent.

Energieeffizienz im Trend

Gestiegen ist auch der Zahl derer, die sich ein energieeffizientes Antriebssystem für ihr Auto vorstellen können: Sie beträgt 68 Prozent. Nur noch 17 Prozent haben keinen entsprechenden Bedarf. Zudem sind 81 Prozent damit einverstanden, wenn energieeffiziente Autos bei den Steuern begünstigt werden.

Über die Hälfte der Befragten kann sich vorstellen, dass der Bund weniger für den Strassenverkehr zahlt. Auch das Roadpricing hat an Zustimmung gewonnen: Im Vergleich zur Umfrage 2012 ist sie um 29 Prozentpunkte auf 57 Prozent gestiegen.

Schwer zu fassender Unmut

In der aktuellen Umfrage gaben 71 Prozent an, dass Autofahrer ungebührlich hohe Abgaben zahlen würden. 56 Prozent sind gegen eine Querfinanzierung der verschiedenen Verkehrsträger. Laut den Forschern ist dieser Unmut jedoch «uneinheitlich und schwer zu fassen». Denn mit der Verteilung der Gelder zwischen Strasse und Schiene ist die Mehrheit der Befragten einverstanden.

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