«Das dürfen wir nicht hinnehmen»

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga zeigt sich in einer Stellungnahme gegenüber SRF schockiert über das Flüchtlingsdrama in Österreich. Die Bundespräsidentin fordert, dass das Dublin-System mit Massnahmen ergänzt wird. Dazu gehöre, dass 20'000 Flüchtlinge direkt nach Europa reisen können.

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«Das sind unerträgliche Bilder»

1:46 min, vom 28.8.2015

Sie sei «zutiefst erschüttert» über den schrecklichen Fund von 71 toten Flüchtlingen in einem Lastwagen in Österreich am Mittwoch, betont Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga. Dass sich ein solches Ereignis mitten in Europa abspiele, sei nicht hinnehmbar.

«Ausserordentliche Situation»

Für Sommaruga verdeutlicht das Flüchtlingsdrama in Österreich, dass auch «Migranten Menschen sind und jeder Mensch, und zwar jeder einzelne, das Recht auf Schutz und Würde hat – und zwar immer und überall.»

Für die Bundespräsidentin ist klar, dass nun alle europäischen Staaten gefordert sind. Gegenwärtig handle es sich um eine «ausserordentliche Situation», welche eine Stärkung des Dublin-Systems erfordere.

Direkte Einreise zum Schutz der Flüchtlinge

Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Verteilschlüssel sei die eine wichtige Ergänzung zum Dublin-System. Gleichzeitig stünde der Beschluss im Vordergrund, dass 20'000 Flüchtlinge direkt nach Europa reisen können. Diese direkte Einreise sei von Bedeutung, damit sich die Flüchtlinge «nicht den Schmugglern ausliefern müssen».

Sommaruga erinnert in diesem Zusammenhang an den Beschluss des Bundesrates vom März dieses Jahres: Demnach sollen 3000 syrische Flüchtlinge in den nächsten drei Jahren direkt in die Schweiz einreisen können.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Schlepper von LKW-Drama festgenommen

    Aus Tagesschau vom 28.8.2015

    Drei der mutmasslichen Schlepper des in Österreich gefundenen Lastwagens wurden gefasst. Aus dem LKW sind die Leichen von 71 Flüchtlingen geborgen worden. Einschätzungen von SRF-Sonderkorrespondent Erwin Schmid in Eisenstadt.

  • FOKUS: Flüchtlingsdrama in Österreich

    Aus 10vor10 vom 27.8.2015

    In Österreich wurde am Donnerstagmittag ein tragischer Fund gemacht: In einem Lastwagen am Rande einer Autobahn wurden bis zu 50 Leichen entdeckt. Es wird davon ausgegangen, dass es sich bei den Toten um Flüchtlinge handelt. Die genaueren Umstände ihres Todes sind derzeit noch unklar. Mit Einschätzungen von SRF-Sonderkorrespondent in Österreich, Erwin Schmid.

  • FOKUS: Das Millionengeschäft der Schlepper

    Aus 10vor10 vom 27.8.2015

    Auf ihrem Weg nach Europa in ihr Wunschland bezahlen Flüchtlinge oft Schlepper, um ihrem Ziel ein Stück näher zu kommen. Das Geschäft mit den Flüchtlingen ist lukrativ. Die Tragödie in Österreich zeigt jedoch einmal mehr, wie grausam die Schlepper vorgehen können.