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Schweiz Das grosse Problem mit den Neat-Anschlüssen

Der Ausbau des Gotthard-Basistunnels geht planmässig voran. Aber mit den Anschlüssen gibt es Probleme. Das stellt die Neat-Aufsichtsdelegation des Parlaments fest.

Eine Neat-Baustelle.
Legende: In der Schweiz gehen die Bauarbeiten voran – im Ausland gibt es Verzögerungen. Keystone

In der Schweiz kommt das Grossprojekt Neat voran, im Ausland hapert es mit den Zugangsstrecken. Auf deutschem Gebiet sind zahlreiche Ausbauprojekte blockiert. Allein im Bereich Offenburg sind 178'000 Einsprachen hängig. Das hält die Neat-Aufsichtsdelegation (NAD) in ihrem Jahresbericht fest.

Werden alle Forderungen gutgeheissen, könnte dies zu Mehrkosten von 1 Milliarde Franken führen. Hinzu kommt das Risiko erheblicher Projektverzögerungen wegen fehlender Finanzierungen, wie die NAD schreibt. Den Zeitplan, Kapazitätserhöhungen auf der Rheintalstrecke bis 2025 umzusetzen, hält sie für «optimistisch».

4-Meter-Korridor

Auch im Süden harzt der Ausbau der Zufahrtsstrecken zur Neat. Damit die nötigen Profilanpassungen für den 4-Meter-Korridor und andere Ausbauten überhaupt angepackt werden, hat das Parlament Ende letzten Jahres 280 Millionen Franken für Arbeiten in Italien gutgeheissen. Für den Bau des gesamten 4-Meter-Korridors sprach es einen Kredit von insgesamt 990 Millionen Franken.

Das Gesetz, das den Bau und die Finanzierung des Korridors vorsieht, hat der Bundesrat auf den 1. Juni in Kraft gesetzt, wie das Bundesamt für Verkehr mitteilte. Dieses sieht vor, dass der Gotthard-Korridor im Jahr 2020 mit Sattelaufliegern befahrbar ist.

Termin- und Kostenrisiken

Ein weiteres Sorgenkind im Süden ist der Ceneri-Basistunnel. Das Bundesverwaltungsgericht hat im April zwei Vergabeentscheide für die Bahntechnik aufgehoben. Die beiden Lose müssen nun neu ausgeschrieben werden, was laut NAD mit grossen Termin- und Kostenrisiken verbunden ist. Ob der Ceneri-Basistunnel wie geplant 2019 in Betrieb genommen werden könne, hänge vom weiteren Verlauf des Vergabeverfahrens ab, heisst es im Bericht.

Beim Gotthard-Basistunnel hingegen sind die Arbeiten auf Kurs. Die Inbetriebnahme ist auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2016 geplant. Dieses Jahr will die SBB über das konkrete Fahrplanangebot entscheiden, noch im Mai soll der Vergabeentscheid für die Beschaffung neuer Triebzüge für die Gotthardstrecke fallen.

Mit den weiteren Baufortschritten lassen sich auch die Kosten für die Neat immer genauer abschätzen. Weil die Risiken immer geringer werden, hat das Bundesamt für Verkehr 2013 den Risikozuschlag gesenkt, womit sich die Kostenprognose um 185 Millionen Franken reduziert hat. Nach derzeitigem Stand dürfte die Neat damit insgesamt 18,5 Milliarden Franken kosten.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    Das Signal des schwachen Bundesrates wurde aufgenommen. Nur zuwarten und nicht investieren dann fliesst das Geld der dummen Steuerzahler der Schweiz.
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  • Kommentar von M. Keller, Thurgau
    Auch hier wieder nichts über das sogenannte "europäische Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetz", bei dem sich die CH mit der NEAT beteiligt. Wie alle Staaten die sich beteiligen, sollte auch die CH ursprünglich eine Kostenübernahme durch die EU erhalten. Dies wurde so auch im ursprünglichen Landverkehrsabkommen genannt "Transitverkehrsabkommen" (seit 2007 still und heimlich verschwand die Passage aus den Verträgen) so festgehalten. Keine Zubringer, kein Geld. Soviel sind Verträge mit der EU wert.
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  • Kommentar von K. Räschter, Schweiz
    Wo sind denn da unsere Bundesräte (vorallem Doris Leuthard) und machen die EU auf die Einhaltung der Verträge für den Bahn-Ausbau in Italien und Deutschland aufmerksam? Diese sind vertraglich mit der Schweiz geregelt und müssen ebenfalls eingehalten werden, OHNE dass die Schweiz Geld zuschiesst wie für den Ausbau der Strecke nach Luino.
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