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Schweiz Das Haushaltslehrjahr gibt es auf dem Land wieder

Nicht alle Jugendlichen können oder wollen nach der Schule eine Lehre beginnen. Eine Alternative im Kanton Luzern heisst Agriprakti. Die Jugendlichen arbeiten ein Jahr lang in Haus, Hof und Garten. Seit drei Jahren führt der Bäuerinnen-Verband diese Klasse. Nun soll das Angebot vergrössert werden.

Junge Frau striegelt einen Kuhschwanz
Legende: Eine Auszubildende kämmt den Schwanz einer Kuh. Keystone/Archiv

Das klassische Haushaltslehrjahr wurde vor rund zehn Jahren abgeschafft, nicht nur im Kanton Luzern. Doch die Anfragen von jungen Frauen, und auch Bauernbetrieben versiegten nicht. Deshalb, sagt, Regula Bucheli, Präsidenin der Luzerner Bäuerinnen: «Die Stossrichtung war klar, wir sollen vorwärts machen.»

Rasch waren Bauernbetriebe gefunden, die Jugendliche aufnahmen, zügig waren die Plätze ausgebucht. Einen Tag Schule, vier Tage arbeiten im Haus, Garten oder Stall. «Das Zwischenjahr trifft den Nerv der Zeit bei den Jugendlichen. Sie erlernen selbstständig zu arbeiten. Sie lernen, Zeitvorgaben einzuhalten und Pünktlichkeit. Das wird nachher in der Arbeitswelt erwartet», sagt Bucheli.

Nun wollen die Luzerner Bäuerinnen expandieren. Sie wollen das Agriprakti auch in der Zentralschweiz anbieten, zusammen mit den Bäuerinnen in Uri, Schwyz, Nid- und Obwalden und Zug. Ursprünglich kam die Idee kam aus Bern. Vor zehn Jahren initiierte der Bäuerinnen- und Landfrauenverband ein Bildungsjahr Hauswirtschaft.

Nach dem Praktikum in die Lehre

Der grösste Erfolg ist für Christine Bühler, Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes: «Viele junge Leute können innerhalb dieses Jahres eine Lehrstelle finden.»

Ihr Verband habe grosses Interesse, dass die bestehenden Angebote in verschiedenen Kantonen noch ausgebaut würden, so Bühler. Denn es sei auch für Männer und Frauen mit Migrationshintergrund ein gutes Angebot: «Das ist eine gute Gelegenheit, unsere Mentalität kennenzulernen.

7 Kommentare

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  • Kommentar von R.Baumberger, Wahlen b.Laufen
    Mal abgesehen davon dass der anteil der Hauptberuflich Landw.-erwerbenden allein in der CH in den letzten 30 Jahren von knapp 6% auf sage und schreiben unter 2% der CH-gesammtbevölkerung eingedämmt wurde oder einfach für entbehrlich vorgespielt wurde,wird.Viele viele Lehrplätze macht Euch bereit und krempelt die ärmel hoch als billig Arbeitskraft.Siehe auch CH Landw.-GAV..... verehrtes srf ich sehe keinen Grund in dieser zeit zur Massenmedien maßlosen Übertreibungen.Siehe 20.J-hundert
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Gut, dass es dieses Angebot gibt. Mit Lehrplan 21 geht die Entwicklung in die Richtung, dass die Kinder möglichst früh mit beiden Beinen im Leben stehen sollten. Mit dem wachsenden Angebot auf dem Land in dem "Sie erlernen selbstständig zu arbeiten. Sie lernen, Zeitvorgaben einzuhalten und Pünktlichkeit" geht die reelle Entwicklung in den Schulen wohl in eine falsch Richtung.
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  • Kommentar von Elisabeth Hofer, Moudon
    Sehr erfreulich, dass das Haushaltlehrjahr auch wieder in der deutschsprachigen Schweiz an Bedeutung gewinnt. Im Kanton Waadt ist das Haushaltlehrjahr mit Berufsschule, auf kantonaler Ebene erhalten geblieben. Es ist gedacht als Zwischenjahr, dabei kann man beim Kochen und Haushalten auch noch französisch lernen. Ich hoffe, dass auch die welschen Mädchen diese Gelegenheit nutzen um deutsch zu lernen
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