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Legende: Video Martin Candinas CVP/GR: «So nah am Ziel wie heute war die Schweiz noch nie.» abspielen. Laufzeit 00:20 Minuten.
Aus News-Clip vom 11.09.2019.
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Das Kind ist geschaukelt Neo-Väter sollen zwei Wochen frei bekommen

  • Frischgebackene Papas sollen zwei Wochen Vaterschaftsurlaub erhalten. Dies entschied der Nationalrat nach einer eintägigen Monsterdebatte mit 58 Rednerinnen und Rednern.
  • Die grosse Kammer bevorzugte mit 129 zu 62 Stimmen den indirekten Gegenvorschlag des Ständerats zur Vaterschafts-Initiative.
  • Die Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» für vier Wochen Auszeit empfahl die grosse Kammer mit 120 zu 67 Stimmen zur Ablehnung.

«Die Initiative mit vier Wochen Vaterschaftsurlaub ist bereits der Kompromiss», machte Adrian Wüthrich (SP/BE) deutlich. Es sei der Mittelweg zwischen der heutigen Nulllösung und einem ausgebauten Elternzeitmodell: «Väter wollen heute nicht mehr nur Erziehungsassistenten und -praktikanten sein, sondern miterziehen.»

Legende: Video Adrian Wüthrich SP/BE: «Die Initiative ist bereits der Kompromiss» abspielen. Laufzeit 00:44 Minuten.
Aus News-Clip vom 11.09.2019.

Die Schweiz sei noch das einzige Land in Europa, dass weder einen Vaterschaftsurlaub noch Elternzeitmodelle kenne, so Wüthrich. Alles sei moderat finanzier- und organisierbar, analog der Absenzen durch Militärdienst.

Die Nulllösung

Nadja Pieren (SVP/BE) warb für die Ablehnung eines Vaterschaftsurlaubs in all seinen Varianten. Ein staatlich finanzierter Vaterschaftsurlaub sei zwar zwar auf den ersten Blick «nett», doch stelle er viele Beteiligte vor grosse Herausforderungen und würge von der Wirtschaft bereits gelebte Initiativen ab: «Folgen sind weniger Lohn für alle Arbeitnehmenden, mehr Staatsausgaben und ein grosser Bürokratieberg für Arbeitgeber, was im schlimmsten Fall Arbeitsplätze gefährdet.»

Legende: Video Nadja Pieren SVP/BE: «Firmen drohen Folgekosten von einer Milliarde Franken.» abspielen. Laufzeit 01:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 11.09.2019.

Vor allem Betriebe mit wenig Mitarbeitern seien betroffen, das für so kurze Zeit keine Ersatzmitarbeiter eingestellt werden könnten, warnte Pieren. Zu den direkten Kosten für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub von 225 Millionen kämen organisatorische Folgekosten der Unternehmen von einer Milliarde Franken.

Das System mit der Elternzeit

Ein zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub sei vertretbar, erklärte Christian Wasserfallen (FDP/BE) im Namen seiner Fraktion. Zu gleichen Kosten wäre nach seinen Worten aber auch das eigene Konzept mit 16 Wochen Elternzeit gewesen. Mit der freien Aufteilung von je acht Wochen für Frau und Mann, wobei bei Uneinigkeit die Frau 14 und der Mann zwei Wochen erhalten hätten. Leider sei mit der Absage des Parlaments an dieses Elternzeitsystem eine grosse Chance verpasst worden.

Legende: Video Christian Wasserfallen FDP/BE: «Mit dem Nein zur Elternzeit wurde eine grosse Chance verpasst.» abspielen. Laufzeit 01:12 Minuten.
Aus News-Clip vom 11.09.2019.

Der Kompromiss

Die Volksinitiative habe mit dem heutigen Tag ihren Dienst getan, erklärte Martin Candinas (CVP/GR). So nahe am Ziel für einen Vaterschaftsurlaub sei die Schweiz noch nie gewesen. Nun dürften keine Risiken mehr eingegangen werden. Der indirekte Gegenvorschlag sei mehrheitsfähig und mit zwei Wochen KMU-freundlich gestaltet.

Alle anderen Lösungen führen laut Candinas zu einem politischen Stillstand: «Ein Verzicht à la SVP ignoriert die Bedürfnisse der Familie. Eine Scheinlösung à la FDP mit Elternurlaub ist inkompatibel mit dem internationalen ILO-Übereinkommen über den Mutterschutz und damit nicht ehrlich. Und vier Wochen à la SP sind für die Wirtschaft nicht tragbar.»

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50 Kommentare

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  • Kommentar von Toni Aeberhard  (Bern36)
    Meine Frau hat seit 40 Tagen die Diagnose Brustkrebs.Wir haben und möchten keine Kinder.Wie viele Tage frei bekomme ich,damit ich sie ins Spital fahren kann = 0.Aber für die Familien können wir bezahlen.Ist das gerecht
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    1. Antwort von S. Platter  (S.Platter)
      Mein Beileid.
      Hat aber nichts in dieser Diskussion zu suchen. Stichwort Whataboutism.
      Gute Besserung an Ihre Frau!
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    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ S. Platter: Indirekt eben schon! Herr Aeberhard wirft das Thema in die Runde, dass wir immer mehr vom Staat umsorgt, beschützt und gehätschelt werden möchten und im Gegenzug immer mehr Selbstverantwortung abgeben; man nennt dies auch Nanny-Staat. Da sind gewisse Extremforderungen nach Vaterschafts-Urlaub schon beispielhaft. Eltern werden wir ja immer noch freiwillig. Wir müssen nicht, wenn es zuviel ist, wohingegen Herr Aeberhards Frau sicher nicht freiwillig krank wurde und Betreuung braucht.
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    3. Antwort von W. Pip  (W. Pip)
      Auch ich habe VErständnis für das Anliegen und finde ebenfalls, die Prioritäten sind falsch gesetzt. Kinder sind ein bewusster Entscheid, auch wirtschaftlich! Es ist nicht richtig, die Lasten immer mehr bzw, in solchem geradezu "Förderungsausmass" auf die Öffentlichkeit abzuwälzen, während Leute unverschuldet leer ausgehen! Das ist widerliche Klientelpolitik!
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    4. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      @Leu, sie sprechen vom Staat wie es ein anderes Wesen wäre. Der Staat sind wir, sie und ich, wir bilden eine Gemeinschaft und müssen auch unseren Teil beitragen. Hier ist ja die Stärke der Schweiz in vielen Belangen. Wer nicht mehr als die Schweiz ist für das bedingungslose Grundeinkommen geschaffen. Wir sollten mehr über diese Thema und diese Idee Anfangen zu Diskutieren, dann brauchen wir keinen solchen Extras mehr. Familien und Menschen fangen an sich in einem neuen Rahmen an zu entfalten.
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    5. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      @Leu, sie sprechen vom Staat wie es ein anderes Wesen wäre. Der Staat sind wir, sie und ich, wir bilden eine Gemeinschaft und müssen auch unseren Teil beitragen. Hier ist ja die Stärke der Schweiz in vielen Belangen. Wer nicht mehr als die Schweiz ist für das bedingungslose Grundeinkommen geschaffen. Wir sollten mehr über diese Thema und diese Idee Anfangen zu Diskutieren, dann brauchen wir keinen solchen Extras mehr. Familien und Menschen fangen an sich in einem neuen Rahmen an zu entfalten.
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    6. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Daniele Röthenmund: Gleiche Meinung! Gerade weil wir der Staat sind, müssen wir genau hinschauen, bevor wir umverteilen. Denn es könnte zu grossen Ungerechtigkeiten führen, wenn einige nur zahlen und andere nur erhalten. Beispiel: Paare welche freiwillig oder unfreiwillig keine Kinder haben (ich rede nicht von mir) bezahlen an Schulen, Krippen und Elternurlaub ohne davon zu profitieren. Zudem, ob man es will oder nicht, trägt jedes zusätzliche Kind v.a. in reichen Ländern zum Klimawandel bei.
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    7. Antwort von Shane O'Neill  (Diddleydoo)
      @Thomas Leu

      Ich kenne viele Kinderlose Paare die regelmässig in den Oper gehen oder andere "Kulturelle Anlässe" besuchen. Allesamt von Steuergelder mitfinanziert.

      Alle Profitieren von den Steuern, die einen hier, die anderen Dort.

      Die Idee, dass Paare ohne Kinder irgendwie weniger Last für die Gesellschaft sind ist hartknäckig. Wer trägt die Pflegekosten im Alter? Hmm? Paare die Kinder kriegen garantieren immerhin, dass irgendjemand Ihre Rente finanziert.
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    8. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Shane O'Neill: Richtig! Das ist eine weitere Umverteilung von Arm zu Reich und zu hinterfragen. So wie auch, dass die Kinder von reichen Eltern mit grösserer Wahrscheinlichkeit an einer unserer staatlichen Top-Universitäten für einen symbolischen Semesterbeitrag studieren. Während die Kinder von ärmeren Familien nach der Lehre voll steuerpflichtig werden und sich Weiterbildungen selber bezahlen müssen. Sie sehen, man muss die Dinge genau anschauen, bevor man anfängt umzuverteilen.
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    9. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Shane O'Neill: Ich kenne kein einziges Paar das Kinder zum Wohle der Gesellschaft, als zukünftige Rentenzahler, gezeugt hat. Alle Paare die ich kenne, inklusive ich selber, haben die Kinder, weil sie Kinder für sich selber wollten, und nicht für den Staat.
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  • Kommentar von Melchior Brunner  (Melchior Brunner)
    Ein Blick in den Norden, um etwas zu relativieren: in Deutschland und Skandinavien sind Vaterschaftsurlaub bzw. Elternzeit sehr viel ausgebauter und zeitgemässer. So kriegt man in Deutschland 14 Monate Elternzeit (aufzuteilen zwischen Mutter und Vater), allerdings mit 67% des Gehalts. Das reicht dann auch erstmal aus, wenn man ein Baby hat und keine grossen Sprünge oder Anschaffungen anstehen.
    Was die Schweiz in Sachen Familienpolitik schafft, hinkt dem Norden bedenklich hinterher.
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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Wenn ich auch vermutlich "altmodisch" klinge: eine Mutter gehört zu Hause zu sein mind. das 1. Jahr nach der Geburt. Karriere hin oder her. 14 Tage Urlaub für den Vater genügen vollkommen. Wir haben immer mehr Kinder, die kein Familienleben mehr kennen, weil niemand zu Hause ist. Kein Mittagstisch etc. Fact: dann keine Kinder wollen und der Karriere zustimmen. Nicht den Staat, die Lehrer, die Steuerzahler dafür benutzen.
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    1. Antwort von Shane O'Neill  (Diddleydoo)
      Hui.

      Und man wundert Sich warum es immer noch keine Gleichstellugn zwischen Mann und Frau gibt.
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    2. Antwort von E. Stauffer  (E.Stauffer)
      Ich finde es erstaunlich, dass es immer noch Frauen gibt, die gegen eine Gleichberechtigung sind. Es gibt genau so viele Frauen wie Männer, die gerne eine Karriere machen möchten. Und es gibt auch viele Männer, die gerne ihr Kind aufwachsen sehen. Wieso nicht ein Familienleben kreieren, wo Mama Karriere macht und Papa etwas öfter Zuhause ist?
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