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Schweiz Das Klima für die Energiewende bessert sich

Die Energiewende fordert die Schweiz heraus. Gegner und Befürworter dieser Strategie stehen sich scheinbar unversöhnlich gegenüber. Doch nun haben WWF und Economiesuisse einen ersten Schritt gemacht.

Die Positionen von Economiesuisse und WWF – unterschiedlicher könnten die Meinungen in der Energiepolitik kaum sein. Würde man meinen. Doch nun haben sich der Wirtschafts- und Umweltverband mit dem Kerneenergiekanton Aargau an einen Tisch gesetzt und ihre Standpunkte ausgetauscht.

Nicht in Grabenkämpfen verbleiben

Einen Viertel unseres Wohlstandes könnten wir im schlimmsten Fall einbüssen, behauptete Economiesuisse Anfang Jahr in einer Studie zur Energiepolitik. Damit goss der Verband viel Öl ins Feuer.

Nun führt diese Vereinigung intensive Gespräche mit dem WWF. Chefökonom Rudolf Minsch erklärt, warum Economiesuisse sich darauf eingelassen hat: «Es war eine gemeinsame Idee. Wir wollten aufeinander zugehen und das Gespräch suchen. Damit man nicht in ideologischen Grabenkämpfen verbleibt.»

Veränderter Umgangston

Und die Tonlage hat sich merklich verändert: Wie viel die Energiewende bis 2050 koste, sei gar nicht richtig berechenbar, sagt Minsch. heute. Er sagt noch immer, sie sei teuer – aber: Sie sei machbar.

Auch beim WWF sind andere Töne zu hören. Ökologische Steuerreform, Lenkungsabgabe – diese umstrittenen Themen müssten jetzt schnell diskutiert werden, sagt Thomas Vellacott, der CEO des Umweltverbandes. Die Wirtschaft brauche jetzt Klarheit, nicht erst 2020 bei der zweiten Phase der bundesrätlichen Strategie. «Es wird wichtig sein, diesen Übergang von der ersten zur zweiten Phase sehr früh anzugehen. Damit kann man Schocks verhindern und Investitionssicherheit generieren.»

Doch noch Differenzen

In vielen Fragen sind der Umwelt und der Wirtschaftsverband nach wie vor unterschiedlicher Meinungen. Etwa in der Frage, wie schnell die erneuerbaren Energien die herkömmlichen Kraftwerke ablösen können.

Aber unter der Leitung des Aargauer Regierungsrates Stephan Attinger konnte auch ein bemerkenswerter Konsens erzielt werden: «Konsens war auch, dass man nicht jedes Kleinstwasserkrakftwerk bauen soll, sondern dass auch hier zwischen der Natur, Landschaft und der Stromproduktion abgewogen werden muss.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Benedikt Jorns, Bremgarten bei Bern
    "Konsens" zeigt uns in vielen Bereichen den zu gehenden Weg. Doch bei der Energieversorgung hilft uns nur realistisches Denken weiter. Wir wünschen uns alle mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energie. Doch irgendwelche Vorgaben für 2050 zu machen, ist unrealistische Träumerei. Nur wenn wir für alle kommenden Entwicklungen offen sind und konstruktiv kritisch gute Lösungen suchen, können wir die drohende Abhängigkeit von (im benachbarten Ausland gebauten) Gaskombikraftwerken vermeiden.
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  • Kommentar von T.Hofer, Rosshäusern
    "Das Klima für die Energiewende bessert sich" ...bei dem Titel könnte man glatt denken, die ausbleibende Erderwärmung relativiere den prophezeiten Klimawandel allmählich so deutlich, dass die Legitimation für Öl-/Gaskraftwerke - als Ersatz des neo-bösen Atoms - markant zunimmt.
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  • Kommentar von Beat Bühler, Biel
    Bravo! Diese Aktion stellt die nationale Politik fürs Erste in den Regen. Genau der richtige Platz um wieder zur Besinnung zu kommen. Man kann nur hoffen, dass zumindest dieses technische Thema der Energiewende für einmal auch auf politischer Ebene sachlich behandelt wird. Es gibt genügend andere Themen wo man sich weiterhin die Köpfe einschlagen und mit Lügen um sich werfen kann.
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Nur, wenn's um's Eingemachte geht, kommen die Grabenkämpfe automatisch wieder auf den Tisch. Mit Energie generell, bei uns besonders Stromenergie, sollte man tunlichst vorsichtig umgehen. Da regelt Angebot & Nachfrage die Branche, aber ob das dann immer auch noch gesamtwirtschaftlich betrachtet "verträglich" rauskommt, ist fraglich. - Jedenfalls die Geister werden sich autom. scheiden.
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