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Schweiz Das «Tabak-Gesetz» sorgt für rauchende Köpfe

Kaum hat Gesundheitsminister Alain Berset den Vernehmlassungsentwurf für ein Tabakprodukte-Gesetz vorgestellt, hagelt es Kritik. Sowohl Präventionsfachleute, als auch die Werbebranche sind unzufrieden.

Zigarettenangebot bei einem Kiosk
Legende: Der Vernehmlassungsentwurf für ein Tabakprodukte-Gesetz wird heftig kritisiert. Keystone/Archiv

Die Vorschläge des Bundesrates, Werbung für Tabakprodukte weitgehend zu verbieten, stossen auf Kritik. Präventionsfachleuten gehen die Beschränkungen zu wenig weit. Die Werbebranche dagegen fordert, die Verhältnismässigkeit im Auge zu behalten.

Der Lungenliga und der Krebsliga genügt der Entwurf des Bundesrates für ein Tabakprodukte-Gesetz nicht. Die Lungenliga stört sich daran, dass Openairs und Verkaufsstellen vom Werbeverbot ausgenommen werden sollen. Die Krebsliga fordert Verbote auf allen Kanälen und namentlich ein umfassendes Sponsoringverbot.

Diese Position wird von Sucht Schweiz geteilt. Beim umfassenden Werbe-, Sponsoring- und Promotionsverbot greife die Vorlage zu wenig weit. Die tödlichen Auswirkungen des Rauchens rechtfertigten ein umfassendes Verbot.

«Konsum seit Jahren rückläufig»

Thomas Bähler, Geschäftsführer der Vereinigung des Schweizerischen Tabakwarenhandels, sprach dagegen von einer unnötigen und unverhältnismässigen Beschränkung. Der Tabakkonsum sei seit Jahren rückläufig und das Rauchen in der Öffentlichkeit bereits stark beschränkt. «Die Werbung einzuschränken, macht keinen Sinn.»

Bevormundung der Bürger

Auch der Verband Schweizer Werbung fordert, die Verhältnismässigkeit im Auge zu behalten. Grundsatz müsse sein, dass frei erwerbbare Waren auch frei bewerbbar sein müssten, sagte Thomas Meier, Kommunikationsbeauftragter des Verbandes.

Ablehnend äusserte sich auch der Verband Schweizer Medien. Man sei gegen Werbeverbote für legal erhältliche Produkte, sagte Verbandsdirektorin Verena Vonarburg.

Der Schweizerische Gewerbeverband (sgv) und die Allianz der Wirtschaft für eine massvolle Präventionspolitik (AWMP) sprachen in einer gemeinsamen Mitteilung von «gravierenden Staatseingriffen in die Wirtschaftsfreiheit». Das Bundesamt für Gesundheit wolle «die Bürger bevormunden und die Bürokratie noch mehr ausbauen».

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8 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Und im Kt. Zürich wurde dieses Wochenende die Initiative des Blauen Kreuz für das Verbot von Alkohol-Werbung bei Sport-Anlässen abgelehnt. Weshalb? Wirtschaftliche Einbussen der Veranstalter. Dabei weiss man ja, dass ein zuviel an Alkohol ebenso schädlich wie das Rauchen ist. Im Gegenteil gefährdet ein Betrunkener nicht nur sich selber, sondern auch andere. Wenn schon, denn schon müssten für alle Genussmittel dieselben Regeln gelten.
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Dazu wuerden auch Zucker und Fett gehoeren!
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  • Kommentar von G. Niedermann, Zürich
    Man könnte tatsächlich meinen, hier leben nur unmündige Menschen, welche nicht mehr selbst entscheiden können, was gut und schlecht ist. Man zieht es vor, mit unnötigen Gesetzen ganze Wirtschaftszweige schrumpfen zu lassen, anstelle dem Bürger ein normales Mass an Selbstbestimmung/-Entscheidung zuzugestehen. Haben wir bald eine Diktatur oder wohin führt diese Bevormundung? Ungesunde Entwicklung!
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    1. Antwort von Peter Escher, Wallis
      .. weder Fisch noch Vogel; - die Werbe - Lobby ist halt in allen Bereichen stark, siehe TV Kanäle ..!!!! Beste Prävention, geht NUR über den Geldbeutel = CHF 1.- pro Zigarette, AHV dankt.
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    2. Antwort von V. Humbert, Carouge
      @ Escher. Was schauen Sie denn für Sender? Tabak Werbung am TV? Und übrigens: wenn niemand mehr raucht können Sie sich für die AHV auf eine Ehöhung der MWST um mindestens 3-4% Punkte freuen. Und Herr Niedermann, Sie haben mit Ihrer Befürchtung in Bezug auf Diktatur völlig recht. Wenn die in Bern mit den Rauchern fertig sind, wer kommt als nächstes dran? Ach, hat ja schon angefangen: Übergewichtige, Alkohol, Extremsportler usw. Freiheit, Individualität, Begriffe aus der Vergangenheit.
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    3. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      V Humbert: Tabak kostet die Allgemeinheit viel mehr als was es der AHV bringt! Weniger Tabakkonsum wuerde die Gesundheitskosten drastisch senken, allerdings auch die AHV durch laengere Lebensdauer belasten.. DAS muesste gegeneinander abgewaegt werden! Die Konsequenz aus dieser Ansicht waere ziemlich.. hm .. unethisch
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Ein vernünftiger Entscheid der CH Firmenspitze, der hoffentlich nicht von den Gewerbeverbänden und Zigifirmen torpediert werden kann. Auch bei Partyveranstaltungen sollte Tabakwerbeverbot herrschen. Es darf nicht sein, dass die Zigifirmen ausgerechnet auf Partyplätzen auf die Jugendlichen einwirken können. Das wäre kontraproduktiv zum zusätzlich geplanten Werbeverbot in Kinos und Zeitschriften.
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