Defizitfreie Olympische Spiele sind wohl machbar

2022 sollen im Bündnerland Olympische Spiele stattfinden. Bisher rechnete man mit roten Zahlen. Nun sind die Promotoren noch einmal über die Bücher gegangen und haben festgestellt: Ein ausgeglichenes Budget ist möglich. Die Kritiker bezweifeln das.

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Olympia-Promotoren versprechen ausgeglichene Rechnung

1:24 min, vom 1.2.2013

Die Olympischen Winterspiele 2022 in Graubünden könnten ohne Defizit durchgeführt werden. Die Promotoren der Spiele präsentierten in Landquart (GR) ein überarbeitetes und ausgeglichenes Durchführungsbudget.

Sparen beim olympischen Dorf

376 Millionen Franken könnten eingespart werden, teilte der Verein Graubünden 2022 mit. Zwei Drittel der Einsparungen entfallen auf temporäre Bauten im olympischen Dorf in Davos. Der Leiter der Bündner Olympia-Kandidatur, Gian Gilli, bezeichnet das Budget in der «Tagesschau» als «solide».

Die ursprüngliche Idee: Temporäre Bauten am Ufer des abgesenkten Davosersees errichten. Dieser Plan erwies sich als viel zu teuer – alleine schon wegen den nötigen Pfählungen. Die neue Idee: Neben den Davoser Hotels eine Ferienhaussiedlung mitten im Dorf nutzen und zusätzliche temporäre Gebäude bauen.

Die Durchführung Olympischer Winterspiele 2022 ohne Minus sei mit diesen neuen Plänen machbar. Olympiasprecher Christian Gartmann ist gar überzeugt davon: «Wir sehen auch in den Rechnungen vergangener Olympischer Spiele, die jeweils neutral oder positiv abgeschlossen haben, dass Spiele ohne Defizite ein realistisches Szenario sind. Mit dieser Milliarde des Bundes können und werden wir auskommen.»

Unklar ist, wer die Defizitgarantie für die gesamten Kosten inklusive Infrastruktur und Sicherheit trägt. Gian Gilli sieht die Verantwortung bei der Politik. «Das müssen die Politiker entscheiden. Die Diskussionen zwischen Bund und Kanton sind unterwegs.

Olympische Spiele seit 1994 analysiert

Badges.

Bildlegende: Am 3. März müssen die Promotoren von Olympia 2022 bei der Abstimmung im Bündnerland eine erste Hürde nehmen. Keystone

Das Budget Durchführung enthielt bisher Ausgaben von 2,8 Milliarden Franken, Einnahmen von 1,5 Milliarden Franken und eine Finanzierungslücke von 1,3 Milliarden Franken. Der Bundesrat will eine Defizitgarantie von höchstens einer Milliarde Franken sprechen, muss mit der Olympia-Vorlage aber noch vors Bundesparlament.

Die Bündner Olympia-Promotoren haben eigenen Angaben zufolge die Betriebsbudgets von Olympischen Spielen aus der Vergangenheit analysiert. Ergebnis: Vier von fünf Veranstaltungen hätten seit 1994 mit einem ausgeglichenen oder positiven Resultat abgeschlossen. Nur Lillehammer in Norwegen im Jahr 1994 habe ein Defizit ausgewiesen.