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Delegierte abgekanzelt SP-Präsident hält Parteigenossen eine Standpauke

Legende: Video SP-Delegiertenversammlung: Levrat rügt Parteilinke abspielen. Laufzeit 02:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.10.2017.
  • Partei-Chef Christian Levrat kritisierte jene SP-Kreise, die mitgeholfen hatten, die AHV-Revision zu versenken.
  • Die SP Schweiz befasst sich in Olten unter anderem auch mit der 99-Prozent-Initiative der Juso und einem feministischen Manifest.

SP-Parteipräsident Christian Levrat fuhr in seiner Eröffnungsrede zur DV in Olten für einmal nicht den anderen Parteien an den Karren, sondern übte Kritik an den eigenen Reihen.

«Einige von uns haben vor drei Wochen das Eigengoal das Jahrhunderts geschossen. Sie haben die Erwartungen ihrer Mitglieder oder ihrer Wählerschaft nicht erfüllt», sagte Levrat. Die SP hätte ohne Abweichler die Abstimmung über die Rentenreform gewonnen.

«Verbündete der Rechtsaussen-Parteien»

Sie, die internen Gegner, hätten nicht begriffen, dass man das Leben der sozial Schwächsten hätte verbessern können, indem die AHV gestärkt worden wäre. Diese Leute hätten die Chance, die sich geboten hatte, nicht gepackt. Sie seien im Stillstand verharrt und hätten sich sich zu Verbündeten der Rechtsaussen-Parteien gemacht.

Als Präsident der SP Schweiz stehe es ihm jedoch nicht zu, gute oder schlechte Noten zu verteilen, so Levrat weiter. Jeder solle sein Gewissen selbst prüfen, er werde weder den Schulmeister für die Kantonalparteien noch den Papa für die Juso spielen, meinte er an die Adresse der Abweichler.

Die Entscheide der SP-Delegierten

Kampfjet-Debatte:
Die SP hält die Verlängerung der Nutzung der F/A-18 für möglich, und zwar weit über 2030 hinaus, sie ist deshalb gegen den sofortigen Kauf
neuer Kampfflugzeuge
. In ihrem Konzept für die Luftwaffe, das mit 126 Ja-Stimmen gegen 63 Nein verabschiedet wurde, schreibt die SP aber auch, dass sie an der Sicherung des Schweizer Luftraums festhalte.
Feminismus:
Die SP will sich explizit feministisch ausrichten. Die Partei hat nach langer Diskussion das «Manifest für eine konsequente feministische Sozialdemokratie» verabschiedet. Das Papier verlangt unter anderem ausgewogene Vertretungen in den Parteigremien, die 35-Stunden-Wochen bei gleichem Lohn, Lohngleichheit und ähnliches.
99%-Initiative der Juso:
Die SP hat der 99%-Initiative nach heftiger Diskussion mit 138 zu 17 Stimmen ihre Unterstützung zugesagt. Unter dem Titel «Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern» möchten die Juso mit ihrem Begehren, dass Kapitaleinkommen von über 100'000 Franken eineinhalb Mal so stark wie Arbeitseinkommen besteuert werden.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Die SP vertritt keine Arbeiter, sondern reiche Erben, die auf Kosten der Allgemeinheit ihren gemütlichen, recht arbeitsfaulen, hohen Lebensstandard beibehalten wollen.
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Ja, leider werden die echten Anliegen und Lebenserwartungen vieler einfachen Büezer und Angestellten schon lange nicht mehr von der SP erfüllt! Ihre 2. Behauptung (arbeitsfaulen, hohen Lebensstandard reicher Erben) ist nicht nur höchst verunglimpfend, sondern strotzt nur so von Neid und Missgunst, Herr Ducrey! Mein Fazit: Die SP ist zur Hochburg von Intellektuellen und den "alt-68igern" verkommen! Für Levrat sind alle Bürger(innen), die nicht links stehen, "rechtsbürgerliche" Eigentor-Schiesser!
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  • Kommentar von Patrick Charpilloz (Skeptiker)
    Vielleicht sollte Herr Levra seinen JuSo- & Genfer Kollegen mal etwas Weitsicht beibringen. Es ist schlimm, dass die JuSo Abgeordnete stolz darauf ist, diese Schlacht gewonnen zu haben und dabei nicht erkennt (oder in Kauf nimmt), dass sie dadurch den Krieg verloren hat.
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Der Krieg ist noch nicht verloren, er faengt gegen den Kapitalistenfluegel der SP erst an. Die Referendumsfuehrer werden jetzt die Liquidation der zweiten Seule und Ausbau des Obligatoriums nur noch in der AHV initieren. Mit Freigabe der zurzeit von den Finanzmisswirtschaftsgaengstern abgezockten und bald auch verzockten Billion fuer den Konsum der armen Alten und Entlastung der jungen Zahler immer horrenderen PK-Beitraege fuer abschmelzende Renten....
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  • Kommentar von pedro neumann (al pedro)
    Levrat würde sich lieber mal den effektiven Problemen der SP stellen. Statt Arbeiterpartei zu sein und die Folgen des globalen Raubrittertums zu bekämpfen, widmet man sich dem Feminismus, Gleichstellungswahn, Gendertum und schröpft den Mittelstand. Irgendwie ist das ein seltsame Partei geworden...
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Bingo! Die noch dem eigenen Buerger verpflichteten Genossen von 1918, welche die Grenzschliessung fuer Lohndoemper ohne Familienbande zu Schweizern erstritten, und fuer kuerzere statt laengere Arbeitszeiten fuer gleichen Lohn kaempften, wuerden im Grab rotieren, wenn sie das sehen muessten....
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