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Demonstration geplant Gewerkschaften fordern 150 Franken mehr Lohn für Bauarbeiter

Legende: Video Unia fordert höhere Löhne für Bauarbeiter abspielen. Laufzeit 01:14 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 20.10.2017.
  • Die Löhne für Bauarbeiter sind seit drei Jahren nicht mehr gestiegen – trotz des Booms in der Baubranche.
  • Eine Lohnerhöhung sei deshalb dringend nötig, fordern die Gewerkschaften Unia und Syna.
  • In der Schweiz stünden so viele Kräne wie noch nie, sagten Gewerkschaftsvertreter. Die Ertragslage der Baufirmen habe sich deutlich gebessert.

So hätte eine Baufirma im Jahr 2015 auf einen Bauarbeiter heruntergerechnet im Schnitt 9000 Schweizer Franken Gewinn erzielt. Bei einem Anstieg der Löhne um 150 Franken pro Monat würden immer noch 7000 Franken pro Bauarbeiter für die Arbeitgeber übrig bleiben, argumentierte Co-Leiter Bau Serge Gnos von der Unia. Aber die Löhne hätten sich seit 2014 nicht bewegt.

Eine Lohnerhöhung sei deshalb gerechtfertigt – und auch dringend nötig, forderten die Gewerkschaften. Denn steigende Wohnungsmieten und Krankenkassenprämien würden die Portemonnaies der Bauarbeiter immer stärker belasten. Dazu komme die anziehende Teuerung, die sich auf niedrige Einkommen stärker niederschlage.

Die Bauarbeiter werden deshalb am Samstag durch die Strassen von Olten und Lausanne ziehen, um für ihre Forderungen einzustehen.

Baumeisterverband sieht wenig Spielraum

Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) dürften schwierig werden. Angesichts des bereits hohen Lohnniveaus und der unsicheren Marktperspektiven sehe der Verband derzeit wenig Spielraum für Lohnerhöhungen, sagte SBV-Mediensprecher Matthias Engel.

Zudem sei der Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe (LMV) der arbeitnehmerfreundlichste Gesamtarbeitsvertrag für Handwerker in der Schweiz. Er umfasse unter anderem Leistungen wie 5500 Franken Mindestlohn für ausgebildete Maurer und Strassenbauer. Dies bei 13 Monatslöhnen, 40,5-Stundenwoche und fünf Wochen Ferien. Der LMV gilt noch bis Ende 2018.

Die Sozialpartner würden derzeit am Verhandlungstisch gemeinsam nach Lösungen suchen. Am Montag finde eine solche Lohnverhandlung statt. Der SBV werde in den kommenden Wochen über die Resultate informieren.
Legende: Video Gespräch mit Unia-Präsidentin Vania Alleva abspielen. Laufzeit 03:17 Minuten.
Aus 10vor10 vom 20.10.2017.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Immer die gleiche Frage von mir: Wer stellt eigentlich ausländisches Personal zu tieferen Löhnen ein und wer lässt sein Haus, seine Garage etc durch ausländische Firmen bauen? Kaum ein Tag an dem ich auf dem Weg von SG Richtung Zürich nicht Sattelschlepper aus dem nahen Ausland antreffe mit Elementen für Einfamilien - Fetighäuser oder gar fixfertige Garagen und der gleichen!
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Bilaterale Verträge machen es eben möglich. Nennt sich auch freier Wettbewerb, wo halt jetzt Firmen aus dem Ausland profitieren. Und wenn hier u. a. die Löhne für heimische Bauarbeiter tief gehalten werden, KK-Prämien, Mieten usw. aber ständig ansteigen, muss man eben schauen, wo man sparen kann. Meine, die Bilateralen sind ein Eigentor gegen heimische Dienstleistungsbetriebe.
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  • Kommentar von Alain Terrieur (Imhof)
    ...machen sie bitte die Büetzer nicht zu ABZOCKERN! ahllaph
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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Durch die Bilateralen ist der Konkurrenzdruck durch Subunternehmen & Firmen aus dem Ausland für einheimische Firmen stark angestiegen ist. Zudem bringen viele ihre AN gleich selber mit, weil diese für weniger Lohn arbeiten. Dadurch können sie auch billiger offerieren & erhalten so Zuschläge für Bauarbeiten. Darunter leidet die Sicherheit an erster Stelle. Vielleicht sollten die Gewerkschaften mal da anfangen.
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