FAQ zu Tarmed Der Ärztetarif Tarmed einfach erklärt

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Alain Berset zieht die Tarifschraube an

1:33 min, aus Tagesschau vom 22.3.2017

Was ist der Tarmed?

Das meiste, was Ärzte in ihren Praxen machen und vieles von dem, was sie im Spital tun, wird mit dem Tarmed abgerechnet. Der Tarmed ist also der Tarif für Ärzte schlechthin. Er regelt, wie viel ein Arzt fürs Aktenstudium, die Blutentnahme, den Eingriff am Auge, die Beratung der Patientin etc. verlangen darf. Man könnte auch sagen, der Tarmed legt fest, wie viel Ärzte letztlich verdienen und wie viel Patientinnen respektive Krankenkassen bezahlen müssen.

Warum braucht es einen neuen Tarmed?

Weil der aktuelle nach 13 Jahren veraltet ist. Was das heisst, zeigen folgende Beispiele:

  • Erstens: Es gibt Behandlungen, die vor 13 Jahren noch zwei Stunden gedauert haben und technisch aufwändig waren, heute aber dank dem Fortschritt in der Medizin nur noch 20 Minuten in Anspruch nehmen. Da ist es nicht zu rechtfertigen, dass die Ärzte immer noch gleich viel daran verdienen wie früher.
  • Zweitens: Der Tarmed ist so angelegt, dass sich für die Ärzte die Arbeit mit Maschinen mehr lohnt als die Arbeit mit Menschen. Sprich: der Eingriff lohnt sich mehr als die Beratung. Das will man mit dem neuen Tarmed ändern – auch damit sich mehr Ärzte für eine Laufbahn als Hausarzt entscheiden. Denn gerade Hausärzte beraten eher, als dass sie mit teuren Maschinen hantieren.

Warum greift der Bundesrat jetzt ein?

Weil sich Ärzte, Spitäler und Krankenkassen auch nach Jahren nicht auf einen neuen Ärztetarif Tarmed einigen konnten. Das Problem: Die Krankenkassen und Gesundheitsminister Alain Berset sagen, insgesamt dürfe der neue Tarmed sicher nicht mehr kosten als der alte – die steigenden Krankenkassenprämien lassen grüssen. Die Ärzte hingegen sagen: Wenn die Hausärzte mehr verdienen sollen (siehe vorherige Frage) und das Ganze insgesamt nicht mehr kosten darf, dann müssen logischerweise die Spezialisten Geld abgeben. Und das können wir nicht akzeptieren.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Bundesrat kann zwar eingreifen, aber nur punktuell. Damit der Tarmed umfassend neu gestaltet werden kann, müssen die Ärzte mitmachen. Diese lassen sich Zeit, ihr neuer Tarmed soll erst im Sommer 2018 fertig sein. Und der Hauptstreitpunkt, nämlich dass die Ärzte mehr Geld wollen und damit auf Widerstand stossen, dieser Hauptstreitpunkt bleibt.