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Schweiz Der dichteste Fahrplan der Welt

Er ändert sich jedes Jahr und er wird nicht einfacher: Der SBB-Fahrplan. Nächstes Jahr stehen wieder einige Änderungen an, nicht zuletzt wegen der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels.

Legende: Video «Neuer SBB-Fahrplan» abspielen. Laufzeit 2:13 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.08.2016.

Hinter dem dichtesten Fahrplan der Welt steht ein ausgeklügeltes System. Ausgebrütet wird dieses in der SBB-Fahrplanwerkstatt. Mit einer Software werden hier die Fahrpläne berechnet. Wie etwa die Änderungen, die der Gotthard-Basistunnel bringt.

Die Fahrzeit ins Tessin und nach Italien verkürzt sich um eine halbe Stunde. Gleichzeitig verschiebt sich aber die Abfahrtszeit der Züge ab Zürich. Der Intercity Zürich-Lugano fährt neu zur halben Stunde und der Zug Zürich-Milano zur vollen Stunde.

«Grösster Fahrplanwechsel überhaupt»

Die grösste Neuerung bringt nächstes Jahr aber nicht die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels, sondern eine neue Strategie im Güterverkehr. Bisher wurden Güter auf der Schiene nachts transportiert.

Neu sollen sie auch tagsüber unterwegs sein, in den Randzeiten, wenn keine Pendler reisen. «Der Güterverkehr macht den grössten Fahrplanwechsel überhaupt», erklärt Heidrun Buttler, die Leiterin des Bereichs Fahrplan bei der SBB.

500 Fahrplanänderungen pro Tag

Doch die immer neuen Verbindungen und Züge haben auch ihre Nachteile. Sie beanspruchen die Infrastruktur, beim Unterhalt gibt es grossen Nachholbedarf. Und dieser Unterhalt wird zunehmend spürbar im Alltag der SBB-Kunden. «Ja, es geht nicht ganz ohne negative Auswirkungen für die Passagiere», sagt Buttler weiter. Aber man versuche, das auf ein Minimum zu beschränken und die Passagiere frühzeitig über die Ersatzangebote und Einschränkungen hinzuweisen.

Überhaupt sei der Fahrplan äusserst robust und flexibel, erklärt sie. Das sei auch die grösste Herausforderung bei der Planung. Denn was kaum jemandem im Alltag auffällt: jeden Tag muss die SBB 500 Änderungen im Fahrplan vornehmen, um etwa Störungen aufzufangen oder Extrazüge fahren zu lassen.

Der neue Fahrplan tritt am 11. Dezember 2016 in Kraft.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Wenn das nur gut geht! Bald haben wir 10'000'000 Einwohner in unserem kleinen Ländchen zwischen dem Genfer- und Bodensee! Jene, die sich vehement für die Förderung des öV's (Menschen und Güter) einsetzen, haben noch nie gegen die rasante Bevölkerungszunahme protestiert, im Gegenteil! Immer mehr Züge, immer schneller von A nach B und ein immer mehr belastetes Schienennetzt! Alle "Nur-Profiteure" der PFZ (Wirtschaft, Sozial-Industrie, usw), bleiben still, wie ein Grab! Eben, wer bezahlt die Zeche?
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Bald? So ein Blödsinn. Für mich ist 2050 nicht bald.
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    2. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      "Wenn man den Hund trifft, dann bellt er!" Dieser Spruch (meines Vaters selig) bewahrheitet sich immer wieder, wenn man Ideologen auf den "Nerv" trifft! Lieber reitet man auf einem Wort herum, um vom eigentlichen Thema (jedes Jahr der letzten 5 hatten wir eine Nettoeinwanderung von 70-90'000 Menschen) abzulenken! (Was nicht ist, ist nicht!). Für mich ist dieses Zukunfts-Szenario kein "Blödsinn", Herr Steiner, mit oder ohne meinem obigen Wörtchen "bald"!
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    3. Antwort von Urs Müller (Confoederatio)
      Herr Bollinger Hauptsache die Migratuon ist an den vielen Zügen Schuld. Hurra, das Leben ist so einfach.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Und die am meisten überfüllten Züge. Die PFZ bringt's. Die Folgen fahren auch auf der Schiene.
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  • Kommentar von Armin Hertig (Armin Hertig)
    Güterverkehr nun auch tagsüber an Randzeit... Dies lässt man den Kunden spüren. Ganz toll... Und die Rendite wird den Firmen gutgeschrieben, welche ihre Güter auf die Schiene verlagern. Das ist wohl die moderne Form der Quersubventionierung. Kein Wunder, springen so immer mehr SBB-Kunden ab und steigen aufs Auto um.
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