Der ewige Kampf der Städte gegen Graffiti

Die Stadt Zürich hat heute ihr neues Mittel gegen Graffiti vorgestellt: Ein neuartiger, eigens entwickelter Schutzanstrich. Andere Schweizer Städte warten jedoch erst mal ab.

Zu sehen ist eine Zürcher Fassade, welche mit mehreren Schriftzeichen in schwarzer Farbe übersprayt ist.

Bildlegende: Die Stadt Zürich gibt jährlich 500'000 Franken für die Entfernung von Graffitis aus. Keystone

Schutzanstriche gegen Graffiti gibt es schon länger – dabei werden Fassaden und andere Oberflächen mit einer Art Schutzfilm übermalt, von dem sich Sprayereien einfacher abwaschen lassen. Für denkmalgeschützte Fassaden wie etwa Sandsteinmauern eignen sich viele Produkte aber nicht, da sie bleibende Spuren hinterlassen können.

Zürichs neues Zaubermittel

Die Stadt Zürich will nun ein neues Allheilmittel im Kampf gegen illegale Graffitis gefunden haben: Die Graffiti-Beauftrage Priska Rast präsentierte heute der Öffentlichkeit einen neuen, eigens entwickelten Schutzanstrich namens Aravel.

Dieser eigne sich für alle Arten von Fassaden und lasse sich zusammen mit Graffitis ohne Rückstände abwaschen. Deshalb startet Zürich nun eine Grossoffensive gegen Sprayer, welche die Stadt jährlich rund 500'000 Franken kosten.

Alle 1600 stadteigenen Objekte sowie Bauwerke im öffentlichen Raum wie etwa Brückenträger werden in Zürich nun mit Aravel bemalt. Dies hat seinen Preis: Pro Quadratmeter werden rund 20 Franken fällig, dazu muss der Anstrich nach spätestens acht Jahren erneuert werden.

Würden Graffitis konsequent und schnell entfernt, sinke die Motivation bei Sprayern, sagt Rast. Deshalb lohne sich die Investition. Ausserdem sei das Interesse anderer Städte im In- und Ausland gross.

Andere Städte warten ab

Mit ihrer Euphorie für das neue Wundermittel gegen Graffiti konnte Zürich andere Schweizer Städte aber noch nicht anstecken. Zum Einsatz kommt Aravel bislang nur in Bern – als Testanstrich bei einem einzelnen Objekt. Die Städte Luzern und St. Gallen verfolgen den Einsatz des neuen Mittels in Zürich zwar mit Interesse, wollen aber die Praxis-Erfahrung aus der grössten Schweizer Stadt abwarten. Und das Tiefbauamt Basel ist der Ansicht, dass man bereits Produkte im Einsatz habe, welche den gleichen Schutz böten wie Aravel.

Einig sind sich die Deutschschweizer Städte aber darin, dass illegale Graffitis rasch und konsequent entfernt werden müssten. Dieses Vorgehen habe dazu geführt, dass die früher stark angestiegenen Reinigungskosten mittlerweile stagnieren oder leicht sinken.