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Schweiz Der Gesundheitsminister krebst bei den Franchisen zurück

Nach heftigem Widerstand verzichtet Gesundheitsminister Berset vorläufig darauf, Rabatte für Krankenversicherte mit hohen Franchisen abzuschaffen.

Legende: Video Abschaffung der Wahlfranchisen gestoppt abspielen. Laufzeit 0:40 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.02.2016.

Was im August 2015 vom Departement des Innern (EDI) als kleine Anpassung am System der Krankenversicherung präsentiert worden ist, hat in den vergangenen Monaten zu heftigem Widerstand geführt.

Auf Anfang 2017 solle die Zahl der Wahlfranchisen reduziert und die Prämienrabatte gesenkt werden, teilte das Departement von Gesundheitsminister Alain Berset letzten Sommer mit. Für Hunderttausende von Versicherten hätte das zur Folge gehabt, dass ihre Krankenkassenprämien teilweise massiv gestiegen wären.

Bersets Rückzieher

Doch nun verzichtet Berset vorläufig auf seine Pläne, wie die Gesundheitskommission des Ständerates an ihrer gestrigen Sitzung von ihm erfahren hat. In einer Medienmitteilung zeigt sich die Kommission «befriedigt» darüber.

Tatsächlich würden die Änderungen nicht wie geplant auf den 1. Januar 2017 in Kraft gesetzt, bestätigt der Sprecher des EDI, Peter Lauener. Stattdessen würden weitere vertiefte Abklärungen durchgeführt: «Es geht insbesondere um die Fragen, welche Leistungen in Abhängigkeit von der gewählten Franchise in Anspruch genommen werden oder was es für Gründe für einen Wechsel der Franchise gibt.»

Zwei Jahre Zeit zum Sparen

Ob die Sparpläne von Bundesrat Berset nur aufgeschoben sind, oder ob er sie gleich ganz fallen lässt, ist gemäss Sprecher Lauener offen: «Das lässt sich momentan noch nicht sagen. Im Moment ist klar, dass verschiedene Abklärungen gemacht werden.»

Die Resultate würden für die erste Hälfte des nächsten Jahres erwartet. Damit ist klar: Zumindest in den nächsten zwei Jahren kann man durch die Wahl einer höheren Franchise weiterhin massiv Krankenkassenprämien sparen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz imBoden (Berggeist)
    Die Krankenkasse ist doch eine Versicherung? KK und Eigenverantwortung! Ob Arzt oder Versicherer alle nehmen was sie können und nicht nur was ihnen zusteht! Die KK braucht es, um hohe Kosten zu bezahlen! Die KK ist eine Versicherung die von allen Beteiligten solidarisch mitgetragen werden sollte? Die Franchise ist der falsche Ansatz, da für kleine Einkommen zu hoch und für hohe Einkommen zu niedrig bemessen ist? Das KK- System ist total krank, da jeder 3-te die Prämie nicht mehr bezahlen kann?
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  • Kommentar von Rene Schmid (Glaubtnichtalles)
    Und wer ist mal solidarisch mit den Gesunden? Bzw. mit denen die auf ihre Gesundheit achten? Seit über 30 jahren bin ich nur am Zahlen und das immer mehr ohne je 1 Fr. an Leistung erhalten zu haben.
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    1. Antwort von Charles Halbeisen (ch)
      Seinen Sie froh, dass sie gesund sind. Die meisten älteren Mensch, die heute öfters zum Arzt müssen, haben im Alter von 20-45 selten einen Arzt benötigt und auch bloss Prämien bezahlt. Es kann durchaus sein, dass Sie zwischen ihrem 80. und 95. Altersjahr die ganzen Gelder und noch mehr wieder beziehen, die sie bisher eingezahlt haben.
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  • Kommentar von Martin Meier (M.Meier)
    Was für ein dummer Kommentar von Florian Inhauser in der Tagesschau: "Jene mit hoher Franchise unterwandern das Solidaritätsprinzip!" --> was soll das Hr. Inhauser? Hohe Franchise heisst, dass man Prämien bezahlt, nie zum Arzt geht, und wenn, dann alles selber zahlt! Tiefe Franchise heisst zwar hohe Prämie, dafür geht man für jedes Bobo zum Arzt und erhöht somit die Gesundheitskosten! EIne neutralere Berichterstattung wäre hier am Platz!
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