Zum Inhalt springen

Wohngebiet evakuiert «Der Gletscherabbruch ist nicht zu verhindern»

  • Am Triftgletscher droht ein grösserer Gletscherabbruch.
  • Die Behörden haben deshalb die Evakuierung eines darunterliegenden Wohngebiets eingeleitet. Bislang wurden 220 Personen in Sicherheit gebracht.
  • Bereits am Donnerstagabend wurde eine Radarüberwachung eingerichtet. Dabei stellte sich heraus, dass sich der Gletscher mit einer Fliessgeschwindigkeit von bis zu 130 Zentimeter pro Tag bewegt.

Vorübergehend aus ihren Häusern ausziehen mussten Bewohner eines Dorfteils von Saas-Grund. Simon Bumann, der Sprecher des Regionalen Führungsstabs, sagte, es seien etwa rund 220 Personen von der Evakuierung betroffen – mehrheitlich Einheimische.

«Wir wären froh, wenn der Gletscherabbruch jetzt kommen würde», sagte Bruno Ruppen zu SRF. Er ist Präsident der betroffenen Gemeinde Saas-Grund. Es sei eine länger andauernde Geschichte. Seit drei Jahren sei es immer wieder zu Gletscherabbrüchen gekommen. Es sei nicht zu verhindern, dass der Abbruch früher oder komme. «Für uns wäre es das beste, wenn der Gletscherabbruch in geordneten Verhältnissen eintreten würde», so Ruppen.

Die Evakuierung gelte vorerst für zwei bis drei Tage, sagte Bumann. Die Lage werde aber laufend neu beurteilt. Die Betroffenen sollen bei Verwandten, Bekannten oder in Hotels unterkommen. Sollte der Gletscher abbrechen, könnte die Eislawine bis zum Dorf gelangen. Mit dem Abbruch rechnen die Verantwortlichen in den nächsten 24 Stunden.

Legende: Der Triftgletscher (roter Punkt rechts) befindet sich oberhalb von Saas-Grund. srf

Neben der Evakuierung sperrten die Gemeindebehörden das Gebiet Triftgletscher und darunterliegende Gebiete. Dort ist das Betreten für Menschen und Nutztiere verboten. Namentlich die Normalroute zum oder vom rund 4000 Meter hohen Weissmies sowie der Höhenwanderweg Kreuzboden-Alagelleralp sind gesperrt.

Die Hohsaas-Bergbahnen stellten den Betrieb ein. Die Kantonsstrasse in Saas-Grund darf ab Saas-Bidermatten nach 18 Uhr nicht mehr befahren werden. Eine Umfahrung wurde eingerichtet.

Die Gemeindebehörden ergriffen die Massnahmen nach Absprache mit Fachleuten, wie der Regionale Führungsstab mitteilt. Der Gletscher steht seit 2014 unter Beobachtung – bereits im Oktober 2014 war eine Sperrung ausgesprochen worden.

130 Zentimeter im Tag

Wegen der jüngsten Bewegungen an der Gletscherzunge wurde am Donnerstagabend zunächst eine Radarüberwachung installiert. Dabei stellte sich heraus, dass der Gletscher aktuell mit einer Fliessgeschwindigkeit von bis zu 130 Zentimetern pro Tag unterwegs ist.

Am Samstagmorgen nahm der Regionale Führungsstab die Arbeit auf. Feuerwehr und Zivilschutz sind aufgeboten; die Kantonspolizei unterstützt den Einsatz.

35 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Liebe Frau Helmers, sie rennen hier gegen eine Wand. Wenn sich die Herde einmal in Bewegung gesetzt hat gibt es kein Halten mehr. Mit aufgesetzten Scheuklappen merken die Herdentiere nicht, dass sie in die falsche Richtung rennen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Warum ruft mittlerweile das kleinste Naturereignis die Klimasekte auf den Plan? Das Klima lässt sich bewiesenermassen nicht beeinflussen, schon gar nicht mittels stumpfsinnigem Zertifikathandel. All die Hysteriker sollten sich Gedanken machen was die Zerstörung der Natur für Folgen hat. Beispiel: In Brasilien werden tausende Quadratkilometer Regenwald abgeholzt. Anschliessend übernehmen Syngenta + Monsanto das Zepter. In einer beispiellosen Einöde wird gentechnisch verändertes Soja angebaut.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Zurbuchen (drpesche)
    "Der natürliche CO2 Gehalt in der Luft ist gerade mal 0,038%, davon widerum sind 4% menschenverursacht. 4 % von 0,038 % sind 0,00152 %. Vor einer Milliarde Jahren war der CO 2 Gehalt 15%." Wissen Sie, Frau Helmers, ein System kann kippen. Vielleicht ist Ihnen das von den Seen her noch bekannt. Häufig ist dafür ein Element verantwortlich, das nur in kleinen Mengen vorkommt, denn genau bei diesen macht eine kleine Veränderung viel aus!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Peter Zurbuchen (drpesche)
      Auch wenn der CO2-Gehalt vor eine Milliarde Jahren viel höher war als heute und natürlich nicht vom Menschen gemacht wurde, ist das kein Beweis dafür, dass der Mensch heute keinen substantiellen Anteil an der Veränderung hat. Vor einer Milliarde Jahren hat der CO2-Gehalt auch noch keinen Menschen interessiert.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen