Der Grenzwache geht die Arbeit nicht aus

Mehr Kriminaltourismus, mehr Schmuggel, mehr Schlepperbanden: Grenzwachtkorps und Zollverwaltung kämpfen an allen Fronten mit mehr Arbeit. Auch die Einnahmen sind im letzten Jahr mit mehr als 24 Milliarden Franken auf einen Rekordwert gestiegen.

Die Jahresstatistik 2013 der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) und des Grenzwachtkorps (GWK) lässt aufhorchen: Neu weist das GWK Zahlen aus, welche auf Entwicklungen im Kriminaltourismus schliessen lassen. 2013 intervenierten die Grenzwächterinnen und Grenzwächter demnach mehr als 1000 Mal in diesem Bereich. Dabei handelte es sich oft nicht um einzelne Personen, sondern um Banden, also mehr als zwei Personen.

Vorteile dank Schengen

«Das ist ein guter Erfolg», sagt Jürg Noth, der Chef der Grenzwache, gegenüber SRF. Möglich sei dies nur dank der guten Zusammenarbeit mit den kantonalen Polizeien und den Behörden in den angrenzenden Ländern.

Noth lobt dabei das Schengen-Abkommen über die polizeiliche Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern und der Schweiz. Zwar habe sicher auch dieses Abkommen Nachteile, doch die Vorteile würden überwiegen. «Summa summarum hat sich Schengen für die Schweiz gelohnt», betont Noth.

Interventionen der Zollverwaltung und der Grenzwache

Massive Zunahme von Schleppern

Eine Verdreifachung wurde beim Anhalten von Schleusern verzeichnet, die Einwanderer illegal in die Schweiz bringen. Hier intervenierte das GWK im letzten Jahr 211 Mal. Die Schlepper lebten oft bereits in der Schweiz und seien Landsleute der eingeschleusten Menschen, so Noth. «Die machen das hoch professionell.» Es gehe dabei um sehr viel Geld für die Schlepper.

Frontalaufnahme von Noth in Uniform und Dietrich im Anzug mit roter Krawatte.

Bildlegende: Der Chef des Grenzwachtkorps, Jürg Noth (r) und Oberzolldirektor Rudolf Dietrich bei der Medienkonferenz. Keystone

Im Tessin sei der Druck bei der illegalen Einreise am grössten. Entsprechend hat das GWK sein Personal im Südkanton aufgestockt. Dies führe dazu, dass die Einreisewilligen nun zunehmend nach Genf oder die Bündner Südtäler ausweichen würden, erklärt der Chef des Grenzwachtkorps.

Mehr Waffen und Zigaretten

Auch in anderen Bereichen waren GWK und EZV stark gefordert: So wurden im vergangenen Jahr 2366 Fälle von Waffenschmuggel aufgedeckt. Das sind 22 Prozent mehr als 2012. Zudem wurden knapp 400 Tonnen Lebensmittel am Zoll sichergestellt; ein Viertel davon war geschmuggeltes Fleisch. Stark gestiegen ist 2013 zudem der Zigarettenschmuggel und zwar um 38 Prozent auf fast 5000 Fälle.

Zolleinnahmen auf Rekordniveau

Auch bei den Einnahmen verzeichnete die Zollverwaltung einen neuen Spitzenwert: Insgesamt liegen diese bei 24,1 Milliarden Franken. Das ist mehr als ein Drittel der gesamten Einnahmen des Bundes. Der grösste Einnahmeposten beim Zoll dabei die Mehrwertsteuer mit 12,2 Milliarden Franken.

Auch im laufenden Jahr wird dem GWK und der EZV die Arbeit nicht ausgehen: «Wir sind an allen Ecken gefordert», sagt Noth. Insbesondere müsse der Kriminaltourismus mit allen Mitteln bekämpft werden.

Auch bei der Migration werde der Druck wohl nicht rasch abnehmen. Und schliesslich: «Bei der Zollpolizei haben wir eine gewisse Kundenfreundlichkeit zu entwickeln, weil die Schweizer Bürger auch verzollen wollen!»