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Cassis, Moret und Maudet Der Kandidaten-Check zur Bundesratswahl

Wo stehen die Bundesrats-Kandidaten in der politischen Landschaft? Und in welchen Themen weichen sie von der FDP-Linie ab? Die drei Kandidaten im Vergleich.

Legende: Video Die FDP-Kandidaten positionieren sich abspielen. Laufzeit 4:23 Minuten.
Aus 10vor10 vom 11.08.2017.

Ignazio Cassis aus dem Tessin, Isabelle Moret aus dem Waadtland und Pierre Maudet aus Genf: Diese drei Politiker werden von ihren Kantonalparteien ins Rennen um den frei werdenden FDP-Bundesratssitz geschickt. Am 20. September wird das Parlament den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Didier Burkhalter wählen.

Die Online-Wahlhilfe Smartvote hat die politischen Positionen der drei Kandidaten ermittelt. Mit Hilfe der Smartspider ist ein direkter Vergleich möglich:

Ignazio Cassis (Nationalrat und FDP-Fraktionspräsident)

Der 56-jährige Cassis ist gut aufgehoben in der FDP. Bei Kernthemen wie etwa der Finanzpolitik ist er sogar deckungsgleich mit seiner Partei. Offener als die FDP ist er hingegen bei der liberalen Gesellschaft, der Aussenpolitik und der Wirtschaftspolitik. Er gehört daher nicht zum konservativen Flügel der Partei, sondern befindet er sich etwa in der Mitte.

Im Vergleich zu seiner Waadtländer Konkurrentin Isabelle Moret steht Cassis insgesamt etwas rechter. Auch vertritt er eine liberalere Wirtschaftspolitik als seine Kollegin. Moret ist dafür bei Sozial- und Umweltfragen etwas offener als Cassis.

Isabelle Moret (Nationalrätin)

Auch Isabelle Moret vertritt klassische FDP-Positionen. Genau deckungsgleich ist sie etwa in Finanz- und Rechtsfragen. Die 46-Jährige vertritt bei den Themen ausgebauter Sozialstaat und Umweltschutz aber eine etwas weniger konservative Position als ihre Partei. Moret steht für eine stärkere aussenpolitische Öffnung als Cassis, ist aber in Rechtsfragen restriktiver als der Tessiner Politiker.

Pierre Maudet (Genfer Staatsrat)

Auch der 39-Jährige ist der klassische FDP-Politiker. Im Vergleich zu seinen Konkurrenten ist Pierre Maudet vor allem bei Sicherheitsfragen ein Hardliner. Er steht aber für eine offenere Aussenpolitik als Cassis und Moret sowie der Nationalratsfraktion der FDP. Beim Thema Umweltschutz weicht er leicht von der FDP-Linie ab: Er steht leicht stärker für einen ausgebauten Umweltschutz ein. Allgemein liegen seine Positionen ziemlich nah an der Kandidatin Moret.

Die grössten Abweichungen

Es gibt nicht allzu viele Smartvote-Fragen, welche die Kandidaten unterschiedlich beantwortet haben. Es gab aber sieben Fragen, bei denen sie es doch taten. Insgesamt wurden den Politikern 75 Fragen gestellt.

Die wichtigsten Abweichungen der Kandidaten bei den Smartvote-Fragen

Es gibt nicht allzu viele Fragen, welche die Kandidaten unterschiedlich beantwortet haben. Die sechs, bei denen sie doch taten.
Fragen
Isabelle Moret
Ignazio Cassis
Pierre Maudet
Befürworten Sie eine Erhöhung des Rentenalters für Frauen und Männer (z.B. auf 67 Jahre)?NeinJaJa
Finden Sie es richtig, dass der Bund die ausserfamiliäre Kinderbetreuung finanziell unterstützt?
Ja
Eher nein
Nein
Soll der Konsum von Cannabis sowie dessen Besitz für den Eigengebrauch legalisiert werden?NeinJaNein
Sollten die bestehenden Importerleichterungen für Lebensmittel aus der EU (Cassis-de-Dijon-Prinzip) abgeschafft werden?JaNeinNein
Soll das geltende Moratorium für gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere in der Schweizer Landwirtschaft über das Jahr 2017 hinaus verlängert werden?Eher ja
NeinEher ja
Befürworten Sie eine deutliche Reduktion des aktuellen Armeebestands auf höchstens 100'000 Soldaten?Eher nein
JaEher ja
In den letzten Jahren wurden die Regeln zum Erwerb und Besitz von Waffen verschärft. Befürworten Sie diese Entwicklung? Eher ja
Nein
Eher ja

Smartspider

Durch die Beantwortung eines Fragebogens, der für jede Wahl angepasst wird, entschlüsselt Smartvote Werthaltungen und politische Einstellungen eines Politikers. Ein Smartspider bildet diese auf 8 thematischen Achsen ab. Die Smartspider von Cassis und Moret basieren auf Antworten vor den Wahlen 2015, Maudet beantwortete dieselben Fragen diese Woche.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Andrea Esslinger (Andrea Esslinger)
    Schade dass die FDP nicht rechnen kann (oder nur wenn's um den eigenen Profit geht). Gemäss BV müssen die Volksgruppen im BR wiedergespiegelt werden. Das heisst somit, dass eine deutschschweizer Frau in den BR gewählt werden müsste. Wo ist diese Kandidatin? Warum müssen sich Politiker und Politikerinnen nicht an die Verfassung halten?
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    1. Antwort von James Klausner (Harder11)
      Gerne mache ich einmal mehr darauf aufmerksam, dass das Tessin, gemessen an seiner Bevölkerungszahl, seit 1848 im Bundesrat eher übervertreten war. TI bringt es auf 7 BR, das Wallis mit etwa gleich viel Einw. bloss auf 3, GE hatte ebenfalls erst 3. Was "angemessene Vertretung" im Bundesrat heisst, wurde in der Verfassung wohlweislich nicht definiert, aber das Tessin hat wirklich keinen Grund zu Klage. Lieber sähe ich Kompetenz als Kriterium.
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    2. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Das machen sie und auch die Bundesrichter eh nur wenn es ihren Lobisten und Belohnern in den Kram passt. Die Nichtumsetzung der MEI laesst gruessen. Allerdings steht in "meiner" Verfassung nur etwas von Landesgegenden und Sprachregionen, nichts aber davon, dass es eine Frau (oder Mann) aus einer benachteiligten Gegend oder Region sein muss.....
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Moret will als Einzige mehr Soldaten. Hat sie von ihrem Wehrrecht Gebrauch gemacht, oder sollen nur mehr Maenner noch laenger dienen?
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Ich würde Cassis nicht wählen. Cassis half mit, die Rentenreform für die Versicherer bewusst zu verschlechtern – im Widerspruch zu seiner liberalen Grundhaltung. Von Curafutura wird Cassis mit 180' 000 Franken pro Jahr entlöhnt – laut Branchenkennern ein fürstliches Entgelt für ein Teilzeitmandat. Auch wieder eine Wirtschaftsmarionette an die Macht? Wirkliches Engagement für die Bürger ist fraglich, die Machtgelüste stehen näher. Frau Isabelle Moret wäre die Richtige.
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