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15 Prozent über dem Vorjahr Der Leerwohnungs-Bestand steigt und steigt

Wohnungen
Legende: In der Region Zürich steht knapp ein Prozent aller Wohnungen leer. Keystone
  • Die Zahl der leeren Wohnungen in der Schweiz ist zum achten Mal in Folge angestiegen.
  • Am Stichtag 1. Juni 2017 standen insgesamt knapp 65'000 Wohnungen leer – das sind knapp 15 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • Am meisten leere Wohnungen gibt es im Kanton Solothurn, mit einer Ziffer von fast 2,89 Prozent, gefolgt von den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Aargau.
  • Am tiefsten ist die Ziffer im Kanton Zug mit 0,43 Prozent – gefolgt von Basel-Stadt und Genf. In der Region Zürich stehen 0,9 Prozent aller Wohnungen leer.

In der Schweiz stehen so viele Wohnungen leer wie noch nie. Am 1. Juni 2017, dem Stichtag der Leerwohnungszählung des Bundesamts für Statistik, waren 64'893 Wohnungen unbesetzt. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bislang wurden im Jahr 1998 mit 64'198 Einheiten die meisten Leerwohnungen gezählt. Das geht aus den veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor.

Solothurn führt Liste an

Die Leerwohnungsziffer, also der Anteil leerer Wohnungen am Gesamtwohnungsbestands, betrug per Stichtag 1,47 Prozent. Sie ist im achten Jahr in Folge angestiegen. Im Vorjahr lag die Ziffer noch bei 1,3 Prozent.

Die höchste Leerwohnungsanteil war mit 2,89 Prozent im Kanton Solothurn zu beobachten. Darauf folgten die Kantone Appenzell Innerrhoden (2,36 Prozent) und Aargau (2,34 Prozent).

Wie bereits im Vorjahr wurden prozentual am wenigsten Leerwohnungen im Kanton Zug registriert (0,43 Prozent). Nur wenig höher war der Anteil in den Kantonen Basel-Stadt (0,5 Prozent) und Genf (0,51 Prozent).

Mehr Mietwohnungen stehen leer

Die Zahl der leer stehenden Einfamilienhäuser stieg um 4 Prozent. Bei den unbewohnten Neuwohnungen gab es eine Zunahme von fast 15 Prozent. Insgesamt standen am Stichtag 10'064 Neuwohnungen leer.

Bei den leer stehenden Mietwohnungen gab es ebenfalls einen deutlichen Anstieg. 53'327 Mietwohnungen waren am Stichtag unbewohnt, das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Solche Werte wurden zuletzt 1998 beobachtet, wie das BFS schreibt. Damals gab es rund 54'300 leere Mietwohnungen.

Die Zahl der leer stehenden Eigentumswohnungen stieg innerhalb eines Jahres um 552 Einheiten oder 5 Prozent auf 11'566 Wohnungen an.

Warum stehen so viele Wohnungen leer?

Laut Experten haben Investoren im Moment zu viel Geld, vor allem die Pensionskassen suchen nach rentablen Anlagemöglichkeiten. Darum wird sehr viel in den Bau von Immobilien investiert. Dies vor allem dort, wo es noch Land gibt – in den Agglomerationen. Zum Teil ist dies an Lagen, wo die Wohnungen nicht so gut vermietet werden können. Nach wie vor ungebrochen ist die Nachfrage in den grossen Städten. Hier kann aber nicht so viel gebaut werden, weil es kaum mehr Land gibt.

Leer stehende Wohnungen in den fünf grössten Städten (mit Agglomerationen)

Stichtag: 1. Juni 2017
Zürich
5664 von 635'598
Bern2529 von 196'636
Basel
1949 von 267'831
Genf1463 von 264'924
Lausanne1049 von 185'143

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Mich nimmt ja nur wunder was passiert wenn die rekordtiefen Hypozinsen einmal wieder angehoben werden, denn die Geldruckmaschinen der Fed und der EZB können nicht auf ewig Bestand haben.
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (sensus communis)
      Sie sprechen hier ein wirklich brisantes Thema an und ich pflichte ihnen bei, dass wir uns dann sehr schnell am Rande einer gröberen Immobilienkrise mit einer Werterodierung konfrontiert sehen. Der Immobilienpreisirrsinn ist jedoch nicht nur von den raffgierigen Investoren initiiert worden,sondern von den Konsumenten selbst,die getrieben von der Angst, keine Immobilie mehr zu bekommen, bereit waren, auch utopische Preise zu bezahlen. Die Investoren hat gefreut und den Mehrwert gerne abgeschöpft.
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Toll doch, der Leerwohnungsbestand steigt und steigt, in welchem Preissegment denn und wo genau? Nur, die Wohnungsmieten steigen und steigen eben trotzdem auch unaufhörlich.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Im Hochpreissegment. Und weil immer noch hauptsächlich in diesem Segment gebaut wird, was das Zeugs hält, gibt es da auch immer mehr Leerstände. Und die Mieten sind so kalkuliert, dass eine Wohnung ein Jahr lang leer stehen kann, bevor man Verluste schreibt.
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (sensus communis)
      Herr Christmann, die Mieten steigen nicht grundsätzlich. Ihre Wahrnehmung entspricht nicht den Realitäten, dies ist mehrfach nachgewiesen.Was sie hier monieren,ist schlicht der Umstand der Anfangsmieten,welche von Investoren benutzt und/oder missbraucht werden, um ihre Projekte zu finanzieren.Die Bestandsmieten sind konstant, ja tendenziell fallend.Ein Phänomen ist auch zu beobachten,wonach Mieter keine Zinsreduktionen einfordern,wenn der Referenzzinssatz sinkt.
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  • Kommentar von Jens Mueller (Jens Mueller)
    Wie viele von den leerstehenden Wohnungen kosten weniger als 1000Fr pro Monat ? Die wo leer stehen kosten meist so ab 2000Fr.
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    1. Antwort von Peter Zurbuchen (drpesche)
      Kommt wohl ganz auf die Grösse und auf die Region an. Es kann nun mal nicht jeder die günstigste Wohnung am besten Standort haben...
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    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Keine dieser Wohnungen kosten weniger als 1000 Franken. Für günstige Wohnungen stehen die Leute an. @P. Z. Es gibt eben Regionen, da erhalten sie günstigere Wohnungen nur noch dort, wo sich Hase & Fuchs gute Nacht sagen.
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