Der Schweiz droht eine Eierknappheit

Obwohl die Schweizer Eierproduzenten ihre Produktion hochfahren, befürchtet der Bund einen Versorgungsengpass. Zusätzliche Eier aus dem Ausland würden Abhilfe schaffen. Derzeit gilt ein Kontingent von 16'000 Tonnen Eiern. Doch gegen eine Erhöhung des Kontingents formiert sich Widerstand.

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Sollen das Eierkontingent erhöht werden?

1:56 min, aus Tagesschau vom 6.8.2013

Drei Viertel des inländischen Eierkonsums kann mit Schweizer Eiern gedeckt werden. Die restlichen 16'000 Tonnen kommen aus dem Ausland – vornehmlich aus Holland und Deutschland.

Dutzende Hühner in einem Stall

Bildlegende: Sie kommen nicht mehr nach, den Schweizer Appetit nach Eiern zu decken: Zürcher Hühner. Keystone

Doch bis Ende Jahr wird diese Menge nicht mehr reichen, prognostiziert die Eierbranche. Es drohe ein Versorgungsengpass.

Als Massnahme empfiehlt das Bundesamt für Landwirtschaft nun, das Teilzollkontingent von importierten Eiern um 1000 Tonnen auf 17'000 Tonnen zu erhöhen.

Markus Ritter, Präsident des Bauernverbandes, ist kritisch. Er befürwortet zwar die Erhöhung des Kontingents als vorübergehende Massnahme, doch als dauerhafte Regelung sieht er darin die Gefahr eines Präjudizes für weitere Verhandlungen mit der Welthandelsorganisation.

Einheimische Eier bevorzugt

Alois Mettler von der Paritätischen Kommission Eierproduzenten und Handel macht sich keine Sorgen, dass die zusätzlichen Importeier auf längere Frist den hiesigen Produzenten Marktanteile streitig machen könnten. Schweizer Konsumenten hätten deutlich mehr Vertrauen in einheimische Eier als in importierte, sagt er. Die Tierschutzauflagen seien in der Schweiz bedeutend strenger, und das wüssten die Konsumenten zu schätzen.

Der Entscheid, ob das Teilzollkontingent dauerhaft erhöht werden soll oder nicht, liegt beim Bundesrat. Heute Dienstag ist die Vernehmlassungsfrist abgelaufen. Ob sich die Regierung dem Widerstand des Bauernverbandes beugen wird, wird sich zeigen.