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Schweiz Der schwere Stand der Berufsmatura

Die Berufsmatura ist eine Art Mittelweg zwischen Berufslehre und Universität. Seit gut 20 Jahren gibt es sie - nun zeigt eine Bilanz von Experten: Die Berufsmatura hat Verbesserungspotential.

Schüler in einer Berufsschule (Archivbild)
Legende: Schüler in einer Berufsschule (Archivbild): Die Quote bei der Berufsmatur ist seit Jahren konstant. Keystone

Die Berufsmatura ermöglicht den Weg an die Fachhochschulen und hat sich etabliert im Schweizer Bildungssystem. Etwa 14 Prozent der Jugendlichen wählen mittlerweile diesen Weg. Allerdings: Diese Quote stagniert seit einigen Jahren.

Ein wesentlicher Grund für die Stagnation: Für die Berufsmatura müssen die Lehrlinge zusätzliche Zeit investieren. Zeit, die ihnen die Unternehmen teilweise dafür einräumen müssen.

Deshalb sind vor allem kleine und mittlere Gewerbebetriebe weniger begeistert. Mit diesen müsse man verstärkt das Gespräch suchen, fordert Markus Maurer, Professor für Berufspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Zürich: «Man muss ihnen klar machen: Wenn sie die Berufsmaturität nicht unterstützen, werden immer mehr Eltern aufs Gymnasium setzen. Und das ist ja genau das, was das Gewerbe nicht will.»

Mit Blockkurs-Modellen experimentieren

Daneben sei es wichtig, dass schon Primarlehrer den Schülerinnen und Schülern aufzeigten, welche Möglichkeiten es dank der Berufsmatura gebe. Ausserdem, findet Maurer, sollten bei der Berufsmaturität auch neue Modelle ausprobiert werden. «Das man zum Beispiel mit der Berufsmaturität erst im zweiten Lehrjahr beginnen könnte. Oder das man mit Blockkurs-Modellen experimentiert und das ausprobiert.»

Das könne helfen, dass Unternehmer und Lehrlinge wieder mehr Gefallen fänden an der Berufsmatura. Das wäre ganz im Sinne des Bundes. Denn auch der Bund hegt das Ziel, dass künftig wieder mehr Lehrlinge die Berufsmatura absolvieren.

10 Kommentare

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  • Kommentar von toufiq ismail, delémont
    ein wichtiger grund fuer den misserfolg der berufsmatur ist, dass diese nur eine matur 2. klasse ist. man kann damit nicht direkt an die eth, sondern muss zuerst noch eine 1-jährige "passerelle" besuchen. mein ex-lehrling macht das, ist dort massiv unterfordert und langweilt sich nur - verlorene zeit. dort liegt das problem.
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    1. Antwort von Roman Schönbächler, Hombrechtikon
      Wenn man vom Gymnasium an eine Fachhochschule möchte, die ja mehr praxisorientiert ist als eine Uni, muss man zuerst ein einjähriges Praktikum machen. Somit ist es falsch zu sagen, der BMS-Abschluss hat weniger "Wert". Viele Arbeitgeber bevorzugen FH-Abgänger, da diese schon Praxiserfahrung haben. Das Niveau in der BMS ist nicht viel tiefer als im Gymnasium, Gymnasiasten hatten in meiner Klasse an der FH sogar zum Teil Defizite gegenüber den BMS Absolventen, z.B. im in Rechtskunde.
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    2. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Welche Arbeitgeber sind es, die FH-Abgänger bevorzugen? Im internationalen Umfeld wird eine Lehre leider nicht als Praxiserfahrung bewertet, sondern als zweitklassige Ausbildung. Und dem entsprechend werden in manche grösseren Firmen für interessante Tätigkeiten vorzugsweise Uni/ETH-Absolventen eingestellt. FH-Absolventen werden dort dann für zweitklassige Arbeiten eingesetzt, die auch jemand ausüben kann, der eine einfache Lehre machte.
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    3. Antwort von Roman Schönbächler, Hombrechtikon
      Für Ingenieure z.B. Stadler Rail und Pilatus. Die Tätigkeiten die ein FH-Ingenieur ausführt, können bestimmt nicht durch jemanden ausgeübt werden, der "nur" eine normale Berufslehre gemacht hat. Der Unterschied zwischen einem FH-Abschluss und einem ETH-Abschluss ist nicht sehr gross. Sie sagen, eine Lehre hat im internationalen Umfeld wenig Wert, das mag unter Umständen zutreffen, aber ein FH-Bachelor oder Master wird von einer int. Firma bestimmt nicht auf gleich gewertet wie eine Lehre.
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  • Kommentar von Jana Jung, GR
    lustig, irgendwie tönts als ob die kommentierenden hier alle bald ein halbes jahrhundert von einer maturität entfernt sind
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Wie bei allen Ausbildungen ist auch hier die Bezeichnung inflationär. Ich habe 1977-1980 in Basel die Berufs-Mittelschule besucht, die damals BMS hiess. Man hatte da nebst der Gewerbeschule noch einen zusätzlichen Tag Unterricht. Irgendwann einmal wurde der Abschluss als Matura bezeichnet, inhaltlich hatte sich nichts wesentliches geändert, die Lehrer waren auch noch dieselben.
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    1. Antwort von Charles Halbeisen, Bronschhofen
      Korrigendum: Ich hatte 1973-1977 die BMS besucht.
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