Der Streit um die E-Zigarette

E-Zigaretten sind auf dem Vormarsch. Doch das sogenannte Dampfen ist umstritten. Nikotinhaltige Flüssigkeiten für die elektrischen Glimmstängel dürfen in der Schweiz nicht verkauft werden – damit blüht der Import über Internet. Das BAG prüft nun, ob die E-Zigarette stärker reguliert werden soll.

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Der Streit um die E-Zigarette (10vor10, 28.11.2013)

3:46 min, vom 28.11.2013

Viel Rauch um nichts? Während ihre Anhänger auf die E-Zigarrette als Ausstiegsmöglichkeit für Raucher schwören, prüft das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die stärkere Regulierung der E-Zigarette in Zukunft.

Der Verband öffentlicher Verkehr will die E-Zigaretten ab dem 15.Dezember offiziell aus den Zügen und S-Bahnen verbannen. «E-Zigaretten sind ab diesem Datum dem Rauchen von Tabak oder Cannabis gleichgestellt. So wird die bestehende Rechtsunsicherheit von Kontrollpersonal und Reisenden geklärt», schreibt der Verband in seiner Begründung.

Besser als Tabak

Und das obwohl die E-Zigarette im direkten Vergleich mit Tabak besser abschneidet. Erwiesen ist, dass sie massiv weniger Schadstoffe enthält als herkömmliche Zigaretten. Der Anteil krebserregender Stoffe beispielsweise sei über hundertmal geringer, sagen Studien. Ausserdem seien Gesundheitsgefahren für Passivraucher kaum zu entdecken. Jedoch besteht die Abhängigkeit vom Nikotin weiterhin, bei entsprechenden Zusätzen.

Für Daniel Bach vom Bundesamt für Gesundheit birgt die E-Zigarette trotz allem noch zu viel Unerforschtes. Die Behörde prüft derzeit, die elektrischen Glimmstängel in der Tabakverordnung mit aufzunehmen. Man wolle einfach auf die Gefahren hinweisen, sagt Bach: «E-Zigaretten können genauso abhängig machen, wie normale Zigaretten». Ausserdem ist auch eine Massnahme für den Jugendschutz, damit junge Leute nicht über E-Zigaretten in eine Nikotinabhängigkeit geraten. Bach sieht aber auch die positiven Seiten, die geringere Schädlichkeit z.B. Es brauche einen guten Mittelweg.

Tabaklos

Für die leidenschaftlichen Dampfer ist die Skepsis in Bern unverständlich. Sie sind überzeugt, die E-Zigarette bietet eine gute Alternative zum Tabak und hilft vielen Rauchern aufzuhören. «Tabak befindet sich schon lange nicht mehr in einer E-Zigarette», sagt Christian Lusser, Präsident der Organisation StattQualm. Daher gehöre die E-Zigarette auch in keine Tabakverordnung.

Also doch lieber dampfen statt rauchen? Am heutigen Kongress der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention diskutiert Jacques Cornuz darüber mit anderen Experten. Der Chefarzt der Poliklinik Lausanne und ausgewiesener Experte für Tabakkonsum kommt zum Schluss: Es muss noch geforscht werden.

«Welche Langzeitwirkung die elektronische Zigarette auf die Konsumenten hat, wissen wir nicht», sagt Cornuz. «Man weiss nicht, ob es positive Effekte sind, wie beispielsweise ein Rückgang des Tabak-Konsums. Oder, ob es schädlich für die Lunge der Konsumenten sein kann.»