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Schweiz Der Taser, besser als sein Ruf

Seit der Einführung der Elektroschockwaffe Taser in der Schweiz 2003 warnen Kritiker vor ihren schlimmen Folgen. Eine Auswertung, die «10vor10» vorliegt, zeigt nun aber: Seit Schweizer Polizisten die Taser verwenden, ist es zu keinen schlimmen Zwischenfällen gekommen.

Legende: Video Der Taser, besser als sein Ruf abspielen. Laufzeit 3:59 Minuten.
Aus 10vor10 vom 03.08.2015.

Die Elektroschockwaffe Taser setzt Menschen mit Stromstössen ausser Gefecht. Während fünf Sekunden werden Getroffene durch einen Stromstoss von 50 000 Volt gelähmt.

In der Schweiz sind Taser seit 2003 zugelassen. Die Elektroschockpistolen gehören heute zur Standardausrüstung von fast allen grossen Schweizer Polizeikorps. Waren es zu Beginn vor allem Spezialeinheiten die den Taser verwendeten, sind nun immer mehr normale Frontpolizisten mit dem Gerät ausgerüstet.

Die Elektroschockpistolen stehen seit ihrer Einführung immer wieder in der Kritik. Die Warnungen reichen von schweren Verletzungen bis hin zum Tod. In den USA sind gemäss Berichten von Amnesty International seit 2001 über 540 Menschen wegen Taser-Einsätzen durch die Polizei gestorben.

154 Einsätze – 7 Leichtverletzte

Schweizweit ist die Zahl der Taser-Einsätze stark gestiegen. Waren es 2008 noch acht Einsätze, wurde die Waffe im letzten Jahr bereits 36 mal eingesetzt. Bis 2014 wurde die Elektroschockpistole in der Schweiz von der Polizei insgesamt 154 Mal angewendet. Eine Auswertung der Schweizer Polizeitechnik, die «10vor10» vorliegt, zeigt: Dabei kam es weder zu Toten noch zu Schwerverletzten. Es gab lediglich sieben Leichtverletzte. In fünf Fällen handelt es sich um leichte Schürfungen verursacht durch den Sturz, in einem Fall kam es zu starker Benommenheit und einmal erlitt der Getroffene leichte Schnittverletzungen durch sein eigenes Messer.

Polizeitechniker Roland Stämpfli erfasst alle Taser-Einsätze der Schweiz. Für ihn ist die gute Ausbildung der Einsatzkräfte mit ein Grund, dass es in der Schweiz bislang zu keinen schlimmen Zwischenfällen gekommen ist. Zudem sei der Taser nicht gefährlicher als andere Waffen: «Die Verletzungsgefahr beim Taser entspricht derjenigen der anderen Einsatzmitteln der Polizei», sagt Stämpfli. «Auch wenn ich mit jemandem von Hand zu Boden gehe, riskiere ich leichte Verletzungen.»

«Extrem gefährliche und zum Tode führende Waffe.»

Amnesty International gehört zu den schärfsten Kritikern von Tasern. Trotz der positiven Bilanz in der Schweiz warnt Sprecherin Stella Jegher vor den Folgen der Elektroschockwaffen: «Der Taser ist eine extrem gefährliche, schmerzhafte und in vielen Fällen zum Tode führende Waffe.» Die Entwicklung, dass immer mehr Polizisten an der Front mit Tasern ausgerüstet werden, beurteilt sie kritisch: «Je verbreiteter Taser zum Einsatz kommen, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir in einigen Jahren eine weniger schöne Statistik haben.»

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15 Kommentare

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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Es wird auch nicht lange dauern bis Jugendliche diese Waffe benützen ,weil sie ja gar nicht gefährlich sein soll und schon haben wir den Salat . Gleichzeitig werden die Ganoven nachrüsten und wehe dem Polzisten wenn er zu späht drückt, dann haben den noch grösseren Salat . Die Hochrüstung geht weiter , genau im Sinne der USA-Herstellerfirma u. Politik . Die nächste Steigerungs- Waffe wird dann die Laser-Pistole sein. Die Entwicklung muss in Richtung Humanabwehr gehen und nicht Gewaltabwehr.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Es bleibt nur zu hoffen , dass es mit dieser Waffe nur die Richtigen erwischt und nie einen Unschuldigen . Ich bin in keiner Weise gegen eine seriös ausgebildete Polizei, die ist sehr wichtig und erwünscht -aber wenn mit 100km/h einem Dieb durch ein Dorf nachgehetzt wird und dabei Unschuldige gefährdet sind oder gar getötet werden , hat die Polizei in keinem Verhältnis zum Tatbestand seriös gehandelt und auch so bei einem möglichen nicht klaren Taser - Einsatz.
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  • Kommentar von Andrea Müller, Zürich
    Sind 150 denn statistisch signifikant? Und waren die Ziele der Tasereinsätze alle unter-30-jährige sportliche Männer, die sowas noch eher einstecken können?
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