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Schweiz Deutlich mehr Asylgesuche im September

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Flüchtlingswelle in Europa steigt die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz weiter markant an. Ende September suchten 4544 Personen um Asyl nach. Das waren 645 Asylgesuche mehr als im Vormonat.

Legende: Video Deutlicher Anstieg bei den Asylgesuchen abspielen. Laufzeit 1:19 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.10.2015.

Bis Ende September stellten im laufenden Jahr 24'212 Personen ein Asylgesuch. Das sind 34 Prozent mehr als in den ersten neun Monaten des Vorjahres. Einen deutlichen Anstieg gab es von Juli bis September: In diesen drei Monaten gingen rund 5000 Gesuche mehr ein als in den drei Monaten davor. Dies teilte das Staatssekretariat für Migration (SEM) mit.

Die wichtigsten Herkunftsländer im dritten Quartal 2015 waren Eritrea (5127 Gesuche), Syrien (1556 Gesuche) und Afghanistan (1373 Gesuche). Rund 66 Prozent der Asylgesuche wurden von Personen aus diesen drei Staaten eingereicht.

Aufgrund des schlechteren Wetters rechnet das SEM im November mit weniger Asylgesuchen. Die Situation bleibe jedoch sowohl in Europa als auch in der Schweiz angespannt. Europa habe sich in den letzten Monaten mit der grössten Migrationsbewegung seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges konfrontiert gesehen, schreibt das SEM. Insgesamt wurden in den EU- und Efta-Staaten mehr als 400'000 Asylsuchende registriert.

Erstmal seien im September mehr Flüchtlinge und Migranten über die Balkan-Route in die Schweiz gelangt, als über die Mittelmeer-Italien-Route, hiess es weiter. Weiterhin geht das SEM für das ganze Jahr 2015 von einer Gesamtzahl von 30'000 Asylgesuchen aus. Allerdings: «Niemand weiss, wie sich die Zahl der Asylsuchenden bis Ende Jahr weiterentwickelt», sagt SRF-Bundeshausredaktor Dominik Meier.

Zahl der Rekurse gegen Asylentscheide steigt

Wegen der steigenden Asylzahlen muss das Bundesverwaltungsgericht auch mehr Rekurse gegen Asylentscheide behandeln. Im September seien es mit 625 Rekursen fast doppelt so viele gewesen, wie in den vergangenen Monaten sagt Präsident Jean-Luc Baechler in den Westschweizer Zeitungen «24 Heures» und «Tribune de Genève».

Einerseits seien in den letzten Monaten mehr Asyl-Gesuche gestellt worden. Andererseits habe der Bund das Personal aufgestockt, um seinen Pendenzen-berg abzubauen. Deshalb gelangten auch mehr Rekurse ans Bundesverwaltungsgericht, so Baechler.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Prima Beispiel. Bitten sie doch mal 50 "Flüchtlinge" zu Tisch. Sie werden dann feststellen, dass es ihre Möglichkeiten übersteigt und sie nicht mehr Herr im eigenen Haus sind. Dort liegt das Problem Herr Bächler. Können sie das nachvollziehen?
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    1. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      "Dummheit allein ist keine Schande, aber Dummheit gepaart mit moralischer Überheblichkeit und Realitätsverlust ist eine Kombination, die in den Abgrund führt." Über die fundamentalen, dauerhaften Veränderungen innerhalb der Gesellschaft hat Herr Stresemann einen Aufsatz geschrieben, unter: "Die fremde Invasion – was wir Europäer zu verlieren haben". Manche wachen erst auf, wenn es zu spät ist. Die Suppe dürfen dann aber alle auslöffeln!
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      W.Christmann,ich habe an meinem Tisch Flüchtlinge zum Essen! Und ich sage ihnen,dass jeder von ihnen ein anderes Schiksal zu erzählen hat.Wenn sie diese Tragödien hören,werden sie definitiv anders denken,ausser sie sind absolut abgebrüht & kaltherzig! Und,ich bin noch immer Herr in meinem Haus, weil diese Menschen dankbar sind, dass ihnen jemand zuhört! Das mag für sie abartig klingen, doch nur mit polemischer Grundhaltung werden sie nie in de Lage sein, ihre Denkweise zu ändern.Das ist schade!
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    3. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      Herr Bächler, sie müssen ihren Tisch noch drastisch vergrössern, ihre Kapazitäten werden bald erschöpft sein. Und: Für Märchenstunden setze ich mich jeweils mit meiner kleinen Tochter ans Tischli.
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    4. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Uneinsichtig und nicht bereit, mal anders zu denken!
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    5. Antwort von Cédric Schmid (Grüne Partei)
      "Uneinsichtig und nicht bereit, mal anders zu denken!" Bravo. N. Bächler finde ich auch Herr Christman hat hier leider völlig recht. N. Bächler ist Uneinsichtig und nicht bereit, mal anders zu denken!. Schade aber wir sind ja jetzt auf einem guten Weg, hoffentlich
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Bei der Völkerwanderung wird man nicht umhin können, die Asylpraxis anzupassen. Dabei muss man nicht mal die Gesetze ändern, sondern nur konsequent anwenden. Kriegsflüchtlinge nur subsidiären Schutz gewähren, nach Kriegsende müssen die wieder in die Heimat zurück. Unabhängig wieviele Jahre sie in der CH waren. Eritreische Migranten sind Wehrdienstverweigerer, das ist nach der Genfer Konvention erst recht kein Fluchtgrund. Zumal deren Sold für den NS gerade vervierfacht wurde.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Wer von all diesen Asylkritikern hat sich je einmal ehrlich um die Sorgen & die Nöte dieser Flüchtlinge gekümmert?Wer von ihnen hat je einmal einen Flüchtling bei sich zuhause am Tische gehabt & ihm zugehört?Ich sage ihnen: TUN SIE DIES WENIGSTENS EINMAL! Es wird ihr Denken komplett verändern! Statt die unsägliche Leier von «Wirtschaftsflüchtlingen» wiederzugeben würde es all denjenigen gut anstehen, sich persönlich über das Schicksal dieser Menschen zu orientieren. Aber das ist eben unangenehm!
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