Deza: Mit leisen Tönen Richtung Nachhaltigkeit

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) verfügt über viel Geld. Entsprechend interessiert die Öffentlichkeit, wo sie ihre Schwerpunkte setzt. Dieses Mal besonders, denn die Deza hat einen neuen Chef. Manuel Sager ist seit letzten November im Amt und gab nun seine Ziele bekannt.

Aufnahme des neuen Deza-Chefs Manuel Sager an einer Medienkonferenz.

Bildlegende: Setzt auf Kontinuität und Diskretion: Der neue Deza-Chef Manuel Sager. Keystone

Der 60-jährige neue Direktor Manuel Sager setzt auf Kontinuität. «Das oberste Ziel ist und bleibt die Armutsbekämpfung», sagt er. Am nötigsten sei dies in sogenannten fragilen Staaten; in Ländern und Regionen, in denen – meist wegen bewaffneten Konflikten – die staatlichen Strukturen weitgehend fehlten.

Diese Priorität ist ganz von der Agenda der UNO geprägt. Wichtige Entscheide stehen an. So sollen die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung neu formuliert werden. Dazu gehört die Frage, wie Wirtschaftswachstum und Entwicklungshilfe aneinander gebunden werden können.

Sager ist überzeugt, dass die Schweiz dazu einen wesentlichen Beitrag leisten kann. Denn die Schweiz habe im Vorfeld erreichen können, dass bei den 17 nachhaltigen UNO-Entwicklungszielen, die heute vorliegen, «die schweizerische Philosophie der Entwicklungszusammenarbeit Eingang findet».

Osthilfegesetz: Sager hofft auf Parlament

«Hilfe zur Selbsthilfe» lautet die Deza-Philosophie insbesondere. Ein weiterer Fokus der Entwicklungszusammenarbeit ist innenpolitischer Natur: Das Parlament hat im Herbst über eine Verlängerung des Osthilfegesetzes zu entscheiden. Es regelt, wie die Schweiz Entwicklungsprojekte in den neuen EU-Staaten im Osten Europas und in den unabhängigen ehemaligen Staaten der Sowjetunion finanziert.

«  Bundesrat Didier Burkhalter ist bezüglich diskreter Arbeit ein Vorbild für mich. »

Manuel Sager
Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit

Dieses Osthilfegesetz ist für die Deza entscheidend. Sager gibt sich zuversichtlich, dass es im Parlament Unterstützung finden wird. Auch 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer bleibe im Übergang hin zu mehr Demokratie, Marktwirtschaft und gerechte Verteilung des Wohlstandes «einiges» zu tun.

«Ich halte nichts von Schauläufen»

Sager ist überzeugt, dass die Deza organisatorisch mittlerweile gut aufgestellt sei. Die Kontroverse darüber, wie eigenständig die Deza auftreten soll, war lang. Unter Aussenminister Didier Burkhalter wurde sie sehr viel direkter und vernetzter in die Gesamtorganisation des Departements eingebunden.

«Sowohl in der Zentrale in Bern als auch im Feld herrscht weitgehende Übereinstimmung, dass die Reorganisation notwendig und letztendlich im Interesse einer effizienten Aufgabenteilung ist», sagt Sager dazu.

Angesprochen auf den Stil seiner Arbeit als Deza-Chef meint Sager: «Bundesrat Didier Burkhalter ist diesbezüglich ein Vorbild für mich. Ich halte nichts von Schauläufen. Ich denke, die tägliche, diskrete Arbeit, zu der auch die Vertretung unserer Anliegen in der Öffentlichkeit gehört, ist längerfristig nachhaltiger.»