Dicke Luft auf dem Bau

Auf dem Bau verhärten sich die Fronten: Die Delegierten des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) haben beschlossen, die abgebrochenen Lohnverhandlungen mit den Gewerkschaften Unia und Syna nicht wieder aufzunehmen.

Baustelle ohne Arbeiter

Bildlegende: Stillstand bei den Verhandlungen Keystone

Die SBV-Delegiertenversammlung fällte den Entscheid einstimmig: Die Gespräche mit den Gewerkschaften werden nicht weitergeführt. Vor allem die Gewerkschaft Unia stosse die Baumeister mit einer eigenen Stelle zur Risikoanalyse von Bauunternehmungen vor den Kopf.

Harte Worte von beiden Seiten

Hier handelt es sich um ein gemeinsam mit den Baumeistern entwickeltes Branchenregister, welches aufzeigen soll, ob sich Unternehmen an das Arbeitsrecht halten. Die Baumeister hätten sich aus der gemeinsamen Arbeitsgruppe zurückgezogen, wirft Nico Lutz, Leiter des Sektors Bau der Unia, ein. Mit ihrer Haltung, nicht verhandeln zu wollen, setzen sich die Baumeister laut Lutz über den Landesmantelvertrag hinweg. Dieser läuft Ende 2015 aus. «Im nächsten Jahr wird es eine harte Auseinandersetzung geben», so der Unia-Vertreter.

Aber auch der Baumeisterverband findet klare Worte: «Eine systematische Taktik von Stör- und Nadelstichen auf Baustellen» würde die Unia seit Mitte September betreiben. Damit verletzten die Gewerkschafter die absolut geltende Friedenspflicht im Bauhauptgewerbe.

Auch beim Lohn divergieren die Meinungen stark. Während die Unia eine Lohnerhöhung von 150 Franken für alle fordert, stellt sich der SBV auf eine Nullrunde. Die massgebende Jahresteuerung läge im Minus, und in den vergangenen acht Jahren seien die effektiv bezahlten Löhne real um 6,1 % gestiegen, so die Argumentation der Baumeister. Diese wären somit «an der Spitze aller gewerblichen Branchen mit einem Gesamtarbeitsvertrag».