«Die allermeisten Lebensmittel sind sicher»

Die Schweizer Behörden stellen dem System zur Sicherung der Lebensmittel-Sicherheit gute Noten aus. Die negativen Pferdefleisch-Tests der Kantonschemiker würden dies veranschaulichen.

«Es ist eine Bestätigung, dass das Schweizer System funktioniert», sagt Michael Beer, Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Im «Tagesgespräch» von Radio SRF betont er: «Die allermeisten Lebensmittel werden so produziert wie sie müssen: Sie sind sicher und es gibt auch keine Täuschung.»

Wichtige Rollen kämen insbesondere der Lebensmittelindustrie und dem Handel zu: Sie seien zur Selbstkontrolle verpflichtet. Das funktioniere in der Schweiz sehr gut. Die Aufgabe der Behörden sei deshalb vor allem die «Kontrolle der Selbstkontrolle» in den Betrieben.

« Hunderprozentig sicher kann man nie sein. »

Für Beer ist klar – die Fertiglasagne aus dem Coop mit undeklariertem Pferdefleisch zeigt es – «Hundertprozentig sicher kann man nie sein.» Zumal es sich bei den Kontrollen in gewisser Weise um eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen handle.

Kleinere Fälle kommen «ab und zu» vor

Zwar würden Kantonschemiker bei ihren routinemässigen Kontrollen ab und zu auf Diskrepanzen zwischen Produkt und Vorschriften stossen. Allerdings sei dabei meist nicht böser Wille, sondern eine Panne im Produktionsprozess verantwortlich, so der BAG-Verantwortliche.

Michael Beer, Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit beim Bundesamt für Gesundheit.

Bildlegende: Michael Beer, Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit beim Bundesamt für Gesundheit. Reuters

Grosse Fälle, wie der aktuelle Pferdefleisch-Skandal in Europa, seien dagegen noch nicht sehr oft festgestellt worden, so Beer weiter. Der Fall zeige: Der Betrug mit Lebensmitteln sei ein gefährliches Geschäft, das sich nicht lohne.

Das Wichtigste sei ein gutes System, das immer weiter verbessert werde. Gerade nach dem Pferdefleisch-Fall aus Grossbritannien sei es wichtig, das System aus Lieferanten, Verarbeiter und Behörden zu überprüfen und allenfalls anzupassen.

 Vielleicht müsse man als Konsequenz vom einen oder anderen Grossbetrieb eine verbesserte Waren-Eingangskontrolle fordern. Doch man müsse sich auch bewusst sein: «Es ist eine feine Balance – jede Analyse kostet und schlägt schliesslich auf den Preis des Lebensmittels durch.»