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Kosovo-Albaner in der Schweiz Die Diaspora betrachtet das Heimatland zunehmend kritischer

Die meisten Kosovo-Albaner haben zwiespältige Gefühle zu ihrer Heimat. Viele wollen helfen. Aber bitte nicht nur einfach mit Geld, sagen hier progressive Kosovo-Albaner.

Legende: Audio Wie die Diaspora in der Schweiz tickt abspielen. Laufzeit 31:26 Minuten.
31:26 min, aus SRF 4 News aktuell vom 13.07.2017.

170'000 Kosovo-Albaner leben in der Schweiz, das ist ein Zehntel der Bevölkerung Kosovos. Viele sind gut integriert und pflegen dennoch enge Beziehungen zum Heimatland, pendeln regelmässig zwischen Zürich und Pristina. Doch die Verbundenheit hat Grenzen. Vor allem die Jungen brechen mit Traditionen.

Bei vielen Jungen kommt Unlust auf, weiterhin Geld an die Verwandten in der Heimat zu schicken. 175 Millionen Franken flossen letztes Jahr von der Schweiz aus. Aus keinem anderen Land kommt so viel Geld nach Kosovo.

Kosovo geht es wirtschaftlich schlecht, ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Über 50 Prozent der Jungen sind arbeitslos. Die Kosovo-Albaner in der Schweiz haben genug von der Misswirtschaft der politischen Elite im Heimatland und dem daraus resultierenden wirtschaftlichen Stillstand.

Einige nutzen das Wohlstandsgefälle und bauen Firmen auf. Valon Asani hat in Pristina eine IT-Firma, mit der er Lösungen für Schweizer Betriebe anbietet. Sein Ziel: Arbeitsplätze in Kosovo schaffen.

Asani bezeichnet Kosovo mittlerweile als unternehmerfreundlich. Doch es bleibt schwierig, vor Ort qualifizierte Arbeitskräfte zu finden.

Ob die Albaner künftig öfter nachhaltig ins Land investieren, hängt laut Journalist Enver Robelli stark von der künftigen Politik des Landes ab. Der Kosovo sei immer noch ein nicht funktionierender Staat. «Wenn sich politisch etwas ändert, im positiven Sinne, dann könnte das eine unglaubliche Dynamik auslösen. Die Leute werden öfters zurückgehen und in Kosovo etwas aufbauen.»

Die Schauspielerin Albana Agaj ist eine, die nicht auf politische Eliten wartet. Sie folgte ihrem Gefühl, ging nach Pristina, traf «wundervolle Menschen» und realisierte eine Koproduktion mit Theaterschaffenden aus ihrem Heimatland.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Es macht Sinn und ist super, wenn die jungen Kosovo Albaner Ihr Land aufbauen und dort Geschäfte gründen. Schliesslich ist es auch richtige Zeit und wurde versprochen, dass die Kosovo Flüchtlinge im Frieden wieder nach hause gehen.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Die 2./3. Generation muss für ihr Geld in CH selber arbeiten - bis ihre Eltern dies nicht mussten, da Flüchtling und Sozialhilfe. Demzufolge prüfen sie schon sehr wohl, ob es berechtigt ist, in die alte Heimat einfach Geld zu schicken. Zudem besteht zw. der 3. Generation eine Distanz. Sie kennen die Cousins 3. Grades nicht mehr so gut (normal). Und langsam wird erkannt, dass eine Ehepartnerin, die anders sozialisiert ist und nicht arbeitsmarktfähig in CH ist, schnell zur Hypothek werden kann.
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  • Kommentar von Charles Grossrieder (View)
    Geld schicken spornt in der alten Heimat nicht unbedingt zur Arbeit an, ganz im Gegenteil es macht abhaengig und lethargisch. Das junge Leute Geld direckt investieren und die Wirtschaft damit aufbauen macht sicher mehr Sinn auf die Laenge. Dann wissen sie, dass mit dem Geld was Positives geschieht und haben hoffentlich auch einen Ertrag. Ein Risiko wird auch da mitspielen ohne Zweifel, aber dafuer sicher auch mehr Motivation.
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