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Reaktion auf Masernfälle «Die Empfehlung lautet: Impfen!»

Auch Erwachsene haben sich angesteckt. Einem Impfzwang steht der Verband Kinderbetreuung aber skeptisch gegenüber.

Legende: Audio Wieder vermehrt Masernfälle aufgetreten abspielen. Laufzeit 01:33 Minuten.
01:33 min, aus HeuteMorgen vom 31.08.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • In den vergangenen Tagen sind in der Schweiz wieder vermehrt Fälle von Masern aufgetreten.
  • Laut Recherchen von SRF sind auch ungeimpfte Erwachsene unter den Erkrankten, die beruflich mit Kindern arbeiten.
  • Beim Bund ist man deswegen beunruhigt.
  • Der Verband Kinderbetreuung empfiehlt Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kindertagesstätten die Impfung.

Seit letztem Sonntag sind sechs bestätigte Masernfälle aufgetreten. Drei davon im Unterwallis, zwei sind es im Kanton Neuenburg und einer im Kanton St. Gallen. Weitere Verdachtsfälle werden im Moment in den betroffenen Kantonen abgeklärt. Das Hauptproblem: Nicht nur Kinder sind unter den Erkrankten, sondern auch zwei Erwachsene – eine Tagesmutter für kleine Kinder und eine weitere Betreuungsperson.

Verband Kinderbetreuung: «Die Empfehlung lautet: Impfen!»

Für Nadine Hoch, die Geschäftsführerin des Verbandes Kinderbetreuung Schweiz, ist klar: Die 34'000 Personen, die in der Schweiz in der Kinderbetreuung arbeiten, tragen eine besondere Verantwortung für diese Kinder. Deshalb gibt der Verband Empfehlungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kindertagesstätten ab: «Die Empfehlung lautet: Impfen, insbesondere gegen ansteckende Krankheiten wie Masern. Im Wissen darum, dass Masern Komplikationen wie Lungen- und Hirnhautentzündungen mit sich bringen können.»
Hoch vermutet, dass gewisse Kita-Mitarbeiterinnen zu wenig sensibilisiert seien für das Thema: «Ich glaube, es fehlt teils noch am Wissen, dass es für Kinder gefährlich sein kann, wenn man als Betreuungsperson nicht geimpft ist.» Einem Impfzwang für Mitarbeiterinnen von Kindertagesstätten steht der Verband eher skeptisch gegenüber: Er könnte kontraproduktiv wirken. Auch deshalb setzt der Verband eben auf einen Impf-Appell an seine Mitglieder.

Für Daniel Koch, Leiter der Abteilung «Übertragbare Krankheiten» beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), ein Grund zur Sorge. Koch sagt: «Was uns beunruhigt, ist, dass diese Fälle in einer Umgebung aufgetreten sind, wo auch viele weitere Kinder angesteckt werden könnten. Also auch in einer Umgebung, wo Berufsfachleute eigentlich darauf schauen sollten, dass der Impfstatus vollständig ist.»

Uns beunruhigt, dass diese Fälle in einer Umgebung aufgetreten sind, in der auch viele weitere Kinder angesteckt werden könnten.
Autor: Daniel KochLeiter Abteilung «Übertragbare Krankheiten» beim Bundesamt für Gesundheit

Ein Impfobligatorium für Betreuungspersonen gibt es in der Schweiz keines, denn hierzulande ist die Impfung gegen diese sehr ansteckende Viruserkrankung nicht vorgeschrieben, anders als beispielsweise in Italien oder Frankreich. Dies, obschon Masern sehr gefährlich werden könnten, gerade für Kleinkinder oder bereits erkrankte Menschen.

Betreuungspersonen sollen ihren Impfstatus überprüfen und nicht unnötigerweise Kinder oder vulnerable Personen gefährden.

Koch appelliert deswegen an die Verantwortung der Betreuenden: «Sie sollen doch ihren Impfstatus überprüfen und nicht unnötigerweise Kinder oder vulnerable Personen gefährden.» Denn, so Koch weiter, die meisten nicht Geimpften seien nicht unbedingt Impfverweigerer, sondern hätten die Impfung schlicht vergessen.

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76 Kommentare

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  • Kommentar von Theodor Kugler (Handeln!)
    An HPMüller: Sie schreiben nicht über das, worüber ich schreibe. Wir reden/schreiben aneinander vorbei. 500 Zeichen können dieses Problem nicht lösen. Sorry.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ Kugler: Ich schreibe über Masern, deren Gefahren und die Impfung und untermaure meine Meinung mit fundierten Zahlen und Fakten. Worüber schreiben denn Sie?
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    2. Antwort von Theodor Kugler (Handeln!)
      An HPMüller: Wenn Sie ein wirklich umfassendes Buch lesen (von Impf-Unterstützern oder -Gegnern), welches das Herstellen und die Inhaltsstoffe von Impfstoffen im Detail und ohne Weglassungen beschreibt, dann werden so viele unbeantworteten Fragen auftauchen, dass Sie über das Thema Impfen keine sicheren Aussagen mehr machen, sondern warnen, weil Sie es ethisch nicht mehr verantworten können, andere Menschen zu desinformieren oder gar absichtlich zu täuschen. Eigentlich habe ich nur noch Fragen!
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  • Kommentar von Theodor Kugler (Handeln!)
    Wenn das Immunsystem zum 1. Mal mit einer fremden Noxe (Antigen) konfrontiert wird, reagiert dieses Immunsystem mit Symptomen, d.h. einer Krankheit. Wenn nun im Impfstoff nur das abgeschwächte oder analoge Antigen vorhanden wäre, würde das Immunsystem ebenfalls mit Symptomen reagieren. Man hat dem Impfstoff Zusatzstoffe beigefügt, welche das Immunsystem unterdrücken/schädigen (wie bei einer Organtransplantation), weil man durch die Impfung nicht krank werden will. Das ist der Preis!
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Sie haben offensichtlich weder von Krankheit noch von Impfung eine Ahnung. Was Sie schreiben ist von A bis Z falsch. Nicht jedes Antigen macht krank. Alles was nicht vom Körper selber stammt ist ein Antigen. Und trotzdem sind wir nicht Dauerkrank. Die Abwehr wiederum reagiert nicht auf ganze Krankheitserreger, sondern nur auf einzelne Eiweisse an der Oberfläche. Darum sind für Impfungen auch nicht lebende ganze Krankheitserreger notwendig. In keinem einzigen Impfstoff hat es solche Zusatzstoffe
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  • Kommentar von Theresia Weber (Resi)
    Erinnern wir uns an die Impfkampagne WHO und BAG "Vogelgrippe". Der Bund hatte die zu viel eingekauften Impfstoppe an Länder in Afrika verschenkt. Wàre besser den Menschen in Afrika Zugang zu einer gerechten Ernährung zu geben, als schlecht, unterernährte Menschen zu impfen. Die Folgen der Impfung waren verherender in diesen Ländern als die Vogelgrippe. Aber das will niemand sehen, die Schweiz lobt sich ihrer Gütigkeit.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Es gibt keine Impfung gegen "Vogelgrippe" für Menschen. Darum hat weder das BAG noch die WHO diesbezüglich eine Impfkampagne geführt und die Schweiz ganz sicher keinen Impfstoff nach Afrika verkauft.
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