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Schweizer Waldwirtschaft Die Fichte kann dem Klimawandel schlecht trotzen

Fichte vor anderen Bäumen
Legende: Es wird immer wärmer und trockener – nicht alle Bäume können mithalten. Keystone
  • Warme Temperaturen und zunehmende Trockenheit in der Schweiz können Waldbäume in Bedrängnis bringen.
  • Eine Studie zeigt, wie gut die drei wichtigsten Baumarten – Fichte, Tanne und Buche – damit umgehen können.
  • Die Forschenden stützen ihre Prognose auf Versuche und Klimaszenarien.

Bekannt war bereits aus früheren Studien, dass die Fichte besonders im Schweizer Mittelland unter der zunehmenden Wärme und Trockenheit leiden wird. Die neue Untersuchung, die im Fachblatt «Global Change Biology» erscheint, zeigt nun, dass die Fichte wohl landesweit in Bedrängnis gerät.

Anpassung an Lokalklima ermittelt

Auf zwei Versuchsflächen in Birmensdorf ZH und Matzendorf SO untersuchten die Mitarbeiter der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) an rund 16'000 Jungbäumen verschiedene Wachstumseigenschaften. Dabei handelte es sich um Nachkommen von 92 Fichten-, 90 Tannen- und 77 Buchenbeständen aus allen Regionen der Schweiz mit unterschiedlich warmen und feuchten lokalen Bedingungen.

Aus dem Vergleich ihres Wachstums konnten die Wissenschaftler ableiten, wie stark die Bäume an ihre jeweiligen Umweltbedingungen am Standort angepasst sind. Mithilfe von Klimaszenarien berechneten sie anschliessend das Risiko, dem die verschiedenen Baumarten aufgrund des Klimawandels ausgesetzt sind.

Ein Jahrtausende dauernder Prozess

Das Fazit: In den vergangenen Jahrtausenden habe sich die Schweizer Fichte genetisch offenbar stark an das Lokalklima angepasst. Weil Baumgenerationen rund 100 Jahre oder länger dauern, kann sie sich nur langsam wieder an neue Bedingungen anpassen. Zu langsam. Etwas weniger stark angepasst ist laut Studie die Buche, die dadurch wohl besser als die Fichte mit dem Klimawandel klarkommen wird.

Positiv überrascht waren die Forschenden hingegen über die Resultate zur Weisstanne: Sie habe sich praktisch kaum an das lokale Klima angepasst und dürfte daher einem weiteren Wandel der Bedingungen trotzen, hiess es in der veröffentlichten Mitteilung des WSL.

Als Empfehlungen für die Zukunft leiten die Forschenden daher ab, vermehrt auf die Weisstanne zu setzen und Fichten und Buchen vorausschauend zu pflanzen.

«Brotbaum» der Zimmerleute

Die Fichte ist mit gut 39 Prozent die häufigste Baumart der Schweiz. Sie ist so beliebt, weil sie gerade und schnell wächst. Darum wird sie auch «Brotbaum» der inländischen Holzwirtschaft genannt.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Stahn (jazz)
    Alles fliesst (Panta rhei), das wusste schon Heraklit. Seit die Erde entstanden ist und sich Leben darauf entwickelte, welches schon mehrmals bis zu 99% wieder ausgestorben ist, weil die Klimabedingungen es erforderten, steht fest, es gibt von Anfang an keine Garantie eines stabilen Klimas auf Erden, keine Garantie, die Erde sei ein Ponyhof auf ewig. In den letzten 2 Mio. Jahren, konnte der Homo bis heute sich anpassen. Sehen wir es doch positiv, auch Palmen bringen Früchte hervor. :-)
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  • Kommentar von Tim Buesser (TimBue)
    Neues "Waldsterben" scheint mit Klimawandel angesagt zu werden. Wie bei allem zum Klimawandel: jede Änderung kann nur negative Folgen haben, mindestens das ist die einhellige Darstellung in heutigen Medien und Politik. Derweil war jede Warmperiode in Geschichte mit Hochkultur einhergegangen, Kälteperioden hingegen waren immer geprägt von Hunger, Krieg und Niedergang. Das "Negative" ist Geschäft der Medien, für Politiker ist es gelegene Ausrede für eigenes Versagen.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Klimawandel, ist ein Faktor, die weiter zunehmende, gravierende Umweltverschmutzung ein anderer! Das muss der Mensch ändern!!
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    1. Antwort von Klaus Kreuter (Klaus Kreuter)
      Frau Casagrande - leider kann der Mensch das nicht ändern. Die Natur nimmt und gibt und wir müssen uns darauf einstellen. Der RIESLING stirbt langsam aus - es kommt der CHARDONNAY. Wenn wir endlich akzeptieren was wir nicht ändern können, dann sind wir einen grossen Schritt weiter.
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