«Die hohen Mietzinsen sind inakzeptabel»

Freie Mietwohnungen könnten bald billiger werden, hiess es noch vor wenigen Monaten. Geschehen ist seither nichts. Das ärgert SP-Nationalrätin Jacqueline Badran.

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Das Patentrezept gegen horrende Mieten

2:32 min, aus Tagesschau vom 17.10.2014

Laut dem neuesten Mietzinsindex der Internet-Plattform Homegate sind die Mietpreise weiter gestiegen. Im September stand er bei 112 Punkten. Damit sind die freien Wohnungen auf dem Markt seit 2009 um zwölf Prozent teurer geworden.
Am stärksten gestiegen sind die Mieten im Kanton Luzern – um fast vier Prozent.

In der Westschweiz sind es Genf und die Waadt, die besonders zugelegt haben. Aber auch die grossen Kantone Bern und Zürich belegen Spitzenplätze. Mit fast zwei Prozent höheren Zinsen für neu vermietete Wohnungen liegen sie im schweizerischen Schnitt.

Badran: «Das ist inakzeptabel»

Das ist ein Ärger für SP-Nationalrätin und Immobilien-Politikerin Jacqueline Badran. Wenn das Mietrecht durchgesetzt würde, meint sie, wäre es auch ein Einfaches, die Mieten zu senken. «Es ist eigentlich eine Zumutung, wir haben massiv sinkende Referenzzinsen, eine ganz tiefe Inflation und eine extrem hohe Bautätigkeit, trotzdem steigen die Mieten», sagt Badran. «Das ist inakzeptabel.»

Wenn Leute eine teure Wohnung mieten, fehlt ihnen das Geld fürs Restaurant oder für Ferien, argumentiert Badran. Sprich: Es kratzt an der Kaufkraft. Anders sehen das erfahrungsgemäss die Hauseigentümer. Ein Eingriff in den freien Markt bleibt in ihren Augen fatal.

«Der Gesetzgeber hat gewünscht, dass Vermieter die Mieten an den ortsüblichen Preise anpassen können», sagt Michael Landolt vom Hauseigentümer-Verband. «Nur so kann ein qualitativ hochstehendes Mietangebot und Wohnungsangebot bestehen bleiben.»

Wer eine Wohnung sucht, soll auf dem Markt künftig mehr Angebote finden können, da sind sich die Parteien einig. Die Frage, ob das neue schöne Zuhause erschwinglicher wird, ist damit aber nicht beantwortet.