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Schweiz Die Kinderrechtskonvention war heftig umstritten

Vor 25 Jahren regelte die UNO den Schutz des Kindes in einer Konvention. Die Schweiz ist der Konvention allerdings erst 1997 beigetreten. Und auch das erst nach langen Debatten und heftiger Kritik von konservativer Seite. Ein Rückblick.

Ein Kleinkind
Legende: «Viele Gesetze wurden zugunsten der Kinder verbessert», sagt Elsbeth Müller, Geschäftsleiterin von UNICEF Schweiz. Keystone

Viele Punkte in der Kinderrechtskonvention klingen heute ganz selbstverständlich. Doch in den neunziger Jahren gab es grosse Bedenken: Die Kinderrechtskonvention untergrabe die Autorität der Eltern, hiess es von der konservativen Seite im Parlament.

«Das verheisst nichts Gutes»

In die gleiche Kerbe schlug auch CVP-Politiker Carlo Schmid. Das internationale Übereinkommen verheisse nichts Gutes. «Die elterliche Gewalt wird hinter diesen Grundrechten zurücktreten müssen. Dann möchte ich nicht mehr Vater oder Mutter sein in der Schweiz.»

Der Staat und internationale Organisationen dürften den Eltern nicht in die Erziehung reinpfuschen, monierten bürgerliche Kritiker. Und man dürfe Eltern nicht wegen jeder Ohrfeige gleich kriminalisieren.

Familie fördern durch Eigenverantwortung

Die Kinderrechtskonvention führe auf einen Holzweg, warnte Ulrich Schlüer von der SVP. «Wir fördern die Familie nicht, wenn wir die elterliche Autorität durch staatliche Rechtsverfahren ersetzen. Wir fördern die Familie, wenn wir ihr die Verantwortung und die Autorität, ihre Aufgabe zu erfüllen wieder geben – und zwar vollumfänglich.»

Dem widersprach der damalige Bundesrat Flavio Cotti. Die Konvention sei ein Bekenntnis zur Unterstützung und Förderung von Kindern und Jugendlichen. Der familiäre Frieden sei deswegen in keiner Weise in Gefahr. «Die Familie, die Ihnen heilig ist, ist mir auch heilig. Ich komme ganz einfach zu anderen Schlüssen als Sie.»

Die Mehrheit des Parlaments folgte schliesslich dem Bundesrat und ratifizierte im Februar 1997 die Kinderrechtskonvention.

7 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Drei Länder haben sie nicht unterschrieben. Wovon eines Amerika ist. Ein Land das so anmassend ist, andere Länder immer & überall der Menschen,- & Völkerrechtsverletzungen an zuklagen, sich überall als Weltpolizisten aufspielen, aber selber Kinder zu lebenlanger Haft in einem Gefängnis verurteilt. Nachdem es in Ketten gelegt, flankiert von zwei kräfigen Polizisten dem Richter vorgeführt worden ist.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, b
    Die Gender-Lobby besetzt Schlüssel-Stellen in der UNO und EU. Das heisst, eine gender-konforme Kinder-Erziehung wird zum Masstab von gut und böse. Gemäss der Gender-Ideologie gibt es weder Vater noch Mutter, und im Kindergarten wissen die Kinder nicht, ob sie Buben oder Mädchen sind. Gegenüber Kritiken und Forderungen der UNO/EU bzgl Menschenrechte muss man generell vorsichtig sein, ob hier nicht vielleicht Partikuar-Interessen einer kleinen Bevölkerungs-Schicht gepusht werden.
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    1. Antwort von C. Schenk, Bern
      Sie haben die Gender-Theorie nicht verstanden. Die spricht die Existenz von Frau und Mann nicht ab. Sie unterscheidet lediglich zwischen "sex" (biologischem Geschlecht) und "gender" (sozialem Geschlecht, i.e. Geschlechterrollen). Übrigens verneint es auch nicht die Existenz von Gender (i.e. Geschlechterrollen) sondern weist nur auf deren künstliche Konstruktion hin. Ah, und übrigens ist hier auch nicht von Lobby zu sprechen, sondern einem Wissenschaftlich anerkanntem Sozialphänomen.
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    2. Antwort von Charles Halbeisen, Bronschhofen
      @Schenk: Sie haben Recht. Frau und Mann gibt es auch in der Gender-Theorie. Gleichberechtigt neben über 50 anderen Geschlechtern wie Genderqueer, Intersex, male-to-female (MTF) transgender, emale-to-male transsexual (FTM), Cisgender Woman, Cisgender Female, und vermutlich dann auch noch Sado-Maso. Auf Facebook ist das schon Wirklichkeit. http://abcnews.go.com/blogs/headlines/2014/02/heres-a-list-of-58-gender-options-for-facebook-users/
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    3. Antwort von Anja Müller, Zürich
      @Halbeisen: Und inwiefern ist das schlimm? Es geht ja nicht darum, der grossen Mehrheit von "normalen" Männern und Frauen ihr Geschlecht wegzunehmen. Es gibt halt eine Minderheit von Menschen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen, und inwiefern verlieren Sie oder ich irgendetwas, nur weil die auf Facebook und vielleicht einmal im Ausweis die Möglichkeit erhalten, sich nicht zwingend als Frau oder Mann einzuordnen?
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Herr Ulrich Schlüer hat recht behalten.Der Beweis,die offenbarelternlos herum vagabundierenden Kinder aus Afrika,Südamerika die nach Nordamerika"fliehen"müssen(?).Aus einem (wohlverstanden)katholisch geprägten( runtergewirtschafteter Kontinent;üblich für diese Religionsprägung)die "seid f(r)uchtbar und mehret Euch" überall zum Besten gibt,ohne sich um die daraus resultierenden Konsequenzen zu kümmern.Das "Glück" wird anschliessend(zur Installation von Spannungen) an's Umfeld"delegiert!
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