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Schweiz Die latente Gefahr auf der Schiene

Der Eisenbahnunfall von Daillens (VD) schreckt auf und macht auf eine ständig lauernde Gefahr aufmerksam: Täglich rollen tausende Tonnen gefährliche Gütern über das Schweizer Schienennetz. Gefahren für Mensch und Umwelt. Ein Bericht des Bundesamts für Verkehr zeigt den Handlungsbedarf auf.

Legende: Video Chemie-Transporte gefährden Mensch und Umwelt abspielen. Laufzeit 1:42 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.04.2015.

Täglich sind tausende Tonnen gefährliche Güter auf Eisenbahnwagen in der Schweiz unterwegs und bergen Gefahren für Mensch und Umwelt. Erst am Donnerstag hat das Bundesamts für Verkehr (BAV) einen entsprechenden Gefahrenbericht vorgelegt. In diesem Lichte schreckt der Bahnunfall von Daillens (VD) natürlich auf.

77 Gefahrenstellen festgestellt

Gefahr besteht laut dem Gefahrenbericht auf insgesamt 77 Streckenabschnitten, wobei Daillens (VD) nicht aufgelistet ist. An 61 Gefahrenstellen droht bei einem Unfall eine Verschmutzung von Seen oder Flüssen. Bei den übrigen 16 Streckenabschnitten könnte das Grundwasser verschmutzt werden, resümiert das BAV.

Jürg Walpen, Sprecher des BAV, sagte der «Tagesschau»: «Beim Transport von Mineralöl könnte der Zug entgleisen. Wenn dieser dann leck schlägt und das Erdöl in einem Bach versickert, kann es dort die Fische töten. Wenn es im Boden versickert, kann es das Trinkwasser kontaminieren.»

Risiken sind einschätzbar

Eine solche Gefahrenanalyse ist zum ersten Mal vorgenommen worden. Bisher hatte das BAV nur untersucht, wo Gefahren für die Bevölkerung bestehen. Der aktualisierte Bericht hierzu wurde ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht: Er zeigt wie schon bei der letzten Analyse, dass es auf dem Schienennetz keine Abschnitte mit nicht tragbaren Risiken für die Bevölkerung gibt.

4 Kommentare

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  • Kommentar von M. Fischer, Buchs
    Ich hasse es wenn schlechte Nachrichten aufgebauscht werden, nur um die Quote zu erhöhen.
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  • Kommentar von P. Knup, Basel
    Mich wunderts, dass Bahnwagen für Gefahrengut nicht doppelt ummantelt sein müssen. Das Leckschlagen bei einem Unfall wäre damit zwar nicht ganz behoben doch um einiges geringer. Schiffe und Lastwagen müssen jedenfalls über eine derartige Sicherheitsvorkehrung verfügen, ansonsten die Zulassung nicht möglich ist. Hat da etwa die Bahn ein Privileg?
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Pleiten, Pech und Pannen. So könnte man das neue Logo der SBB betiteln. Seit Jahren werden Millionen in den Sand gesetzt, aber niemand muss dafür gerade stehen. Abbau der Qualität bei gleichzeitigem erhöhen der Preise, irgend was stimmt da nicht. Oder anders: irgend jemand verdient da kräftig mit! Im Sinne der EU und der Deutschen Bahn aber holt die SBB auf. Bald hören wir dann auch in jedem Zug: "leider haben wir Verspätung, der Anschluss kann nicht garantiert werden".
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    1. Antwort von M. Roe, Gwatt
      Unsere Bahn wird in erster Linie für das Ausland gebaut. Die EU hat hohe Ansprüche. Wir haben es aber in der Hand, dass dies nicht mehr so ist, sondern die Bahn vor allem für die Schweizer geplant wird. Wir können demonstrieren, wir können die richtigen Leute in Politik wählen welche wiederum die richtigen Leute in die hohen Etagen unserer Bahnen befördern. Die richtigen Menschen für vernünftige Politik zu wählen, beginnt bei den "kleinen", "mutigen" Kämpfern in der Gemeinde- +Regionalpolitik.
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