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Schweiz Die öffentliche Hand bezahlt weiter für Komatrinker

Die Gesundheitskommission des Nationalrats macht nach der grossen Kritik nun eine Kehrtwende: Komatrinker sollen die Kosten für das Spital oder die Ausnüchterungszelle doch nicht selber tragen müssen. Das Anliegen soll nun ganz beerdigt werden.

Sanitäter bringen einen neuen Patient ins Notfallzentrum des Inselspitals Bern. (keystone)
Legende: Wer mit Alkohol über die Stränge schlägt, soll weiterhin vom Krankenversicherungsgesetz profitieren. Keystone

Die Gesundheitskommission des Nationalrats lehnt eine parlamentarische Initiative von Nationalrat Toni Bortoluzzi (SVP/ZH) nun doch ab.

Bortoluzzi, Link öffnet in einem neuen Fenster hatte damals gefordert, dass die medizinische Notversorgung, die aufgrund von exzessivem Alkohol- und Drogenmissbrauch notwendig werde, durch die Verursacher selbst bezahlt werden müsse. Das Krankenversicherungsgesetz sollte dahingehend angepasst werden.

Die meisten stehen hinter dem Nein

Schon in der Vernehmlassung hagelte es Kritik am Anliegen: Mit einer Ausnahme hatten sich alle Kantone sowie Leistungserbringer und Konsumentenschutzorganisationen gegen die Vorlage ausgesprochen.

Auch der Bundesrat hatte das Begehren abgelehnt. Er warnte davor, dass sich insbesondere Jugendliche und Personen aus bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen spät oder gar nicht in Behandlung begeben könnten, wenn sie die Kosten selbst tragen müssten.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von S. Meier (SM)
    Diese Leistungen werden durch die Krankenkasse bezahlt, in die auch ein Komatrinker einbezahlt. Es handelt sich hier nicht, wie im Titel suggeriert um eine öffentliche Hand.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Leider sind die für diesen Entscheid Verantwortlichen nicht fähig zu sehen + sich zu überlegen, welche Dummheit das bedeutet. Ein intelligenter Mensch überlegt sich jedesmal genau, ob eine Hilfe hilfreich ist oder eher schadet. Aus meiner Sicht sind das die Auswirkungen der "gleichen Chancen" in Schule + Ausbildung, dass es immer mehr unfähige Verantwortliche gibt. Lassen wir doch wieder die besseren besser sein, +die weniger besseren können so ihre wirkliche Aufgabe in der Gesellschaft finden.
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  • Kommentar von Fredi Moser (Fredi M.)
    Das ist der Grundgedanke jeder solidarischen Versicherung: Die glücklichen Nichtbetroffenen bezahlen für die Betroffenen, ohne Rücksicht auf das Verschulden. Sonst ist es nicht mehr weit, bis Raucher und Übergewichtige zur Kasse gebeten werden können. AIDS - Selber schuld! Ganz absurd wird es dann, wenn der herzkranke, übergewichtige Raucher mit Bluthochdruck per sofort die Bezahlung jeglicher Pensionskassen- und AHV-Gelder verweigern kann, weil er das Pensionsalter ja gar nicht erreicht.
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