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Schweiz Die Rega stutzt sich selbst die Flügel

Im Streit um die Lufthoheit im Kanton Bern zieht sich die Rega zurück. Sie ging auf die Forderungen von Air-Glacier ein, die Verteilung der Einsätze in Zukunft der Sanitätsnotrufzentrale des Kantons Bern zu überlassen. Bisher disponierte die Rega die Einsätze selber.

Legende: Video Wieder scharfe Kritik an Rega abspielen. Laufzeit 1:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.07.2013.

Die Rega hat die Zusammenarbeit mit der Air-Glacier gekündigt. Dies nachdem das Flugunternehmen die Rega beschuldigt hatte, mit allen Mitteln um ihre Vormachtstellung im Kanton Bern zu kämpfen.

Der jüngste Vorwurf: die Rega habe verhindert, dass ein Air-Glacier Helikopter einen Patienten von Interlaken nach Bern transportiert. Stadtessen habe die Rega eine eigene Maschine aus Lausanne angefordert. Durch dieses Verhalten hätte der Verunfallte unnötig lange warten müssen. Zudem entstünden dadurch Mehrkosten, teilte Air-Glacier mit.

Zusammenarbeit nicht mehr möglich

Bisher gingen alle Notrufe die eine Rettung per Luft benötigten von der Sanitätsnotrufzentrale des Kanton Bern direkt an die Rega. Diese entschied dann, ob sie eine eigene Maschine losschickte oder den Auftrag an die Air-Glacier weiterleitete.

Nun hat die Rega entschieden diese Praxis in Zukunft zu ändern. Die Rega liess verlauten: unter den gegebenen Umständen sei eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Rettungsflugwachten nicht mehr möglich. Die Rega gehe darum auf die Forderung der Air-Glacier ein, und werde die Disponierung der Einsätze in Zukunft der Sanitätsnotrufzentrale des Kanton Bern überlassen.

Die neue Regelung tritt ab dem 19. August dieses Jahres in Kraft. Ab dann wird die Notrufzentrale entscheiden, welches Unternehmen für einen Rettungseinsatz aufgeboten wird.

Niederlage im Aargau

Es ist der zweite Rückschlag für die Rega innert kurzer Zeit. Bereits Mitte Monat gerieten die Rega und der Rettungsdienst des TCS aneinander. Dies nachdem die Rega bei einem Unfall noch vor dem TCS aufgeboten wurde, obwohl der TCS-Helikopter näher am Unfallort war.

Erst ein Entscheid der Aargauer Kantonsregierung beendete den Clinch. In Zukunft wird der gelbe Helikopter des TCS der Rega im Aargau vorgezogen. Vorausgesetzt die Unfallstelle liegt näher an der Station des TCS-Helikopters in Birrfeld. Ansonsten geht der Notruf an die Rega-Basis in Basel.

Legende: Video „Es braucht eine nationale Einsatzzentrale“ abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.07.2013.

Ein komplexes Geschäft

Die Schweizerische Luftrettung ist laut dem Direktor des Schweizerischen Interverbandes für das Rettungswesen, Martin Gappisch, auf einem hohen Niveau. Im Gespräch erklärt er, dass es aber noch Handlungsbedarf gibt. Sowohl bei den Rettungsanbietern wie auch auf politischer Ebene. Zum Artikel

9 Kommentare

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  • Kommentar von E.Waeden, H
    Als Gönner der Rega besitzt diese mein vollstes Vertrauen. Wenn ich nun aber nicht ansprechbar bin & die Ersthelfer vor Ort (Sanitäter/Notfallarzt) müssen entscheiden? Vorher war's klar! Man hat die Rega angefordert & diese hat die Koordination übernommen. Als Pionierin der Flugrettung sollte sie erste Ansprechpartnerin bleiben. Sie besitzt das Knowhow & die Erfahrung. Ein gutes Miteinander wäre wünschenswert. Nicht Marktanteil ist hier wichtig, sondern die Rettung von Menschen.
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  • Kommentar von Bruno Streuli, Langenthal
    Die Retungsflugwacht hat das beste Einsatzzentrum für Flugrettung und was haben die anderen? Eben keines aber das soll jetzt wieder die Politik (Kantone/Bund) eines erstellen unter 114 natürlich mit Steuergeldern. Na das nenn Ich ein Leerlauf damit TCS und Air-Glaciers profit ein sacked können. Ich habe die Befürchtung das unsere gute Flugrettung Rega leider einen Imageschaden davonträgt. Schade!
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  • Kommentar von Michael Hunziker, 4456 tenniken
    Herr Moser hat recht. In der Diskussion tummeln sich Leute, die vom Thema keine Ahnung haben. Wie sollen sie auch; wenn eine Aargauer Regierungsrätin inkl. Berater keine Ahnung haben. Der Arzt, der sich kritisch zum Schildbürgerstreich des DGS äusserte, beweist Mut, denn er stellt seine Vorgesetzten in Frage. Nur Wenige wissen auch, dass der TCS gar keinen eigenen Rettungsheli hat. Der gehört einem deutschen Unternehmer; eher ein "Leichtgewicht" was die Kompetenz im Rettungswesen anbelangt.
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