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Schweiz Die Schweiz, das grosse Recycling-Land

Abfalltrennung schont nicht nur Ressourcen – Separatsammlungen von Glas, PET oder Aluminium bringen auch einen enormen Nutzen für die Umwelt, wie eine Ökobilanzstudie von Swiss Recycling zeigt. Doch allein mit dem Wiederverwenden ist es nicht getan.

Ein Arbeiter mit einer grossen Rolle Papier
Legende: Glas, Papier, Metall können wiederverwendet werden. So können Hersteller die Ressourcen schonen. Keystone

Swiss Recygling hat gerechnet und ein paar Vergleiche aufgestellt: Die gesamten Schweizer Recyclingsysteme kompensierten den Ergiebedarf von knapp 790'000 Einwohnern. Also etwa der Wohnbevölkerung von Zürich, Basel, Bern und Luzern zusammen, heisst es im aktuellen Leistungsbericht 2015 des Vereins.

Legende: Video «Jetzt kommt Recycling 2.0» abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.04.2015.

Das Recycling von Aluminium- und Weissblechverpackungen, PET-Flaschen, Textilien, Batterien, Glas sowie Elektro- und Elektronikgeräten reduzierten jedes Jahr die CO2-Emissionen um 680'000 Tonnen. Das entspricht über 280 Millionen Liter Benzin.

Die Gesamtbilanz zeige, dass der ökologische Gesamtnutzen des heutigen Recycling-Systems in der Schweiz sehr hoch sei, heisst es im Bericht. Recycling sei für jede Privatperson oder Unternehmung ein einfacher und leichter Weg, einen beachtlichen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Kreislaufwirtschaft statt höhere Quoten

Laut Swiss Recycling hat die Schweiz in den letzten 30 Jahren bei den Separatsammlungen einen hohen Standard erreicht.

Eine Anhebung der Quoten würde gemäss der Ökobilanzstudie der Umwelt wenig bringen. Nur bei den Batterien und dem Textilrecycling könnte mit einer zusätzlichen Erhöhung der Sammelquote der Umweltnutzen um über 20 Prozent gesteigert werden.

Legende:
Recyclingquoten in der Schweiz swissrecycling

Swiss Recycling setzt deshalb mit ihrem «Projekt 2030» mehr auf ein Gesamtsystem. Die Stichworte dazu heissen Erweiterte Produzentenverantwortung (EPV) und «Kreislaufschliessung». Der Verband will damit einen Beitrag zur Grünen Wirtschaft leisten, die auch auf der politischen Agenda der eidgenössischen Räte steht.

Eine Statistik zur Abfalltrennung
Legende: Immer mehr Abfall wird zweitverwertet. Insgesamt werden 50 Prozent aller Abfälle recycelt. swissrecycling

Im «Trialog» Lösungen für die Zukunft finden

Eine optimale Kreislaufwirtschaft setze nicht auf eine möglichst hohe Sammelquote, sondern auf eine erhöhte Materialeffizienz wie auch auf eine Produktegestaltung, die das Recycling erleichtere. Intelligentes Produktedesign beinhalte zudem eine optimierte Lebensdauer. «Die Möglichkeit zur Reparatur und Aktualisierung bei elektronischen Geräten ist ein Muss», hält der Leistungsbericht fest.

Lösungsansätze für ein nachhaltiges Gesamtsystem aufzeigen soll ein «Ressourcen Trialog», den Swiss Recycling zusammen mit dem Kanton Aargau ins Leben gerufen hat. Verbände, Wirtschaft und Politik sollen gemeinsam über den Umgang mit Abfall und dessen Bedeutung als Ressource diskutieren. Dabei sollen langfristige und praxisorientierte Lösungen für eine Ressourcenwirtschaft im Jahr 2030 erarbeitet werden.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Müller, Liestal
    Mich würde ein Vergleich zu Deutschland interessieren. Steht die Schweiz dann immer noch gut da? In Deutschland wird derzeit die Wertstofftonne eingeführt, in welcher alle Abfälle landen, welche auf irgendeine Art und Weise wiederverwertet können (z. B. Alu, Plastik, Kleinelektro). Nur noch der kleinste Teil muss in den grauen Sack und wird verbrannt.
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  • Kommentar von nathan w, elgg
    Was mich nervt, dass ich nirgends bei mir im Dorf alles auf's Mal entsorgen kann. Alu und Glas bei der Gemeinde, Pet und Batterien vor dem Coop. Elektro? - nirgends!
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  • Kommentar von Dee Sorens, zürich
    Trotzdem... wo ist da der Nutzen für den Verbraucher? Alles wird trotzdem immer teurer. Zusätzlich soll die Bevölkerung für die Industrie herumrennen und alles schön trennen und zu den Recycling Stellen bringen. Ich trenne schon lange den Müll. Alles ohne Adresse in den normal Plastiksack und raus auf die Strasse. Mülltrennung nach Eigennutzen.
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    1. Antwort von Hans-Ueli, Bergün
      Es bringt dem Verbraucher vielleicht etwas, indem er einen Beitrag dazu leistet, dass seine Nachfahren auf einem halbwegs gesunden Planeten leben dürfen (wie auch sie diese Möglichkeit haben). Ich enerviere mich jeweils, wenn ich sehe, wie viele Leute sich als "Verbraucher" deklarieren. Ihr seid Menschen. Geht raus, geniesst das Leben und die Natur und pflegt die Kontakte mit anderen Menschen. Und lasst euch nicht vom Kapitalismus versklaven. Sonst findet ihr euch ewig in einer Opferrolle wieder
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