Die Schweiz fällt beim Klima-Länderrating zurück

Geld regiert die Welt und anscheinend auch die Platzierung beim Klima-Länderrating. Weil die Schweiz mit 100 Millionen Franken zu wenig zur Klimafinanzierung beiträgt, fällt sie aus den Top Ten. Gefordert wird ein zehnmal höherer Betrag,

Video ««Die Schweiz ist nicht die Musterschülerin für die sie sich hält»» abspielen

«Die Schweiz ist nicht die Musterschülerin für die sie sich hält»

1:53 min, aus Tagesschau vom 8.12.2015

Die Schweiz ist beim neuesten Klima-Länderrating nicht mehr unter den besten zehn Staaten zu finden. Hauptgründe dafür sind die Fortschritte anderer Länder und der als zu gering eingestufte Beitrag der Schweiz zur Klimafinanzierung.

Der Abstieg der Schweiz von Rang 10 auf 14 erkläre sich nicht mit schlechteren Umweltdaten, betont WWF-Klimaexperte Patrick Hofstetter. Vielmehr seien andere Länder bei den erneuerbaren Energien erfolgreicher als die Schweiz, während hierzulande vor allem über einen Umbau der Energieversorgung geredet werde, konkret aber noch wenig geschehen sei.

Der Bundesrat hat 100 Millionen Franken als Beitrag für die Klimafinanzierung vorgesehen. Dieser Betrag entspreche nicht den Möglichkeiten der Schweiz, so Hofstetter weiter. Seiner Meinung nach müsste die Schweiz mindestens eine Milliarde Franken in die technische und finanzielle Hilfe an die vom Klimawandel stark betroffenen Länder einschiessen.

Spitzenreiter Dänemark – seit fünf Jahren

Der Klimaschutz-Index 2016 wird erneut von Dänemark angeführt – zum fünften Mal in Folge. Das Land habe erfolgreiche Programme für Energieeffizienz und erneuerbare Energien, so die Begründung.

Dabei lässt der Klimaschutz-Index allerdings auch in diesem Jahr das Podest leer: Es gibt noch kein Land auf der Welt, das derzeit genug tut, um einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern, also die Erwärmung bis zum Jahr 2100 auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen.

In der Rangliste verbessert hat sich Frankreich. Der Gastgeber der aktuellen Klimakonferenz liegt nun sechs Plätze weiter vorn, und zwar auf Rang 8. Von der Gruppe der G7 hat Frankreich die niedrigsten Pro-Kopf-Emissionen.

Lob für die USA, Rüge für Japan

Den zwei grössten Treibhausgas-Emittenten, China (Platz 47) und USA (34), werden Fortschritte attestiert. Vor allem die Pläne der USA, sich von der Kohlenenergie zu lösen, wurden gelobt.

Positive Erwähnung findet auch Marokko, wo in einem Jahr die nächste Klimakonferenz abgehalten wird. Der zehnte Platz erkläre sich vor allem mit dem nationalen Klimaprogramm, das den Anteil erneuerbarer Energien auf 42 Prozent erhöhen will.

Die Note «sehr schlecht» bekamen einige der grössten Luftverschmutzer, darunter Russland (Platz 53), Iran (54), Südkorea (57), Japan (58) oder Saudi-Arabien (61).

Klima-Länderräting

Plätze 1-3 werden nicht vergeben, weil kein Land genug unternimmt, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden. Quelle: Climate Action Network (CAN Europe)
RangAuf-/AbsteigerLand
1-3

Nicht vergeben
4-Dänemark
5Grossbritannien
6Schweden
7-
Belgien
8Frankreich
9Zypern
10Marokko
11Italien
12-
Irland
13Luxemburg
14Schweiz
15Malta
16
Lettland
17
Ungarn
18
Rumänien
19
Portugal
20
Litauen
21
Kroatien
22
Deutschland
23
Finnland
24
Indonesien
25
Indien
...
...
...
34USA
...
...
...
47China
.........
53Russland
54
Iran
...
...
...
57Südkorea
58Japan
...
...
...
61-
Saudi Arabien

Komponenten des Klimaschutz-Index CAN Europe