Zum Inhalt springen

Schweiz Die Schweiz wird immer sportlicher

Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer treiben viel Sport: 69 Prozent der 15- bis 74-Jährigen treiben heute mindestens einmal pro Woche Sport. Das sind sechs Prozent mehr als vor 14 Jahren. Sehr beliebt sind Wandern und Velofahren.

Legende: Video Drei Viertel der Schweizer treiben Sport abspielen. Laufzeit 1:17 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.06.2014.

Die sportliche Aktivität der Schweizer Bevölkerung wächst weiterhin. Dies geht aus der Studie «Sport Schweiz 2014» des Bundesamts für Sport (Baspo) hervor. Es ist die dritte Umfrage dieser Art nach 2000 und 2008. Befragt wurden mehr als 10'000 Personen.

Während die Zahl jener, die mindestens einmal pro Woche Sport treiben, seit der Jahrtausendwende kontinuierlich gestiegen ist, schrumpft der Anteil der Gelegenheitssportler. In der jüngsten Umfrage gaben noch fünf Prozent an, unregelmässig oder selten Sport zu treiben.

«Die Schweizer sind ein sportaktives Volk», sagt Baspo-Direktor Matthias Remund gegenüber Radio SRF. «Das lässt sich auch im internationalen Vergleich sehen. Das sieht man aber auch im Inland, wo Schweizerinnen und Schweizer mehr Sport treiben als Personen mit einem Migrationshintergrund.» 45 Prozent der Migrantinnen zählen sich zur Gruppe der Nichtsportler. Remund möchte hier Wege finden, um diese zu mehr Sport zu bewegen

Legende:
Entwicklung der Sportaktivitäten in Prozent Vor dem Jahr 2000 wurden höchstens 1000 Personen befragt. 2000: 2064 Personen, 2008: 10'262 Personen und 2014: 10'652 Personen baspo

«Es fehlt die Zeit»

Praktisch nicht verändert hat sich die Zahl der Nichtsportler: Wie bei den letzten Umfragen gab rund ein Viertel der Schweizerinnen und Schweizer an, sich «nie» sportlich zu betätigen. Das Segment der Nichtsportler wird in der Studie angesichts des herrschenden Sportbooms als «erstaunlich stabil» bezeichnet.

Grösstenteils handelt es sich jedoch nicht um überzeugte Sportmuffel. Gegen drei Viertel der Nichtsportler haben laut der Studie früher Sport getrieben. Zwei Fünftel würden gerne wieder mit Sport beginnen, wenn sie mehr Zeit oder weniger berufliche und familiäre Verpflichtungen hätten.

Frauen holen auf

Anders als noch vor ein paar Jahren treiben die Frauen heute etwa gleich viel Sport wie die Männer. 42 Prozent der Frauen gehören zu den sehr aktiven Sportlerinnen (Männer: 46 Prozent). Sie treiben also mehrmals pro Woche während insgesamt mindestens drei Stunden Sport. Im Jahr 2000 gehörte erst rund jede dritte Schweizerin zu den sportlich sehr aktiven Personen.

Die Sportaktivität der Seniorinnen und Senioren ist in den letzten Jahren nochmals deutlich angestiegen. Der Anteil an sehr Aktiven im Seniorenalter ist von 34 Prozent im Jahr 2008 auf heute 42 Prozent gestiegen.

Deutliche Unterschiede gibt es dafür zwischen den Sprachregionen. Während sich in der Deutschschweiz 71 Prozent mindestens einmal pro Woche sportlich betätigen, sind es in der lateinischen Schweiz deutlich weniger: In der Romandie 64 Prozent, im Tessin gar lediglich 56 Prozent.

Legende:
Die beliebtesten Sportarten Ausübung der verschiedenen Sportarten in der Schweiz. Nennung in Prozent der Bevölkerung baspo

«Volkskrankheit» Übergewicht

Das Wandern wird seinem Ruf als Nationalsport gemäss der Umfrage gerecht: Über 44 Prozent gaben an, diese Tätigkeit auszuüben. Dahinter folgen Velofahren, Schwimmen und Skifahren.

Die Aktiven sind zunehmend polysportiv. Vor über zehn Jahren übte eine Person im Schnitt drei Sportarten regelmässig aus, heute sind es vier. «Wir sprechen auch von einer Versportlichung der Gesellschaft», sagt Remund zu Radio SRF. «Was früher Arbeitsweg oder Sonntagsspaziergang war, ist heute Nordic Walking. Dementsprechend ist man auch sportaktiv.»

Die zunehmende Sportlichkeit der Schweizerinnen und Schweizer wirkt sich aber offenbar nicht direkt auf deren Fitness aus. Nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) haben sich Übergewicht und Fettleibigkeit auch in der Schweiz zu einer «Volkskrankheit» entwickelt. Fast 40 Prozent der Erwachsenen gelten als übergewichtig oder fettleibig.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von O. Toneatti, Bern
    Je mehr unsere Landsleute Sport betreiben, desto dicker und gewichtiger werden sie gemäss der neuesten Statistik. Also, aufhören mit dem Sport, das scheint gesünder zu sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Pascal Padrutt, 8000 Zürich
    Was heisst schon "Wandern"? Mit der Luftseilbahn auf einen Berg hochfahren. Dort eine Stunde wandern und sich anschliessend im Bergrestaurant eine üppige Mahlzeit (Bratwurst, Pommes, und zum Dessert ein Stück Torte) gönnen. Man hat sich's ja verdient. Unter diesem Aspekt stimmt die Ueberschrift sicherlich zu. Er liefert aber auch die Antwort auf die Erkenntnis, wonach 40% der Erwachsenen übergewichtig sind.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Mike Brunner, Lachen
      Stimmt schon, man müsste schon genauere Werte kennen, wie Sauerstoffaufnahmefähigkeit, Körperfettanteil etc. bezüglich Übergewicht: es ist trotzdem gesünder etwas zuviel auf den Rippen und Bewegung als dürr und keine Bewegung. Umfragen sind hier halt immer mit Vorsicht zu geniessen, vor dem Arztgespräch essen auch 80% gesund und bewegen sich genug ;-)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen