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Nationales Burkaverbot Die Ständeratskommission will davon nichts wissen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ständeratskommission spricht sich mit 7 zu 2 Stimmen gegen die Burkaverbot-Initiative von Walter Wobmann (SVP/SO) aus.
  • Folgt ihr der Ständerat, ist der Vorstoss vorläufig erledigt.
  • Im Herbst hatte der Nationalrat der Initiative äusserst knapp zugestimmt.
  • Das Volk wird wohl dereinst entscheiden: Die Initianten haben bis September Zeit, 100'000 Unterschriften zu sammeln.
Eine Frau ist durch eine Burka verhüllt.
Legende: Das Phänomen der religiös motivierten Verhüllung ist in der Schweiz selten anzutreffen, entscheidet die SPK. Keystone

Die Staatspolitische Kommission des Ständerats (SPK) hatte sich bereits vor einem Jahr gegen ein gesamtschweizerisches Verhüllungsverbot im öffentlichen Raum ausgesprochen. Sie sei nach wie vor der Ansicht, dass eine gesetzliche Regelung auf Bundesebene nicht von Nöten sei, schreibt die Kommission. Die Kantone sollten gemäss ihren unterschiedlichen Bedürfnissen Regelungen erlassen können.

Das Phänomen der religiös motivierten Verhüllung ist eher selten anzutreffen.
Autor: Ständerats-Kommission

Knappes Ja im Nationalrat

Im Herbst hatte der Nationalrat der Initiative äusserst knapp zugestimmt: 88 sagten Ja, 87 stimmten Nein, 10 enthielten sich.

Wobmann selbst argumentiert, die Vollverschleierung und der radikale Islam müssten in einem Zusammenhang gesehen werden. Wenn sich jemand verhülle, sei in Zeiten des IS-Terrorismus nicht ersichtlich, ob die Person harmlos, gewalttätig, unbewaffnet oder bewaffnet sei.

In der Schweiz zeigt man sein Gesicht.
Autor: Walter WobmannSVP-Nationalrat

Bis September läuft Unterschriftensammlung

Aktuell läuft die Unterschriftensammlung für die Volksinitiative. So könnte das Burkaverbot also vor das Volk kommen. Zum Burkaverbot dürfte sich dereinst das Stimmvolk äussern können. Die Initianten haben bis am 15. September 2017 Zeit, die nötigen 100'000 gültigen Unterschriften zu sammeln.

Im Kanton Tessin gilt bereits ein Verhüllungsverbot. Die Stimmberechtigten hatten 2013 eine entsprechende Initiative auf kantonaler Ebene angenommen. Damit dürfen die Vollverschleierung (Burka) oder Gesichtsschleier (Nikab), die nur die Augen freilassen, im Tessin nicht mehr im öffentlichen Raum getragen werden.
Der Bundesrat hielt fest, dass er solche Verbote nicht für sinnvoll halte, da in der Schweiz nur sehr wenige Personen Gesichtsverhüllungen aus religiösen Gründen tragen würden. Er verwies jedoch auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom Juli 2014, laut dem ein ähnliches französisches Gesetz nicht gegen die Menschenrechtskonvention verstösst. Auf dieses Urteil berufen sich auch die Initianten rund um Wobmann.

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90 Kommentare

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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    A.T. Ich habe noch nie eine Nonne in Tracht baden gesehen. Die NonnenTracht gehört sehr wohl zu der Religion. A.B. Was machen den die anderen 70% der Parteien für die Frauen? Sie wären doch gesamt in Ueberzahl! T.M. Wenn Frauen nicht autofahren würden wäre das gut für die Umwelt usw. Aber die Raser sind immer Männer, und die verursachen meistens auch die tödlichen Unfälle.
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  • Kommentar von Hans-Jürgen Lüthi (Rivellino)
    Die Mode Burka wird sich nicht durchsetzen. Weil Models wollen Ihr Gesicht zeigen
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt (lb)
    Noch funktionieren westliche Demokratien sehr stabil. Eingewanderte Muslime wollen das ändern, die Demokratie durch die Sharia ersetzen. Ein Weg dazu ist eine Politik der Nadelstiche: Handschlag-Verweigerung, Verweigerung beim Schwimmunterricht, Burka-Tragen, versuchter Bau von Minaretten... Es ist wie bei einem (noch) intakten Haus, wo der Keller Risse bekommt, Wasser eindringt und man alles tun muss, diese Risse abzudichten. Richtige Gegenmassnahmen sind gefragt. Das müssen keine Verbote sein.
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