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Schweiz Die SVP verliert einen unabhängigen Denker

Der ehemalige Glarner SVP-Ständerat This Jenny ist tot. Er verstarb friedlich im Kreise der Familie. Jenny hat sich mit Hilfe der Sterbehilfeorganisation Exit von seinem unheilbaren Krebsleiden erlöst.

Legende: Video Ehemaliger Glarner Ständerat This Jenny tot abspielen. Laufzeit 1:31 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.11.2014.

Der ehemalige Ständerat This Jenny ist heute im Kreise seiner Familie gestorben. Wie er zuvor in den Medien angekündigt hatte, ist er mit der Hilfe von Exit aus dem Leben geschieden. Der 62-Jährige litt an einem unheilbaren Magenkrebs. Vor knapp vier Wochen war der Politiker im Zusammenhang mit der Krankheit notfallmässig ins Spital eingeliefert worden.

Auf die letzten vier Wochen seines Lebens werde er verzichten. «Wenn alle wissen, dass ich sterbe, alle nur noch um mich weinen, gehe ich», sagte der Vater von zwei erwachsenen Kindern im April in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».

Wenn Jenny ans Rednerpult trat, hörte man zu

Jenny war im Februar als Ständerat zurückgetreten. Der Bauunternehmer hatte den Kanton Glarus zuvor seit 1998 in der kleinen Kammer vertreten. Er war Mitglied der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK), der Finanzkommission (FK), der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) und der Neat-Aufsichtsdelegation.

Im Ständerat hatte sich Jenny mit eigenwilligen Voten profiliert. «Wenn This Jenny ans Rednerpult trat, hörte man zu», erinnert sich SRF-Inlandredaktor Christian von Burg, «denn er sagte nicht immer das, was man von einem SVP-Ständerat erwartet.» Oftmals hätten Jennys Voten herzhaft zu lachen gegeben.

Trotz seiner Sprüche: In der Sache meinte es Jenny Ernst, sagt von Burg: «Er war ein eigenständiger Politiker, der sich von niemandem etwas vorschreiben liess – auch nicht von seiner Partei, der SVP.»

Für Tierschutz, gegen den Gripen

So stimmte der ehemalige Glarner Ständerat beispielsweise als einziger von über 400 SVP-Delegierten dafür, das Sturmgewehr ins Zeughaus zu verbannen. Er kämpfte für Tierschutzanwälte und er kämpfte gegen den Kampfjet Gripen.

In den meisten Fragen war Jenny aber durchaus auf der Parteilinie. Die Masseneinwanderungsinitiative zum Beispiel unterstütze Jenny. Er warnte allerdings schon im Vorfeld, würde sie angenommen, so sei die Umsetzung ausgesprochen schwierig.

Begabter Sportler

Einer von Jennys jüngsten Erfolgen war die Einführung der elektronischen Stimmabgabe in der kleinen Kammer. Er war ausserdem der grosse Dominator des Parlamentarier-Skirennens: Meist stand er zuoberst auf dem Podest.

Legende: Video This Jenny zu Gast bei Roger Schawinski abspielen. Laufzeit 27:00 Minuten.
Aus Schawinski vom 30.06.2014.

Jenny war in einfachsten Verhältnissen aufgewachsen. Er arbeitete sich hoch zum Inhaber eines Bauunternehmens mit rund 250 Angestellten. 15 Jahre lang vertrat er den Kanton Glarus im Bundeshaus parallel dazu sass er auch im Glarner Landrat.

Im Februar dann teilte er mit, dass er an einem bösartigen Magentumor leide. Jenny trat sofort zurück. Aber auch in den letzten Monaten überraschte er weiter mit seiner Offenheit im Umgang mit seiner Krankheit und mit der Ankündigung, dass er mit einer Sterbehilfeorganisation sein Leiden um die letzten Wochen abkürzen werde.

Die Trauerfeier findet am Freitag, 21. November, um 14 Uhr in der Stadtkirche Glarus statt.

Tweets im Gedenken an This Jenny

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54 Kommentare

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  • Kommentar von toni Huber, Wil
    Wir sind traurig über den Verlust eines tollen Menschen und herausragenden Politikers. This Jenny war der Inbegriff eines fairen, senkrechten und vorbildlichen Kämpfers für das Volk und die Bürger. Wir verlieren mit This Jenny einen Menschen, der unsere Anerkennung verdient, noch viele, viele Jahre. Herzliches Beileid an die Familie und Angehörigen!
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  • Kommentar von J. Baumgartner, Erlangen, Deutschland
    This Jenny war ein Politiker, wie ich ihn mir wünsche. Er stand für seine Ansichten ein, hat seine Region vorbildlich auf der Schweizer Bühne vertreten, war stets offen für die Meinungen anderer und hat sich für das Schweizer Wohl eingesetzt. Leute wie ihn kann ich – egal welcher Partei sie angehören – jederzeit (wieder)wählen. Die Familie, die Schweiz, das Glarnerland und die SVP haben einen großartigen Menschen verloren. Mein Beleid an die Angehörigen. Ein ehemaliger Glarner.
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  • Kommentar von Kurt Kunz, Wigoltingen
    Es wird behauptet, dass wir die Zuwanderung brauchen, da nur dies die erforderliche Finanzierung für IV, AHV sicherstellen könne. Doch, wenn da auch diese ins AHV Alter kommen, braucht es Neue und noch mehr. Irgendwann wird es platzen, dies wissen auch die Politiker. Nur möchten sie dies dann ihren Nachfolgern überlassen. Jetzt aber wird fröhlich weitergewurstelt. Nur nicht anbrennen lassen. Je früher jetzt das Volk diese Schlaumeierei bremst, umso besser.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Das mag ja alles stimmen, nur haben Sie diesmal das Blogthema verfehlt. Hier geht es nur um das Ableben von This Jenny.
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